Să ne rock!

România pentru un an- Rumänien für ein Jahr!

Mirrors on the ceiling, the pink champagne on ice, and she said "We're all just prisoners here of or own device..."

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Samstag, 31. Oktober 2009

...Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt!

ARBEIT!
Ich kann es nicht glauben, aber ich habe tatsächlich eine Woche mit Projektarbeit hinter mir!
Unser geplantes Seminar mit lokalen Jugendlichen wurde von Samstag auf Freitag verschoben, ich im Seminar-Team musste mit meinem Kolleginnen Anna und Gülnar das Budget planen, einkaufen, Workshops vorbereiten, eine Stunde im Fernsehen (Vâlcea TV, YEAH!) über unser Projekt erzählen (unser Boss Catalin war Übersetzter, deshalb kamen die meisten Sachen nicht in ihrer originalen Form über, zum Beispiel meine Aussage, nach der ich Vâlcea County nicht als Urlaubsziel empfehlen würde) und schließlich das Seminar selbst machen!

Warum sind so viele Leute hier??

Wir starteten mit ein paar Präsentationen: Wer sind wir, warum sind wir hier, was machen die verschiedenen Gruppen (zum Beispiel das IT-Team, die bisher definitiv am aktivsten waren), was ist Cozia Park und und und.

Presentations

Der zweite Teil war dann interessanter für alle: Wir begannen mit einem bekloppten Energizer, dann machten wir die Workshops. In meinem stellten wir die Copenhagen Climate Conference nach, so ein bisschen wie Planspiel United Nations, nur kürzer und weniger streng. Ich war überrascht, wie interessiert alle waren und wie viel Mühe sie sich gaben, obwohl wir aus Platzmangel auf dem Teppich saßen und die andere Gruppe 2 Meter entfernt total Krach machte.

Workshop-Vorbereitung Eine Präsentation von Gülnars Umwelt-WS


Mit ein paar von den Kids werden wir jetzt hier vielleicht sowas wie ein MUN hier organisieren, das erste in Rumänien!

Das hier ist übrigens unsere Website: http://www.greenthinkers.eu/

Auch wenn sie alle ein bisschen jünger waren als wir (so um die 17), haben wir doch wirklich nette Leute kennen gelernt und abends noch in der Morrison Bar (der einzigen coolen Bar in Vâlcea!) getroffen. Ein bisschen wie Scheune-Zeiten, nur weniger Punk und weniger dreckig, wenigstens aber ein bisschen Mini-Pogo.

Jetzt geht's los, ich mach mich auf die Reise! Ich werd erst wieder im Dezember schreiben, ihr habt viel Zeit, euch den anderen Mist durchzulesen!!! Pa, pa!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Ein Wiedersehen und ein internationales Wochenende

Das letzte Wochenende war wild, wunderbar, wiedersehend (nur wegen der Alliteration) :P

Wir fuhren Donnerstag, spontan einen Tag früher, nach Craiova, um die dortigen Freiwilligen zu besuchen. Es war ein langes Wochenende voller wunderbare Erlebnisse, aber jetzt nur die Kurzfassung:
Mit einer sehr netten Familie trampten Pedro, Cato und ich nach Craiova, verbrachten die Nacht mit dem Rumänen Vlad und der Rumänin Anca in einem Irish Pub und verloren bzw trennten uns anschließend; ich weckte Emrah um halb 5 morgens, damit er mich abholte, nicht sehr nett, aber ich hatte nunmal keinen Schlüssel und Alessandro, der mich eigentlich abholen wollte, wachte nicht auf.
Der Tag mit der WG war sehr witzig; alle wiedersehen im Office, Einkaufen mit Alessandro, Lästern mit Lea, schön!
Abends noch mehr Wiedersehen mit Menschen aus Arad, die auch zu Besuch waren, Shirley und Sabine aus Predeal, wunderbar, erst Flatparty (also Flat im Sinne von Wohnung), dann wieder Irish Pub, wo ich die anderen wiedertraf plus Clémence und Asiye. Ein Typ spielte Gitarre und sang, plötzlich hatte Cato die Gitarre und ich stand vorm Mikrophon und sang vor etwa 100 Menschen "Zombie" von Cranberries. Sie machten Fotos und klatschten, ich fühlte mich großartig!
Am nächsten Tag waren auch noch die Bukarester da, Chloé, Sarah und ich besichtigten den Park Romanescu, einer der schönsten Parks Europas (offiziell!!) am Rande der ziemlich hässlichen, aber bunten Stadt Craiova. Anschließend kauften wir Gebäck von einer Frau, die uns sofort alles schenkte, was sie noch so hatte, sodass wir uns hoffnungslos an dem leckeren Zeug überaßen.

