Să ne rock!

România pentru un an- Rumänien für ein Jahr!

Mirrors on the ceiling, the pink champagne on ice, and she said "We're all just prisoners here of or own device..."

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Dienstag, 20. Oktober 2009

Ein Ägäischer Traum mit akuter Bronchitis

Çanakkale, ein Traum von einer Stadt am Ägäischen Meer, erwartete Lucía, Pedro und mich nach einer 6stündigen Busfahrt von Istanbul. Angekommen in der Millionenstadt am Bosporus hatten wir uns erstmal mit Ayran, diesem Joghurt-Salz-Getränk, versorgt und ich hatte auf der Suche nach einen vegetarischen Sandwich (die anderen aßen Kebap) schon die ersten Freunde gefunden. Im Bus, der um Mitternacht losfuhr, gaben wir uns erstmal unserer Müdigkeit hin, wachten erst auf, als wir mit der Fähre an unser Ziel befördert wurden. Die Lichter Istanbuls lagen hinter, eine aufregende Woche vor uns.

Team

Ein Shuttlebus der Reisebusgesellschaft sollte uns zu unserem Hotel bringen, aber auf einmal stand ein Polizeiauto vor uns und nach kurzen Kommunikationsproblemen verstanden wir, dass sie uns dort absetzen würden. Etwas verwundert stiegen wir ein, ließen uns von den witzigen Beamten ein paar Wörter Spanisch aufsagen und helfen, das richtige Hotel zu finden. Sie kamen sogar mit rein und sorgten dafür, dass wir versorgt und auf unser Zimmer gebracht wurden. Geiler Anfang schonmal!

Kennenlern-Spiele

Die Nacht dauerte nicht mehr lang, aber am nächsten Morgen weckte uns die Sonne. Im Foyer lernten wir die anderen Teilnehmer kennen. Sie kamen jeweils in 2er-Gruppen aus Estland, der Slowakei, Rumänien (haha, also quasi unsere Landsleute), Griechenland, Bulgarien, Polen (wobei einer von ihnen ein in Polen wohnhafter Türkei war), Spanien (also Lucía und Pedro) und Danielle aus Budapest und ich aus Brochterbeck, juhu! Dazu noch ein paar unglaublich nette türkische Campleiter und die Woche versprach eine Menge Spaß!

Strand: Tania, Burcin, Mert

Zuerstmal unser "Seminarraum": Ein Restaurant 2 Straßen weiter, der Außenbereich direkt am Strand, der Meer 5 Meter entfernt. Nach einer Vorstellungsrunde und Namensspielen zogen die beiden Spanier und ich auch erstmal unsere Schuhe aus, Hosenbeine hochgekrempelt und ab ins Wasser. Es war September und noch ziemlich warm, das Wasser helltürkis und wunderschön.
Weil ich seit der Abfahrt aus Predell immer schlimmer werdende Halsschmerzen und Reizhusten hatte, fragte ich die Leiterin (mit einem unaussprechlichen türkischen Namen, aber sehr nett) nach einer Apotheke. Sofort wurde ich durch die ganze Stadt gefahren auf der Suche nach der einzigen offenen Apotheke, denn es war Sonntag!
Wir wurden fündig, ich kaufte Vitamin C und Hustenpillen. Zuerst dachte die Frau in der Apotheke, ich hätte Schweinegrippe, aber zum Glück konnte ich sie davon abbringen. Allerdings hatte ich selbst ein bisschen Angst: Ich war gerade auf einem Training mit 44 Menschen aus verschiedenen Ländern gewesen, die alle vor kurzer Zeit an einem Flughafen gewesen waren... Die Symptome waren auch die gleichen. Aber zurück in Rumänien stellte sich das Ganze als Bronchitis heraus.
Ich fuhr zurück zum Strand und trotz Halsschmerzen sprang ich mit den anderen in den türkisen Spiegel zu unseren Füßen. Ein paar kleine türkische Jungs sprachen uns an und wir hatten eine ziemlich witzige Konversation mit unseren paar Wörtern Türkisch und dem bisschen Englisch ihrer großen Schwester. Mein Piercing fanden sie furchtbar spannend und lachten sich halb tot, als ich ihnen verschiedene "Tricks" damit zeigte (zum Beispiel kann ich eine Zigarette damit halten!).
Zum Mittagsessen bekam ich als einzige Vegetarierin eine Extrawurst; Salat, Ayran und Pita, unglaublich geil! Die beiden Pensionsbetreiber waren wunderbar lieb und die Frau machte mir immer etwas extra.

Workshop Von Links: Andrea, Cristina, Mitko (Bulgarien)

Unser Workshop hatte das Oberthema "Puppets", also Puppen, die wir selbst machen sollten. Aus Draht, Schwamm und verschiedene Spezialstoffe sollten wir mit den Anweisungen von Burcin, einer unglaublich netten londoner Kunststudentin, die aus der Stadt kommt, eine berühmte Persönlichkeit unsere Wahl formen. Ich wählte, es tut mir leid, Bill von Tokio Hotel! Eine Persönlichkeit mit Wiedererkennungswert, die man leicht herstellen kann und wozu ich sofort eine Menge Ideen hatte.

Puppen- schwerer, als es aussieht!

