Să ne rock!

România pentru un an- Rumänien für ein Jahr!

Mirrors on the ceiling, the pink champagne on ice, and she said "We're all just prisoners here of or own device..."

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Samstag, 12. Dezember 2009

"GREAT to see you again!!"- EVS-Freundschaften (Herbstreise Teil 1)

Ich bin wieder da!
Vom 31.10. bis zum 9.12. dauerte sie, meine Reise im Herbst, die mich durch 5 verschiedene Länder und vor allem zu vielen verschiedenen Menschen führte.
Angefangen hat es am 31.10., einem Samstag, unserem ersten offiziellen Herbstferientag. Ein Tag nach dem Seminar und der Afterparty erstmal ausschlafen, um 2 sollte mein Bus nach Sibiu fahren, von da aus wollte ich nach Arad. Aber natürlich- mein Bus fährt nicht, erst um 3, zu spät! Also mit dem Riesen-Rucksack bei etwa 20 Grad (Spätsommer kommt immer zur falschen Zeit!) auf zur Autostrada, Trampen, zum ersten Mal alleine. Ist allerdings recht unproblematisch, der Typ bringt mich sogar bis zum Bahnhof.
In Arad angekommen werde ich von Mart abgeholt, dem abgedrehten Estländer mit dem versautesten Humor der Welt- einer der coolsten Leute, die ich hier kennen gelernt habe!
Bei ihm in der Wohnung sind noch jede Menge andere Freiwillige, aus Craiova und den Nachbarkäffern. Nach ein bisschen Bier und Wein und Wiedersehensstimmung machen wir uns auf zu einer Bar in der Nähe. Wir trinken ein Bier, treffen andere Freiwillige und ziehen dann weiter zu einem neuen Edel-Club. Drinnen sind alle krass gestylt, es ist Halloween, das scheint in Rumänien ein Wettbewerb darum zu sein, welche Frau am wenigsten anhat. Die Gewinnerinnen sind zwei Mädels, die ohne Scheiß in Unterwäsche in die Disko kommen (!)- Bh und Slip, reicht ja auch.
Sabine aus Lettland und ich gucken Leute, haben aber nicht so recht Lust auf den Club- die anderen sind größtenteils ziemlich betrunken und tanzen zu 90er Musik, wir möchten nach ein bisschen Tanzen lieber noch ein Bier trinken, was in dem Schuppen fast unbezahlbar ist, gerade am Ende des Monats (das billigste Bier kostet 8 Lei, 2 Euro!!). Wir gehen zurück in die andere Bar, ein alternativer Keller-Club mit rockiger Musik und Billiardtisch. Wir trinken Cherry und spielen Billiard (sie zieht mich gnadenlos ab) und Tischfußball (SIEG!). Irgednwann gegen 5 kommen die anderen, Mart ist total fertig und Sabine, ich, er und noch ein paar andere fahren nach einiger Zeit zurück. Um 6 kommen dann auch die anderen, wir schlafen bis etwa 11 weil in einem Raum mit 12 Leuten natürlich irgednwer schon nach 5 Stunden Schlaf wieder Redebedarf hat (grrr!).

Mit Meike und Bier
Love is in the air- Reinis und Mart



Reinis, Sabine, Mart (Dreamteam) -lovely crazy people!!
Chicas (in loving memory of Charly then Unicorn part 2: "Blllllll!!")