Romanescu Park



Abends trafen wir uns nach echter italienischer Pizza (Alessandro) wieder im Irish Pub, wo wir mittlerweile schon eigene Getränkepreise hatten. Clémence' Geburtstag, die bekam von allen Drinks ausgegeben, wir (sie, ich und Cato) blieben bis 7 Uhr morgens im Pub. Cato und die anderen schliefen bei Vlad, außer Clémence und mir. Sie nahmen abends den Bus, wir versuchten Trampen. Nachdem uns eine halbe Stunde lang jede Menge Leute um Blowjobs und ähnliches gebeten hatten, nahm uns eine nette Studentin aus Calimanesti mit, einer Kleinstadt 20 km von Valcea, die uns sofort unsere Nummer gab und sagte, wir können immer kommen. Noch am gleichen Abend in der Pizzeria schrieb sie uns eine nette SMS- für sie war das wohl Liebe auf den ersten Blick, wir freuten uns über eine Freundin in der Region!

Nach diesem Wochenende waren meine Magenkrämpfe wieder da, die Woche über war ich eher passiv unterwegs, aber Samstag geht meine nächste große Reise los: Arad, Kostelecké Horky, Mompeo, Posen, Berlin! Freut euch auf Berichte, aber erst im Dezember :P

JUHU, mein Blog ist aktualisiert! Jetzt könnt ihr euch nicht mehr beschweren, HA! Hat aber auch Spaß gemacht. Bis die Tage. In Liebe

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Ach ja, und dann war da noch...

Da ich ja über meine Woche so selten berichte, habe ich auch vergessen, unsere besonderen Parties zu erwähnen. Natürlich gehen wir oft in Bars, Cafés, Restaurants (besonders am Anfang), aber ein paar Parties stechen da schon besonders hervor.
Da war zum Einen der Intercultural Evening in meiner ersten Woche hier. Nachdem wir uns im Office getroffen hatten, uns gegenseitig unsere Länder und typisches Essen und Getränke präsentiert hatten, zogen wir mit den Resten davon in den Park, genauer gesagt ins Zentrum, wo wir auf einem Platz Gitarre spielten und sangen. Hier lernten wir einen 50jährigen Holländer, Max, kennen, der sich dazusetzte und uns holländischen Likör schenkte. Die Türken sangen türkische Lieder und tanzten dazu, Cato spielte Gitarre. Etwa 1000 Mal sangen wir alle zusammen "Zombie" von den Cranberries, weil es das einzige war, das wir zusammen einigermaßen hinkriegten und das Cato auch spielen konnte. Ich freute mich sehr, als die anderen mir sagten, ich habe eine schöne Stimme.
Wir zogen weiter in die Tao Lounge auf dem Dach einer der beiden Malls in der Stadt, der "River Plaza Mall". Sehr schicke Lounge, und wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt, kann man die ganze Stadt sehen. Leider nur im Sommer geöffnet, verständlicherweise.
Dem Besitzer des Ladens gefiel unsere Gruppe; wir waren schon öfter da gewesen und nachdem jeder ein Cocktail bestellt hatte, kam er mit einer Runde "Free Shots" für uns. Was heißt mit einer- zwei, drei, vier, fünf. Für einige wurde es zu viel; Beka aus Georgien musste ziemlich bald nach Hause. Ich kannte meine Grenzen besser und brachte um 4 Uhr noch Cato zum Taxi im Zuge der Emanzipation, weil er darauf bestanden hatte, uns nach Hause zu bringen. Er meinte, ich bringe Schande über ihn; aber er meinte es nicht ernst und ich persönlich fand es ziemlich witzig. Es war definitiv einer der besten Abende mit dem besten Gruppenspirit!



