Venedig
Voller Eindrücke der tollen Stadt schlief ich mehr oder weniger gut auf den Eisensesseln am Flughafen, neben einigen anderen, die einen frühen Flug nahmen. Fast hätte ich mich mit den Zeiten vertan, zum Glück erwischte ich meinen Flug aber noch.
In Bukarest fand ich nach einigem Hin und Her zum Haus von Chloé, die mich sehr herzlich aufnahm. Auch den WG-Zuwachs aus Deutschland, Schottland und Österreich lernte ich kennen.
Abends kamen die anderen Freiwilligen und 2 Ehemalige vorbei. Einer davon, Paolo (aus Italien), war erstmal sprachlos. Dann: "Du hast mit mir am Flughafen geschlafen! Wir waren im gleichen Flugzeug!" Wie krass, dass wir uns dann in dieser WG wiedertreffen! Solche Zufälle hätten mich früher total umgehauen, aber jetzt war es fast schon normal! Also schon unnormal, und vor allem, was für ein Zufall, Bukarest ist nicht gerade klein!
Und auch Andrea und Cristina aus Canakkale traf ich hier wieder, die Welt ist klein! Aber ich wusste ja, dass sie in Chloés Organisation arbeiten.
Die anderen waren auch sehr nett, der Abend war wunderbar und natürlich international.
Am nächsten Tag mussten die anderen arbeiten; ich schlief lange, erschöpft von der langen Reise. Anschließend fuhr ich zum Flughafen, denn ich erwartete Besuch aus Deutschland- Chrissy, Julia, Anneke, Anna und Tessa kamen mich für eine Woche in ihren Herbstferien besuchen! Nachdem der Flug 2 Stunden Verspätung hatte, mussten wir zur letzten U-Bahn rennen, sprangen über die Absperrung und kamen so noch ins Stadtzentrum.

Julia, Anna und Anneke in der Bukarester U-Bahn
Nach einem Bier und etwas zu Essen fuhren wir aber wieder zurück- die Mädels waren müde von der Reise.
Am nächsten Tag besichtigten wir ein bisschen Bukarest, dann der Abschied von Chloé und den anderen, die uns netterweise eine Nacht aufgenommen hatten, trotz offensichtlichen Platzmangels.
Wir nahmen den Bus zurück nach Râmnicu Vâlcea, wo die 5 meine Mitbewohner kennen lernten. In den Tagen hier zeigte ich ihnen die Stadt, den Markt, die Second Hand Shops, einige Bars und Cafés und das gute rumänische Gebäck, von dem sie gar nicht genug kriegen konnten.

Ein Haufen Leben in Râmnicu Vâlcea
Wir kochten zusammen und tauschten uns aus, auch wenn ich am Anfang das Gefühl hatte, die ganze Zeit zu reden. Ich entwickelte auch irgendwie einen Gluckeninstinkt, passte die ganze Zeit auf und wurde schließlich Mama genannt, haha. Meinem Rumänisch jedenfalls tat es sehr gut.
Am Wochenende mieteten wir ein Hostel in Sibiu, weil ich ihnen auch eine schöne rumänische Stadt zeigen wollte (Valcea und Bukarest bieten sich da eher nicht an). Ich rief Tobias spontan an, und tatsächlich war er in Sibiu am Wochenende! Nach dem Abendessen trafen wir uns mit ihm und er zeigte uns das Propaganda, eine urige Kellerkneipe für Studenten mit Spezialgetränk Jägermeister in verschiedenen Variationen.

Chrissy und Dracula (Sibiu)
Nach einer Weile kamen einige Erasmus-Studenten, die Tobias kannte und mit denen ich mich sofort super verstand. Besonders mit Ditske aus Holland stimmte die Chemie vom ersten Moment an.
Die Mädels trafen ein paar Skater und unterhielten sich mit denen; ich zog mit Tobias und den Erasmussern weiter in einen kleinen Club.

Tessa und Anna in Sibiu
Nach einer Weile wurden meine Magenschmerzen, die ich schon den ganzen Tag hatte, immer stärker; ich ging gegen 3 ins Hostel zurück, um den anderen den Spaß nicht zu verderben.
Am nächsten Tag hatte ich die ganze Zeit Magenkrämpfe, ließ mich aber nicht daran hindern, Sibiu zu genießen. Tobias zeigte uns ein wunderschönes Café, in dem es alles an Kuchen, Gebäck und Ähnlichen zu günstigen Preise gab. Ich blieb bei Getränken und ärgerte mich, die anderen genossen Ciabatta und Kuchen. Aber ich kann ja schließlich jederzeit wieder kommen!
Am Nachmittag hatten die Erasmusser eine "Globale Village" auf dem Piata Mica geplant; wir kamen dazu und ich brachte deutsches und holländisches Bier mit, dazu deutsche Schokolade. Ditske, die einzige Holländerin, freute sich sehr. Meine Kinder wollten lieber noch ein bisschen die Stadt ansehen, ich blieb und stellte Holland vor, wenn Ditske gerade nicht da war. Die Leute interessierten sich für die Länder und die Unterhaltungen waren wirklich interessant.
Plötzlich stand Joscha da, das Geburtstagskind vom letzten Mal Sibiu. Deshalb hieß der Artikel auch "mit Folgen", AhA! So ist das nämlich.
Er zeigte seiner Tante und Cousine die Stadt, er arbeitet in einem Zigeuerdorf in der Nähe. Spontan beschlossen wir, ein Projekt zusammen dort zu machen, weil ich erzählte, bei uns gehe zur Zeit nicht so viel. Mit den 3en ging ich noch zum Markt und sie beschlossen, uns in das Restaurant zu begleitet, das wir am Abend besuchen wollten. Wir fanden die anderen auf dem Piata Mare und gingen in den "Weinkeller", der von einem Deutschen betrieben wird und in dem es sowohl deutsche als auch rumänische Spezialitäten gibt und rumänischen Wein.
Wir verabschiedeten und anschließend und ich brachte die Mädels zum Zug nach Bukarest. Sie bedankten sich 1000 Mal und ich war froh, dass sie eine tolle Zeit gehabt hatten.

Es war sehr schön <3
Für mich war es irgednwie seltsam: Schön, die Freunde wieder zu sehen, ihnen das Land zu zeigen, von dem zu erzählen, was ich erlebt habe. Aber auch komisch, alt und neu, mein deutsches und mein rumänisches Leben so zu vermischen. Irgendwie kann ich die Frage nicht eindeutig beantworten: Hier hört alt auf, da fängt neu an... Und wo bin ich??
Auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.
Mit Ditske blieb ich noch in einer Bar bis um 2, dann nahm ich meinen eigenen Zug zurück nach Valcea. Den Sonntag hielt ich gemütlich- Mama sein ist anstrengend ;)
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