P-p-p-p-PARTY

Ich sage tschüss zu allen, Mart sagt "Bye, Stella"- er und Reinis aus Lettland haben mich nach einem schwedischen Pornostar benannt- und dann gehts mit Reinis per Autostop nach Sântana, dem Kaff in der Nähe, wo er wohnt und sein Projekt hat. Er und Mart sind echt ein Duo- er disst Mart die ganze Zeit damit, dass Estländer so langsam seien (sie SIND es- zumindest Mart) und nachdem ich ihn via Wikipedia über die Suizidraten-Top-10 auf der Welt in Kenntnis gesetzt habe (Lettland Platz 1!) kontert er damit. So viele schräge Typen gibt es einfach nur beim EVS!
In Sântana rufen wir Felix an, den ich hier besuchen wollte (ich wusste gar nicht, dass Reinis und Tony aus meinem on-arrival-Training hier auch ihr Projekt haben). Wir treffen ihn auf einem Sportplatz am Rand des Dorfes, wo er und die anderen aus seinem Projekt (eine Deutsche, eine Lettländerin und ein Isländer) sich mit einigen Dorfkindern getroffen haben, um Baseball zu spielen. Viele der Kinder sind aus einem deutschen Kinderheim und sprechen deshalb meine Muttersprache, einige der Älteren können ziemlich gut Englisch, ich bin beeindruckt! Ich spiele mit und bin besser als Felix, der den Ball nicht trifft- gut, dafür rennt er schneller als ich. Die Regeln kennt keiner so ganz genau, wir glauben den Kids einfach. Als es dunkel wird, gehen wir zurück- trotz der Kälte war der Nachmittag schon mal super!
Abends hängen Felix und ich mit Reinis und Tony ab- aus irgendeinem Grund verstehe ich mich auf einmal super mit dem Deutschen, der mich beim On-Arrival-Training fast wahnsinnig gemacht hat.
Am nächsten Tag haben die anderen zu tun- ich schaue mir in Ruhe das Dorf an. Als ich mich mittags in ein kleines Café setze und Kaffee trinke, treffe ich sie wieder, wir gehen bei einem Second Hand Shop vorbei (wo ich ein neues Jack&Jones T-shirt für 75 Cents, also 3 Lei, kaufe) und dann nach Hause. Die 4 wohnen in einem Waisenhaus mit ein paar Kindern zusammen, haben aber ihren eigenen Teil des Gebäudes mit Zimmern und Bad. Das Essen bekommen sie von der Köchin, rumänisches Essen, geil! Also das ist alles immer ziemlich lecker, Suppe und Hauptgericht, manchmal noch so kleine Kuchen oder sowas, yummy! Die Kinder sind süß, aber weil die meisten geistig behindert sind und selbst auf rumänisch nicht richtig reagieren, ist es wohl schwierig für die Freiwilligen, einen richtigen Draht zu ihnen aufzubauen. In der Gruppe herrscht aber sowieso eine komische Stimmung, irgednwie scheinen die 4 sich gerade erst kennen gelernt zu haben anstatt dass man merkt, dass sie schon seit 2 Monaten zusammen leben und arbeiten. So ein distanziert-freundliches Verhältnis habe ich noch nie in einer EVS-Gruppe erlebt und so richtig wohl fühle ich mich da nicht. Willkommen auch nicht. Ich bin froh, dass wir abends wieder bei Reinis und Tony sind. Ich bekomme sogar eine Massage und eine eigene Dreadlock von Felix, der merklich auflebt in der Gruppe. Und ich kann endlich wieder normal sein und nicht so seltsam schüchtern-zurückhaltend-übertrieben-freundlich. Die Gruppenatmosphäre in Felix' Gruppe schüchtert mich echt ein! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die damit so glücklich sind...
Der Abend, beziehungsweise die Nacht, endete recht plötzlich mit einem Blick auf die Uhr: Auf einmal ist es 5 geworden, keiner hat damit gerechnet. Ich selbst habe iregdnwas zwischen 11 und 1 geschätzt. Wir gehen also zurück, klettern über das abgeschlossene Tor (naja, Felix macht mir eine gute alte Räuberleiter und klettert dann mühelos selbst rüber, ähem).

Held! (Felix)


Felix' Kollegen von hinten (!) mit der "Gay Ruin" ("it's not straight!")




Tony und Reinis (Hausmänner)