Als die Stimmung ein bisschen kippte, zwischen dem 2. und 3. Monat, als eine kleine Grüppchenbildung stattfand (die mittlerweile wieder viel schwächer ausgebildt ist) und keiner mehr so richtig Lust hatte, abends wegzugehen, weil die Stadt auf lange Sicht einfach nicht so viel zu bieten hat, organisierten Pedro und Lucía die "Murciano Night" (beide kommen aus Murcia). Sie machten Tapas, es gab typische Getränke wie in Spanischen Bars (Wein mit Cola und Sprite, ih!- zum Glück auch Bier), spanische Musik und wir tanzten in unserem Wohnzimmer. Die Party war ein voller Erfolg und auch als Gruppe wuchsen wir wieder enger zusammen- danke, Murcia!





Dem Beispiel folgend organisierten Asiye und Clémence in der folgenden Woche eine "Stupid Night", allerdings weniger liebevoll. Die Kostüme waren super- rein durfte nur, wer sich richtig bescheuter angezogen hatte. Besonders Ayca, eigentlich wirklich hübsch, schaffte es, wie eine Mischung aus Hulk und Frida Kahlo auszusehen. Mit witzigen Partyspielen wurde der Abend gefüllt; als Abschiedsgeschenk für mich (ich fuhr am nächsten Tag für 2 Wochen nach Tschechien) hatten sie "Zombie" umgedichtet (nicht gerade schmeichelhaft allerdings) und ein lustiges Spiel gebastelt, wobei es darum ging, eine Zeichnung von mir mit Tomaten abzuwerfen.
Man muss dazu sagen, dass gerade Clémence und ich und eigentlich permanent beleidigen und trietzen, im Grunde aber die besten Freundinnen sind.
Die Nacht war nicht ganz so lang, aber jedenfalls sehr lustig und eben... Stupid!





Unsere Wohnung ist ziemlich langweilig und ich hatte schon ziemlich lange den Plan, sie irgendwie umzugestalten. Angeregt von den Wohnungen in Tschechien und Bukarest führte ich diesen Plan innerhalb von 2 Tagen endlich aus und war selbst begeistert von dem Effekt. Plötzlich guckt mal beim Essen nicht mehr auf eine kahle Wand, sondern auf einen Kalender, ein Landkarte, Bilder... Seht's euch am besten selbst an!





An Catos Geburtstag haben wir uns alle als etwas verkleidet, das mit C anfängt und ihn unter einem Vorwand in den Stadtpark gelockt in ein Restaurant, um ihn zu überraschen. Das war einfach- genial! Die Leute haben sogar Fotos von uns gemacht, haha... Ich frage mich, warum :P





Ansonsten gehen wir zusammen Kaffee oder Bier trinken, stylen uns gegenseitig, kochen zusammen, machen Spieleabende,... Und Und Und






Soviel erstmal, ein paar shortcuts mit Fotos aus meinem Alltag hier. Und ja- ab und zu ist uns tatsächlich mal langweilig ;)

Dienstag, 20. Oktober 2009

Hier hört alt auf, da fängt neu an... Und wo bin ich??

Von Prag aus war mein nächstes Ziel Venedig, wo ich einen Tag und eine Nacht verbringen würde. Die Anschlussflüge lagen nun einmal so und ich freute mich auf die Gelegenheit, die Stadt kennen zu lernen. Ich fuhr also mit dem Bus zum Zentrum und verlief mich in den wunderschönen Gassen der ewigen Stadt. In den Touristenmeilen blieb ich nicht lange, dafür in einem Café außerhalb, mit einem Caffè Latte und einem Buch, Leute beobachten und ausruhen von der City-Tour mit meinem riesigen Rucksack. Ich hatte nur 30 Euro, wovon 10 schon für den Bus draufgingen. Nach einem italienischen Mittagessen kaufte ich mir für den Abend Baguette und Brie und gab das restliche Geld für italienischen Kaffee aus, der sogar am Flughafen billig war.

