Să ne rock!

România pentru un an- Rumänien für ein Jahr!

Mirrors on the ceiling, the pink champagne on ice, and she said "We're all just prisoners here of or own device..."

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Dienstag, 20. Oktober 2009

Letzte Chance für 'n Sprung in Acapulco

Nach einer grandiosen Abschiedsparty musste ich leider viel zu früh aufstehen (7 Uhr), um meinen Bus nach Tschechien zu bekommen. Am Bahnhof in Vâlcea lernte ich einen netten Typen etwa Ende 40 kennen, der spanisch sprach und auch gerade auf dem Weg dahin war, nach Spanien, um zu malochen. Er erzählte mir eine Geschichte, wie man sie hier häufig hört: Weil er in Rumänien als Konstrukteur nicht genug verdienen konnte, ging er nach Spanien, war dann natürlich wenig zu Hause und hat Frau und Kind an einen anderen verloren.
Das ist wirklich eine katastrophale Situation hier. Ein Beispiel: Ein Grundschullehrer verdient etwa 300 Euro im Monat. Jetzt kann man sagen, es ist ja auch billiger, hier zu leben; aber das steht leider in keinem Verhältnis. Es ist billiger, die meisten Sachen, ja, aber nicht enorm billiger. Mit 300 Euro im Monat eine Familie zu ernähren, Miete zahlen etc.- so gut wie unmöglich!
In Sibiu musste ich eine, in Arad 2 Stunden auf den Anschlussbus warten. Außer mir fuhr nur noch eine andere Frau nach Brno, der zweitgrößten Stadt Tschechiens, die zum Glück super Englisch sprach. Sie besuchte dort einen Freund, den sie über das Computerspiel World of Warcraft kennen gelernt hatte. Verrückt, das die sich einfach eine richtige internationale Freunde-Community aufbauen!
Überhaupt war der Bus voller Geschichten! Da war der Student aus Dresden, der eigentlich in Cluj Erasmus machen wollte, sich aber nicht eingliedern konnte und deshalb zurück fuhr; der Rumäne, den seine Freundin verlassen hatte, und der jetzt Abstand von allem brauchte; und schließlich Felipe aus Brasilien, der in London studierte und jetzt einen RoadTrip durch Ost- und Mitteleuropa machte: Sofia-Bukarest-Budapest-Bratislava-Prag.

Felipe aus Brasilien

Er war gerade auf dem Weg nach Budapest, als ich ihn kennen lernte.
Ich unterhielt mich die ganze Zeit mit ihm und Claudia, der Computer-Frau aus Sibiu. Nach Budapest dann erstmal schlafen (von der Slowakei habe ich genau nichts gesehen, haha); 20 Stunden Busfahrt machen dich ganz schön fertig!
Bei der Ankunft trafen wir Claudias Bekannten, der mich in einen Zug nach Choceň setzte um halb 5 morgens. Er war der Überzeugung, die Stadt gebe es gar nicht; zum Glück gab es sie aber doch.


Die Schule (rechts) in Kostelecké Horky
unser Heim für 2 Wochen

Ich erreichte sie um halb 7 morgens und machte mich auf die Suche nach der Bushaltestelle. Nach ewiger Sucherei und dank des Universalwortes "Autobus" fand ich die Haltestelle. 2 Stunden saß ich da, bis mir auf tschechisch erklärt wurde, der Bus nach Kostelecké Horky fahre erst um 12. Bis dahin saß ich erstmal in einem Café, wo ich mir erstmal die Zähne putzte.
Angekommen in dem kleinen Kaff bestaunte ich erstmal die menschenleere Straße. Die alte Schule, in der wir wohnten, wirkte trotz der Armee-Betten gemütlich, bunt und hell.
Schlafräume

Außer mir waren nur Andrey aus der Ukraine und einer unserer Trainer, Duzan, schon angekommen. Ich duschte erstmal und schlief mich aus; in dieser Zeit kamen die anderen an.
Mit Merlind, der anderen Deutschen, eher still und zurückhaltend, erkundete ich anschließend das Dorf. Sehr klein, sehr idyllisch, wirklich abgeschieden. Kein Supermarkt, keine Bar, 150 Einwohner.

Amira in der Küche

Abends kochten wir alle zusammen und ich lernte alle kennen. Der bunteste Mix begegnete mir am Esstisch: 2 Deutsche, die 2 tschechischen Trainer, 1 Holländer, 2 Polinen, 1 Südkoreanerin, 1 Ukrainerund 1 Kanadierin, die ab nächstem Jahr in Deutschland Au-Pair macht. Mit dem Holländer begann schon am ersten Abend eine wunderbare Hassliebe; natürlich feindeten wir uns als Nachbarn die ganze Zeit an, nur so aus Scheiß; es gibt wirklich gute Witze über Holland! Beispiel: Was kriegen Holänder, die 3 mal durch die Führerscheinprüfung fallen? Antwort: Ein gelbes Nummernschild!