Am nächsten Mittag trampe ich zurück nach Arad; alle Autos wollen nach Arad von Sântana, also nimmt mich schon das zweite mit. Ich gehe in die Apotheke, um mir Hustensaft zu kaufen (dreckige Mandeln ey) und treffe auf einmal Mart und Sabine. So ein Glück, ich muss mir also keine Credits fürs Handy kaufen, um sie anzurufen! Ich gehe mit ihnen zu Marts Wohnung und wir essen Gemüse-Nudel-Kartoffelsuppe aus den Resten, die noch im Kühlschrank sind- das Ende des Monats eines EVSlers. Ich gebe den beiden eine Schachtel Zigaretten aus, sie freuen sich, ich dusche noch schnell ohne schwanger zu werden (haha, ich habe Marts Handtuch benutzt und schließlich hat das ja schon seine GENITALIEN berührt- ich sag ja der Junge hat einen schrägen Humor) und mache mich dann auf den Weg zur Autogara, dem Busbahnhof, um nach Prag zu fahren. Der riesige Rucksack ist schon manchmal nervig auf der Reise, wenn man die ganze Zeit den Ort wechselt...
Der Bus kommt spät, ich erfriere fast, zum Glück kann einer der Kontrolleure Englisch der mir Bescheid sagt, sodass ich im Warmen warten kann.
Die Busfahrt ist erstmal nicht weiter spektakulär, ich schlafe ein bisschen. An der Grenze wollen die Typen wieder Geld- ich habe keinen Bock auf den Dreck und gebe nichts, viele andere auch nicht. Da machen sie ihre Drohung wahr- eine ganze Stunde müssen wir warten, dann Ausweiskontrolle, wieder warten, Gepäckkontrolle- 2 Uhr nachts, alle raus aus dem Bus in die Eiseskälte, Gepäck abholen und einzeln Kontrollieren. Ich sage "Nu am nici tigari, nici alcohol- nimic!" (Ich habe weder Zigaretten noch Alkohol, nichts)- die Grenzer sind Rumänen und glaube mir, ich muss meinen sorgsam gestopften Rucksack nicht auspacken. Ich habe mich mit einem Tschechen angefreundet während der Warterei, der mit einem ähnlichen Rucksack reist und deshalb prompt als mein Ehemann durchgeht.
Als wir nach Brno kommen, liegt Schnee- der ersten, den ich dieses Jahr sehe! Schön, aber ich schlafe lieber noch ein bisschen. In Prag sind wir gegen 7 Uhr morgens, kein Schnee, schade. Der Tscheche bemüht sich um Konversation und lässt sich lange über eine berühmte Selbstmordbrücke aus- nett, irgednwie verfolgt mich das Thema. Der seltsame Händedruck beim Abschied ist typisch tschechisch und irgednwie kalt im Vergleich zu dem ganzen links und rechts Geknutsche, aber der Typ ist definitiv nett.
Ich also zum Bahnhof, frage nach einem Direktzug nach Chocen, kriege ein Ticket und eine Uhrzeit, fahre mit dem Zug nach Brno weil er nicht in Chocen hält und muss wieder zurück, neues Ticket, habe 3 Stunden verloren und damit den ersten von 2 Bussen verpasst, der nach Kostelecke Horky fährt, zum Blue House, zu Ben. Ich warte wieder im gleichen Café wie beim letzten Mal, der Bus kommt schließlich um 5 und bringt mich direkt zum Blue House. Im Dunkeln tapse ich durchs Tor mit meinem Gepäck, ein Licht geht an- hey, da bist du ja. Juhu, angekommen, herzliches Willkommen. Tee mit Ben und Mirek, Ben geht duschen und Mails checken, ich rede mit Mirek, der trot Englischprobleme begeistert von seinen Tramptouren durch Polen und Deutschland berichtet. Als Ben zurückkommt, ist er überrascht, den schweigsamen Mirek so gesprächig zu erleben. Ich glaube, Schweigsamkeit ist bei der Organisation das wichtigste Aufnahmekriterium.
Am nächsten Morgen endlich wieder- Ziegen melken, juhu! Wir misten noch die Ställe aus nach der morgendlichen Routine und erledigen andere Arbeiten. Ich rede die ganze Zeit und versuche, Ben mit Fragen aus der Reserve zu locken. Das klappt auch ganz gut, er ist einfach nicht mehr an viel Gesellschaft gewöhnt, hat 3 von 4 Wochenenden im Monat frei und das letzte eben im Blue House verbracht. Die Leute von der Organisation sind entweder kaum da oder kaum gesprächig. Ich sehr, fühle mich quicklebendig an der frischen Luft und während der verschiedenen Arbeiten und Ben scheint das nicht zu nerven, im Gegenteil sagt er, die Arbeit macht ihm viel mehr Spaß als wenn er sie alleine macht.
Am Wochenende fahre ich nach Prag, treffe Anna aus meinem Projekt, die gerade eine eigene Europatour macht, Freunde besuchen, ähnlich wie ich. Wir couchsurfen zum ersten Mal zusammen, bei einem riesig netten Pärchen, einer Tschechin und einem Nigeriander, haben ein eigenes Zimmer und einen eigenen Schlüssel. Wir erkunden Prag, 8 Stunden laufen wir herum, bevor wir uns ein wohlverdientes Bier gönnen- frisch gezapft, natürlich. Bier ist in Tschechien billiger als Wasser, im Restaurant etwa die Hälfte des Preises für die doppelte Menge!