Venedig

Voller Eindrücke der tollen Stadt schlief ich mehr oder weniger gut auf den Eisensesseln am Flughafen, neben einigen anderen, die einen frühen Flug nahmen. Fast hätte ich mich mit den Zeiten vertan, zum Glück erwischte ich meinen Flug aber noch.
In Bukarest fand ich nach einigem Hin und Her zum Haus von Chloé, die mich sehr herzlich aufnahm. Auch den WG-Zuwachs aus Deutschland, Schottland und Österreich lernte ich kennen.
Abends kamen die anderen Freiwilligen und 2 Ehemalige vorbei. Einer davon, Paolo (aus Italien), war erstmal sprachlos. Dann: "Du hast mit mir am Flughafen geschlafen! Wir waren im gleichen Flugzeug!" Wie krass, dass wir uns dann in dieser WG wiedertreffen! Solche Zufälle hätten mich früher total umgehauen, aber jetzt war es fast schon normal! Also schon unnormal, und vor allem, was für ein Zufall, Bukarest ist nicht gerade klein!
Und auch Andrea und Cristina aus Canakkale traf ich hier wieder, die Welt ist klein! Aber ich wusste ja, dass sie in Chloés Organisation arbeiten.
Die anderen waren auch sehr nett, der Abend war wunderbar und natürlich international.
Am nächsten Tag mussten die anderen arbeiten; ich schlief lange, erschöpft von der langen Reise. Anschließend fuhr ich zum Flughafen, denn ich erwartete Besuch aus Deutschland- Chrissy, Julia, Anneke, Anna und Tessa kamen mich für eine Woche in ihren Herbstferien besuchen! Nachdem der Flug 2 Stunden Verspätung hatte, mussten wir zur letzten U-Bahn rennen, sprangen über die Absperrung und kamen so noch ins Stadtzentrum.



Julia, Anna und Anneke in der Bukarester U-Bahn

Nach einem Bier und etwas zu Essen fuhren wir aber wieder zurück- die Mädels waren müde von der Reise.
Am nächsten Tag besichtigten wir ein bisschen Bukarest, dann der Abschied von Chloé und den anderen, die uns netterweise eine Nacht aufgenommen hatten, trotz offensichtlichen Platzmangels.
Wir nahmen den Bus zurück nach Râmnicu Vâlcea, wo die 5 meine Mitbewohner kennen lernten. In den Tagen hier zeigte ich ihnen die Stadt, den Markt, die Second Hand Shops, einige Bars und Cafés und das gute rumänische Gebäck, von dem sie gar nicht genug kriegen konnten.

Ein Haufen Leben in Râmnicu Vâlcea

Wir kochten zusammen und tauschten uns aus, auch wenn ich am Anfang das Gefühl hatte, die ganze Zeit zu reden. Ich entwickelte auch irgendwie einen Gluckeninstinkt, passte die ganze Zeit auf und wurde schließlich Mama genannt, haha. Meinem Rumänisch jedenfalls tat es sehr gut.
Am Wochenende mieteten wir ein Hostel in Sibiu, weil ich ihnen auch eine schöne rumänische Stadt zeigen wollte (Valcea und Bukarest bieten sich da eher nicht an). Ich rief Tobias spontan an, und tatsächlich war er in Sibiu am Wochenende! Nach dem Abendessen trafen wir uns mit ihm und er zeigte uns das Propaganda, eine urige Kellerkneipe für Studenten mit Spezialgetränk Jägermeister in verschiedenen Variationen.

Chrissy und Dracula (Sibiu)

Nach einer Weile kamen einige Erasmus-Studenten, die Tobias kannte und mit denen ich mich sofort super verstand. Besonders mit Ditske aus Holland stimmte die Chemie vom ersten Moment an.
Die Mädels trafen ein paar Skater und unterhielten sich mit denen; ich zog mit Tobias und den Erasmussern weiter in einen kleinen Club.