Perfect Match: Joris und Puzitac

Leider fiel Joris aber dann doch auf, dass mein Vorname aus dem Holländischen kommt, lalala...
Mit ihm und der Kanadierin Amira verstand ich mich am besten, aber insgesamt war die Stimmung sehr gut, alle verstanden sich miteinander, 2 sehr harmonische Wochen.
Die Arbeit begann am nächsten Tag. Aufstehen immer um 8, um Viertel nach 9 geht die Arbeit los. 7 Stunden Arbeit pro Tag, geteiltes Kochen. Wir arbeiteten an der Schule und vor allen Dingen auf der benachbarten Farm, dem "Blue Stone House".

Gosia, Hyien und Natalia am Blue Stone House


Zäune bauen: Andrey und Ben

Dort arbeitete auch der EVS-Freiwillige Benjamin aus Frankreich, mit dem wir uns alle gut verstanden und nach dem Tagwerk Volleyball spielten oder Pflaumenkuchen backten.

Frédéric, die Vogelscheuche

Das klingt so nach guter, heiler Welt, besonders, wenn ich jetzt anfange vom Ziegenmelken und Äpfelpflücken zu sprechen- aber irgednwie war es das auch, eine ländliche Idylle, kein Stress, harte, aber sinnvolle und erfüllende Arbeit und witzige Abende. So hatten wir so genannte "National Evenings", die jeweils von mehreren vorbereitet wurden. An einem Abend lernten wir französische Tänze, an einem anderen brachte ich den anderen einen Mallorca-Hit bei. Das Ganze wurde stets begleitet von bekloppten Kinderspielen wie Äpfel mit dem Mund aus einer Wassereimer angeln oder Reise nach Jerusalem. Alkohol gab es so gut wie nie, höchstens mal ein Bier am Lagerfeuer, über dem wir Brot, Würstchen und Käse grillten.

ZIEGEN (!!!) melken mit Joris (hinten)

Wie ein Urlaub im Ferienlager, nur mit mehr Arbeit. Und verdammt viel Spaß!
Auf dem Anhänger das Heu zur Farm bringen, Holz hacken (wird auch zur Aggressionsbewältigung eingesetzt übrigens), Ziegen melken, Schafe einfangen, Zäune bauen,... Es gab kaum eine Arbeit, die kein bisschen Spaß gemacht hat. Selbst Ziegenstall ausmisten kann witzig sein, wenn man von einem Franzosen unterhalten wird und nebenbei noch tschechische Vokabeln lernt.

Heu fahren mit Hyien, Andrey und Gosia

Die Abende im Blue House waren auch sehr schön; mit Tee am Ofen sitzen in dem alten Bauernhaus, während es draußen dunkel wird... Irgednwie bin ich doch ein Landkind.
Einen Tag fuhren wir in eine nahe Stadt, um ein Schloss zu besichtigen und an einem anderen lernten wir, selbst Kerzen zu machen und Teppiche zu weben. Zugegeben, letzteres war nicht so besonders spannend.



Ausflug: Skulpturengarten, Schloss und Altstadt



Die ganze Zeit war ich so voller Energie nach der langen Ruhephase in Rumänien. Klar, die Wochenenden sind anstrengend, aber seit das Projekt so lahm läuft, geht in der Woche fast nur chillen. Es war echt eine Umstellung; aber nach ein paar Tagen fühlte sich Erschöpfung endlich wieder gut an. Und die Sonne schien fast die ganze Zeit.

Gosia und Amira <3

Die Nacht vor meinem Abflug aus Prag verbrachte ich bei Betka, einer Mitarbeiterin der Organisation, und der Abschied vom Blue Stone House fiel mir wirklich schwer. Anfang November komme ich nochmal- ich kann's kaum erwarten! Und im Frühling gibt's ein Wiedersehen mit dem Crazy Canadian girl, dem Crazy Dutchman, dem Crazy Ukranian Hunter, den Crazy Polish girls und allen anderen. Ach ja, Ben und Duzan- es steht noch eine Kicker-Revance an! Wir geben uns nicht so einfach geschlagen, nachdem ihr uns in einem blutigen Match knapp geschlagen habt. German-Canadian-Team ROCKS!

Und noch ein paar Videos aus dieser genialen Zeit!!!


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