Prag ist schön, wir sehen den Letna-Park, die Charles Bridge, Opern und die Altstadt, das Schloss in den Weinbergen, die Innenstadt, die Touristenmeile und und und. Abends will uns unser Gastgeber eine Freude machen und uns Prags beste Disko zeigen- mit Anstellen und Gesichtskontrolle ("DU kommst hier nicht rein!") und so weiter. Wir haben keine Lust auf fancy Protzdisko und auf den Eintritt schon mal gar nicht, er ist ein bisschen beleidigt, wir fahren aber in einen anderen Club, kleiner, nett, es gibt eine Retro-Area, die wir aufsuchen. Der Abend ist nett, nur ein bisschen anstrengend, weil wir quasi gezwungen werden, Spaß zu haben. Aber er wollte uns wahrscheinlich echt einfach einen Gefallen tun.
Am nächsten Mittag nehme ich den Zug zurück nach Chocen. Da am Wochenende keine Busse nach Kostelecke Horky fahren (150 Einwohner, man erinnere sich, hatte ich mit Ben einen genialen Plan ausgearbeitet: Von Chocen sollte ich einen Bus nach Plchufki nehmen, dem übernächsten Dorf, und dann über Plchovice nach Kostelecké Horky gelangen. Der Bus fährt aber erst wieder um halb 5, es ist 3, als ich ankomme. Also organisiere ich den Rückweg à la ich: Zur Straße in Richtung Plchovice und Trampen. Die Straße ist lang und mit einem traurigen Gesichtsausdruck bewaffnet denke ich, das geht fix. Allerdings bin ich an Rumänien gewöhnt, wo man nie lange wartet, bis jemand hält. Die Tschechen, zumindest die Dörfler, scheinen nicht an Anhalter gewöhnt und es dauert relativ lange. Dafür werde ich von einem schicken VW mit Ledersitzen mitgenommen, die Frau spricht Englisch und von Plchovice sind es nur etwa 20 Minuten, sodass ich gegen 4 wieder im Blue House bin. Ben würde bis Montag Mittag in Prag bleiben, er besucht Freunde, also ist die abendliche und morgendliche Routine mein Job- ich hab das ja schon ein paar mal gemacht. Trotzdem ist meine einsame Nacht im Blue House ein bisschen gruselig. Das Ziegen melken alleine ist schwieriger, viiiel schwieriger als zusammen, ich schwitze und bin wütend auf die Ziege, die immer wieder abhaut. Kaninchen füttern, Ziegen und Schafe, Hühner, Eier einsammeln, Ziegen rausbringen, Milch filtern. Es dauert länger als zu zweit. Mittags koche ich, Ben kommt gut klar mit dem Zwangsvegetarismus, nachmittags graben wir um.
Die Zeit im Blue House vergeht wie im Flug; um halb 8 stehen wir auf, Frühstücken, kümmern uns um die Tiere, erledigen verschiedene Arbeiten bis zum Mittagessen, nach einer kurzen Mittagspause geht's weiter, gegen halb 5, 5 wird es dunkel und wir gehen rein. Die Abende sind entspannt- mal ein Bier, wir machen ein Puzzle und unseren eigenen Joghurt aus Ziegenmilch, kochen Sachen aus dem eigenen Garten (zB Kürbissuppe, mjamm mjamm) oder unterhalten uns. Nach Prag ist Ben gesprächiger, wir verstehen uns super, die Arbeit macht Spaß. Viel zu schnell ist es Freitag, er fährt weg übers Wochenende, ich bleibe mit Betka bis Samstag (sie arbeitet auch in der Organisation), zum Abschied mache ich morgens Kaiserschmarrn, dann wieder Trampen von Plchovice mit ihrer Hilfe- sie fragt ein Pärchen, ob die mich mitnehmen. Zug nach Prag, ich treffe Veronika aus meinem Workcamp auf einen Kaffee, leider viel zu kurz, dann auf zum Flughafen.

Schneeeeee!!! (Bei Brno)



Rétourner le jardin- das ist ne scheiß Arbeit!!


Treuer Begleiter: Mikec


Frühreife Ziege sammelt erste (homo-)sexuelle Erfahrungen: Shorty und Zapp


Held der Arbeit: Benjamin Gaston Touzé (nein, das ist KEIN Klischee-Name!)



Aggressives Schaf (kicks ass- literally!)



Letna Park


Mit Anna in Prag



Prag



Auf der Speisekarte gelandet



Yeah! (in Prag)


Betka und Kaiserschmarrn im Blue House


Trampen zwecklos- kommt ja doch keiner vorbei!

In Rom nehme ich einen Bus in die Innenstadt und finde mit Metro und Bus mein Hostel. Ich treffe eine Türkin in meinem Zimmer, die mir von einer Präsentation an der spanischen Treppe anlässlich des Jubiläums der deutschen Einheit erzählt, ich hätte es gerne gesehen. Wir unterhalten uns gut, dann heiß duschen und schlaaaafen!
Denn am nächsten Tag geht's schließlich weiter nach Mompeo, zu meinem Workcamp Nummer 2!!!

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