Tessa und Anna in Sibiu

Nach einer Weile wurden meine Magenschmerzen, die ich schon den ganzen Tag hatte, immer stärker; ich ging gegen 3 ins Hostel zurück, um den anderen den Spaß nicht zu verderben.
Am nächsten Tag hatte ich die ganze Zeit Magenkrämpfe, ließ mich aber nicht daran hindern, Sibiu zu genießen. Tobias zeigte uns ein wunderschönes Café, in dem es alles an Kuchen, Gebäck und Ähnlichen zu günstigen Preise gab. Ich blieb bei Getränken und ärgerte mich, die anderen genossen Ciabatta und Kuchen. Aber ich kann ja schließlich jederzeit wieder kommen!
Am Nachmittag hatten die Erasmusser eine "Globale Village" auf dem Piata Mica geplant; wir kamen dazu und ich brachte deutsches und holländisches Bier mit, dazu deutsche Schokolade. Ditske, die einzige Holländerin, freute sich sehr. Meine Kinder wollten lieber noch ein bisschen die Stadt ansehen, ich blieb und stellte Holland vor, wenn Ditske gerade nicht da war. Die Leute interessierten sich für die Länder und die Unterhaltungen waren wirklich interessant.
Plötzlich stand Joscha da, das Geburtstagskind vom letzten Mal Sibiu. Deshalb hieß der Artikel auch "mit Folgen", AhA! So ist das nämlich.
Er zeigte seiner Tante und Cousine die Stadt, er arbeitet in einem Zigeuerdorf in der Nähe. Spontan beschlossen wir, ein Projekt zusammen dort zu machen, weil ich erzählte, bei uns gehe zur Zeit nicht so viel. Mit den 3en ging ich noch zum Markt und sie beschlossen, uns in das Restaurant zu begleitet, das wir am Abend besuchen wollten. Wir fanden die anderen auf dem Piata Mare und gingen in den "Weinkeller", der von einem Deutschen betrieben wird und in dem es sowohl deutsche als auch rumänische Spezialitäten gibt und rumänischen Wein.
Wir verabschiedeten und anschließend und ich brachte die Mädels zum Zug nach Bukarest. Sie bedankten sich 1000 Mal und ich war froh, dass sie eine tolle Zeit gehabt hatten.

Es war sehr schön <3

Für mich war es irgednwie seltsam: Schön, die Freunde wieder zu sehen, ihnen das Land zu zeigen, von dem zu erzählen, was ich erlebt habe. Aber auch komisch, alt und neu, mein deutsches und mein rumänisches Leben so zu vermischen. Irgendwie kann ich die Frage nicht eindeutig beantworten: Hier hört alt auf, da fängt neu an... Und wo bin ich??

Auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.

Mit Ditske blieb ich noch in einer Bar bis um 2, dann nahm ich meinen eigenen Zug zurück nach Valcea. Den Sonntag hielt ich gemütlich- Mama sein ist anstrengend ;)