Es ist viel leichter, als es aussieht, ganz ehrlich! Mein Fieber machte mir manchmal einen Strich durch die Rechnung, ich verbrachte die ersten Abende im Bett und die Pausen ebenfalls, trotzdem machte der Workshop selbst ziemlichen Spaß und ich verstand mich besonders mit den türkischen Teilnehmern wunderbar. Gerade Burcin, Gözde und ihr Freund Mert waren super freundlich und luden mich ein, immer gerne wiederzukommen- werde ich mit Sicherheit tun!
Ein Tag war eingeplant für einen Ausflug nach Troja (oh ja, die historische Stadt mit dem Pferd und so) und Assos, einer malerischen Stadt am Meer. Troja selbst war eher langweilig, sehr touristisch und nicht besonders spannend, auch wenn wir witzige Fotos in dem Fake-Pferd machten.
Witzigerweise wurde der Film mit Brad Pitt auf Malta und nicht in der Türkei gedreht, weshalb die Macher wenigstens das im Film verwendete Pferd der Stadt schenkten, es steht jetzt am Hafen von Çanakkale.

Das Pferd zum Film

Assos war einfach unglaublich- die kleine Stadt zieht sich einen Hügel hinauf, mit dem Auto nicht befahrbar. Die kurvige Straße wird gesäumt von Händlern traditioneller Gewürze, Dufte und Schmucks, der Colaautomat wirkt fehl am Platze. Die Ruinen der alten Bauwerke befinden sich auf der Bergspitze und von dort hat man einen unglaublichen Blick aufs Meer. Wir konnten uns gar nicht satt sehen und genossen die Sonne.

Die Ruinen auf dem Berggipfel von Assos ...und der Blick nach unten!

Anschließend besuchten wir die Stranpromenade, ebenfalls nur zu Fuß begehbar, und probierten das traditionelle Eis aus Schafsmilch. Der Händler machte aus frischem Teig Waffeln in einem Eisen, in die er das Eis füllte. Die warmen Waffeln mit dem Eis- ein Traum!

Assos- Andrea (3.v.l.) mit dem typischen Eis

Wir tranken noch einen perfekten türkischen Kaffee mit einer typisch türkischen süüüßen Süßigkeit in einer kleinen Bar, an der man sich eine Liege auf einem Steg oder eine Hängematte darunter mieten konnte. Außerdem konnte man dort sein Zelt aufbauen, Dusche und Klo gab es auf dem Dach, ein Deluxe-Hippie-Traum. Ein solchen Gefühl von Zufriedenheit findet man wohl nur an wenigen Orten der Welt- Assos gehört dazu!
Am vorletzten Nachmittag machten wir Batik-T-shirts mit verschiedenen Techniken, am letzten "Effegies": wir wurden in 2er-Teams eingeteilt und sollten uns gegenseitig das Gesicht anmalen. Der Angemalte suchte sich selbst aus, was er werden wollte, und der andere sollte es machen. Ich wurde Dracula und versuchte mehr oder weniger gut aus meiner slowakischen Partnerin mich selbst zu machen (ist aber auch ne blöde Idee, wie soll ich bitte mich selbst malen??).
Danach gingen wir in einen kleinen Laden hinüber und erschreckten den Verkäufer. Die Farbe trocknete leider ziemlich schnell, was sehr unangenehm war, aber die Aktion selbst war total witzig und regt die Kreativität an.

Effegies: Geisha, "Ich" und Dracula Hidir, Gözde und Mert

In der freien Zeit erkundeten wir die Stadt, die kleinen Bars in den engen Gassen, den riesigen Markt ("original" Chucks für 15 Euro), den Osnabrück-Park (oh ja, Osnabrück und Çanakkale sind Partnerstädte), die Brücken und Kanäle mit den kleinen Booten, die Innenstadt... Wir besuchten Burcins Oma, die uns Tee machte und so wunderbar herzlich war wie es mir in der Türkei so häufig begegnet ist. Die Menschen sind viel wärmer und näher, nicht so kalt und mechanisch. Man hat das Gefühl, dass der Monetarismus hier noch nicht so weit gekommen ist; die Familie steht an erster Stelle und Menschlichkeit geht über alles. Ich habe mich trotz meiner Krankheit, die mir den Atem nahm, unglaublich wohl gefühlt.
Am letzten Abend gingen wir aus, um in einer Bar zu feiern. In einer Rockbar spielte eine Band, die in der ganzen Türkei berühmt ist, aber aus Çanakkale kommt. Sie waren wirklich ziemlich gut! Nach einer Weile zogen wir weiter in eine Dachbar mit Blick auf den Bosporus. Bei EFES-Bier kamen wir uns alle in den Gesprächen näher, ich unterhielt mich vor allen Dingen mit Burcin und Gözde, konnte mit den beiden wie mit alten Freunden reden. Sie waren auf so natürliche und ehrliche Weise freundlich, wie man es in Deutschland selten erlebt; erfrischend und befreiend irgendwie.

Abschiedsparty in der Rock-Bar

Der Abschied kam viel zu schnell, morgens in den Bus, zusammen mit Andrea und Cristina aus Bukarest, die allerdings einen Flug vor uns hatten. Mit dem beiden hatten wir die meiste Zeit verbracht; besonders die spitzzüngige Andrea war mir mit der Zeit sehr sympatisch geworden. Witzigerweise arbeiten beide in der gleichen Organisation wie Chloé aus Predeal. Wir versprachen, sie bald zu besuchen.
Am Flughafen in Bukarest wurden wir von unserem Mentor "Catalin 2" abgeholt und nach Hause gebracht, sehr nett, wenn er mir auch etwas leid tat, weil er von Catalin, dem Koordinator, ganz schön rumgeschickt wird.
Bei einer rumänischen Bier erzählten wir unseren türkischen Freunden von unseren Erfahrungen und müde nach der traumhaften Woche fielen wir anschließend zurück in unsere rumänischen Betten.

Burcin, Tania (Griechenland), ich und Gözde

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