Letzte Chance für 'n Sprung in Acapulco

Nach einer grandiosen Abschiedsparty musste ich leider viel zu früh aufstehen (7 Uhr), um meinen Bus nach Tschechien zu bekommen. Am Bahnhof in Vâlcea lernte ich einen netten Typen etwa Ende 40 kennen, der spanisch sprach und auch gerade auf dem Weg dahin war, nach Spanien, um zu malochen. Er erzählte mir eine Geschichte, wie man sie hier häufig hört: Weil er in Rumänien als Konstrukteur nicht genug verdienen konnte, ging er nach Spanien, war dann natürlich wenig zu Hause und hat Frau und Kind an einen anderen verloren.
Das ist wirklich eine katastrophale Situation hier. Ein Beispiel: Ein Grundschullehrer verdient etwa 300 Euro im Monat. Jetzt kann man sagen, es ist ja auch billiger, hier zu leben; aber das steht leider in keinem Verhältnis. Es ist billiger, die meisten Sachen, ja, aber nicht enorm billiger. Mit 300 Euro im Monat eine Familie zu ernähren, Miete zahlen etc.- so gut wie unmöglich!
In Sibiu musste ich eine, in Arad 2 Stunden auf den Anschlussbus warten. Außer mir fuhr nur noch eine andere Frau nach Brno, der zweitgrößten Stadt Tschechiens, die zum Glück super Englisch sprach. Sie besuchte dort einen Freund, den sie über das Computerspiel World of Warcraft kennen gelernt hatte. Verrückt, das die sich einfach eine richtige internationale Freunde-Community aufbauen!
Überhaupt war der Bus voller Geschichten! Da war der Student aus Dresden, der eigentlich in Cluj Erasmus machen wollte, sich aber nicht eingliedern konnte und deshalb zurück fuhr; der Rumäne, den seine Freundin verlassen hatte, und der jetzt Abstand von allem brauchte; und schließlich Felipe aus Brasilien, der in London studierte und jetzt einen RoadTrip durch Ost- und Mitteleuropa machte: Sofia-Bukarest-Budapest-Bratislava-Prag.

Felipe aus Brasilien

Er war gerade auf dem Weg nach Budapest, als ich ihn kennen lernte.
Ich unterhielt mich die ganze Zeit mit ihm und Claudia, der Computer-Frau aus Sibiu. Nach Budapest dann erstmal schlafen (von der Slowakei habe ich genau nichts gesehen, haha); 20 Stunden Busfahrt machen dich ganz schön fertig!
Bei der Ankunft trafen wir Claudias Bekannten, der mich in einen Zug nach Choceň setzte um halb 5 morgens. Er war der Überzeugung, die Stadt gebe es gar nicht; zum Glück gab es sie aber doch.


Die Schule (rechts) in Kostelecké Horky
unser Heim für 2 Wochen

Ich erreichte sie um halb 7 morgens und machte mich auf die Suche nach der Bushaltestelle. Nach ewiger Sucherei und dank des Universalwortes "Autobus" fand ich die Haltestelle. 2 Stunden saß ich da, bis mir auf tschechisch erklärt wurde, der Bus nach Kostelecké Horky fahre erst um 12. Bis dahin saß ich erstmal in einem Café, wo ich mir erstmal die Zähne putzte.
Angekommen in dem kleinen Kaff bestaunte ich erstmal die menschenleere Straße. Die alte Schule, in der wir wohnten, wirkte trotz der Armee-Betten gemütlich, bunt und hell.
Schlafräume

Außer mir waren nur Andrey aus der Ukraine und einer unserer Trainer, Duzan, schon angekommen. Ich duschte erstmal und schlief mich aus; in dieser Zeit kamen die anderen an.
Mit Merlind, der anderen Deutschen, eher still und zurückhaltend, erkundete ich anschließend das Dorf. Sehr klein, sehr idyllisch, wirklich abgeschieden. Kein Supermarkt, keine Bar, 150 Einwohner.

Amira in der Küche

Abends kochten wir alle zusammen und ich lernte alle kennen. Der bunteste Mix begegnete mir am Esstisch: 2 Deutsche, die 2 tschechischen Trainer, 1 Holländer, 2 Polinen, 1 Südkoreanerin, 1 Ukrainerund 1 Kanadierin, die ab nächstem Jahr in Deutschland Au-Pair macht. Mit dem Holländer begann schon am ersten Abend eine wunderbare Hassliebe; natürlich feindeten wir uns als Nachbarn die ganze Zeit an, nur so aus Scheiß; es gibt wirklich gute Witze über Holland! Beispiel: Was kriegen Holänder, die 3 mal durch die Führerscheinprüfung fallen? Antwort: Ein gelbes Nummernschild!

Perfect Match: Joris und Puzitac

Leider fiel Joris aber dann doch auf, dass mein Vorname aus dem Holländischen kommt, lalala...
Mit ihm und der Kanadierin Amira verstand ich mich am besten, aber insgesamt war die Stimmung sehr gut, alle verstanden sich miteinander, 2 sehr harmonische Wochen.
Die Arbeit begann am nächsten Tag. Aufstehen immer um 8, um Viertel nach 9 geht die Arbeit los. 7 Stunden Arbeit pro Tag, geteiltes Kochen. Wir arbeiteten an der Schule und vor allen Dingen auf der benachbarten Farm, dem "Blue Stone House".

Gosia, Hyien und Natalia am Blue Stone House


Zäune bauen: Andrey und Ben

Dort arbeitete auch der EVS-Freiwillige Benjamin aus Frankreich, mit dem wir uns alle gut verstanden und nach dem Tagwerk Volleyball spielten oder Pflaumenkuchen backten.

Frédéric, die Vogelscheuche

Das klingt so nach guter, heiler Welt, besonders, wenn ich jetzt anfange vom Ziegenmelken und Äpfelpflücken zu sprechen- aber irgednwie war es das auch, eine ländliche Idylle, kein Stress, harte, aber sinnvolle und erfüllende Arbeit und witzige Abende. So hatten wir so genannte "National Evenings", die jeweils von mehreren vorbereitet wurden. An einem Abend lernten wir französische Tänze, an einem anderen brachte ich den anderen einen Mallorca-Hit bei. Das Ganze wurde stets begleitet von bekloppten Kinderspielen wie Äpfel mit dem Mund aus einer Wassereimer angeln oder Reise nach Jerusalem. Alkohol gab es so gut wie nie, höchstens mal ein Bier am Lagerfeuer, über dem wir Brot, Würstchen und Käse grillten.

ZIEGEN (!!!) melken mit Joris (hinten)

Wie ein Urlaub im Ferienlager, nur mit mehr Arbeit. Und verdammt viel Spaß!
Auf dem Anhänger das Heu zur Farm bringen, Holz hacken (wird auch zur Aggressionsbewältigung eingesetzt übrigens), Ziegen melken, Schafe einfangen, Zäune bauen,... Es gab kaum eine Arbeit, die kein bisschen Spaß gemacht hat. Selbst Ziegenstall ausmisten kann witzig sein, wenn man von einem Franzosen unterhalten wird und nebenbei noch tschechische Vokabeln lernt.

Heu fahren mit Hyien, Andrey und Gosia

Die Abende im Blue House waren auch sehr schön; mit Tee am Ofen sitzen in dem alten Bauernhaus, während es draußen dunkel wird... Irgednwie bin ich doch ein Landkind.
Einen Tag fuhren wir in eine nahe Stadt, um ein Schloss zu besichtigen und an einem anderen lernten wir, selbst Kerzen zu machen und Teppiche zu weben. Zugegeben, letzteres war nicht so besonders spannend.



Ausflug: Skulpturengarten, Schloss und Altstadt



Die ganze Zeit war ich so voller Energie nach der langen Ruhephase in Rumänien. Klar, die Wochenenden sind anstrengend, aber seit das Projekt so lahm läuft, geht in der Woche fast nur chillen. Es war echt eine Umstellung; aber nach ein paar Tagen fühlte sich Erschöpfung endlich wieder gut an. Und die Sonne schien fast die ganze Zeit.

Gosia und Amira <3

Die Nacht vor meinem Abflug aus Prag verbrachte ich bei Betka, einer Mitarbeiterin der Organisation, und der Abschied vom Blue Stone House fiel mir wirklich schwer. Anfang November komme ich nochmal- ich kann's kaum erwarten! Und im Frühling gibt's ein Wiedersehen mit dem Crazy Canadian girl, dem Crazy Dutchman, dem Crazy Ukranian Hunter, den Crazy Polish girls und allen anderen. Ach ja, Ben und Duzan- es steht noch eine Kicker-Revance an! Wir geben uns nicht so einfach geschlagen, nachdem ihr uns in einem blutigen Match knapp geschlagen habt. German-Canadian-Team ROCKS!

Und noch ein paar Videos aus dieser genialen Zeit!!!