ICH HAB DIE SCHALE!!!!
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Dienstag, 6. April 2010
...time is running out!
"Wo is' die Zeit, wo is' das Meer ?
Sie fehlt, sie fehlt hier.
Fragst mich, wo sie geblieben ist."
Sie fehlt, sie fehlt hier.
Fragst mich, wo sie geblieben ist."
Zurück in Tallinn, es ist kalt, gestern standen wir noch im T-shirt draussen. Jetzt ist es dunkel draussen, es ist still im Hostel, die Gäste sind ausgegangen mit den Mitarbeitern, ein einsamer Japaner sitzt im Gemeinschaftsraum am Computer und ich warte darauf, dass die Waschmaschine fertig ist. Tom kommt aus der Bar zurück, er lallt Unverständliches, ich zwinge ihn zum Zähneputzen, damit Sabine nicht im Schlaf erstickt.
Der Kühlschrank summt leise vor sich hin. Jonny und Maris kommen wieder, Jonny im gleichen Zustand wie Tom, Maris sauer. Tom kommt die Treppe hoch und kotzt in die Tiolette. Sabine wird diese Nacht nicht viel Schlaf finden. Sie wischt sein Erbrochenes von der Wand im Schlafraum.
Ja, ich habe Nachtschicht, von 20:00 bis 7:00, das zweite Mal diese Woche, dafür habe ich insgesamt nur 4 Schichten in 10 Tagen, habe den Samstag schon damit zugebracht, das Hostel in der Pikk Street von oben bis unten zu putzen. Die Arbeit ist diesmal mehr, also eher mehr Verantwortung, macht Spass, weil ich was lerne und mich ausprobieren kann. Die Arbeit liegt mir, ich lerne Menschen aus der ganzen Welt kennen, habe Spass mit den Mitarbeitern und anderen Volunteers.
Mit Sabine und später mit Alison (Chicago/Russland), Cal und einem Gast (beide Australien) auf den Russischen Markt nahe des Bhnhofs gehen, witzige oversize-Schlüpfer und russische Bücher (Cal kauft eins nur wegen des Titelbilds- er spricht kein russisch). Er und Adam sind neu im Hostel, beste Freunde auf Europareise, beide Aussies, also Australier. Die Southern Hemisphere hat die Oberhand gewonnen, Aussies und Kiwis überall (Kiwis= Neuseeländer). Als Deutsche krieg ich ne Menge Sprüche, aber nie böse gemeint oder so, es ist echt ne richtige Familie hier im Hostel und ich wurde sehr sehr herzlich wieder aufgenommen. Ich liebe die Leute hier.
Morgen habe ich frei, die Nacht wird wild! In letzter Zeit spielen wir abends immer Trinkspiele und aus irgedneinem Grund verliere ich jedes Mal, besondrs, wenn ich Nachtschicht habe. Insgesamt trinke ich aber um einiges weniger als letztes Mal (ja, Mama, wirklich!).

Trinkspiele (rechts: Cal). Tom hat uebrigens verloren ;D
Ich lerne ein paar Sätze auf estnisch, lese nachmittags viel, war heute bei der Post und habe noch ein paar Sachen nach Hause geschickt, damit die Leute von Ryanair nicht meckern von wegen Übergepäck. Vor ein paar Tagen war ich mit Tom in der Stadt beim Schlüsseldienst (der wegen Ostern geschlossen hatte), ich komme mehr raus als vorher, weniger schreien, mehr zuhören.
Am 10. geht es los nach Frankreich und danach endlich wieder nach BB! Ich vermisse Zuhause schon ziemlich mittlerweile, was mich aber nicht davon abhält, die Zeit hier zu geniessen! Ich freu mich auf euch!
Terviseks!!
Dienstag, 30. März 2010
...I'm wierd 'cause I hate goodbyes...
Das war's also. Heute war mein letzter Tag in Valcea. Die Sonne schien, die Straßen waren belebt, ich habe Finja den Markt gezeigt, den ich so liebe. Musik auf den Straßen, eine Band aus Peru in inidianischen Kostümen und spanischer Musik und eine Menge Erinnerungen. Ich habe eine Menge gelästert über diese Stadt, aber heute ist mir klar geworden, wie sehr sie mein Zuhause geworden ist in den letzten 8 Monaten. Ich habe mich von den Menschen hier verabschiedet, von der netten Frau in der Postzentrale, dem Losverkäufer, der so gut Türkisch spricht, der Frau aus dem Second Hand Shop, die sich freut, wenn ich mit ihr Französisch spreche. Ich war ein letztes Mal im Annabella, bei Boromir Pan Café, der Mann , der den Wasserverbrauch kontrolliert hat mir zum letzten Mal versichert, wie sehr sich mein Rumänisch verbessert hat.
Alle Menschen waren heute freundlich, der Mann, dem ich meinen Koffer gegeben habe, um ihn nach Bremen zu schicken, die Frau, die meine letzten Leis in Euros gewechselt hat, die Kinder, die uns auf der Straße Frühlingsblumen verkauft haben.
Gleich werde ich in ein Taxi steigen, in den Bus nach Bukarest, dort zum letzten Mal Metro fahren und das letzte Mal den Bus zum Flughafen nehmen. Nicht zum letzten Mal in meinem Leben, da bin ich sicher, aber zum letzten Mal für mein EVS. Sicher, im Juni komme ich nochmal wieder, aber es ist nicht das gleiche, ein kurzer Besuch, ein letzter Abschied, aber das Gefühl in meinem Bauch bestätigt es- meine Zeit hier ist zu Ende. Sie war nicht immer gut, aber sie steckt voller Erfahrungen, Erlebnisse, Abenteuer, die aus mir das gemacht haben, was ich jetzt bin. Und jetzt, kurz bevor ich entgültig abreise, erinnere ich mich an kleine Annekdoten, wie damals, als wir in der Casa de Cultura Billard gespielt haben, und als wir nach draußen kamen, entlud sich der Sommerregen über der Stadt und wir tanzten in den Pfützen und lachten, lachten, lachten...
Egal, wie oft ich diese Stadt verflucht habe, wie oft ich mich gelangweilt habe oder deprimiert war in den letzten Wochen, Monaten- sie hat mir eine Menge gegeben und viele meiner unschätzbaren Erinnerungen sind untrennbar mit ihr verbunden. Ich glaube, ich habe mal gesagt, dass ich zwar zurück nach Rumänien kommen will, aber nicht nach Vâlcea. Seit heute weiß ich aber, dass ich mit dieser Stadt verknüpft bin, seit dem Moment, als ich mich für das EVS beworben habe. Pa, pa, Vâlcea- la revedere!
Alle Menschen waren heute freundlich, der Mann, dem ich meinen Koffer gegeben habe, um ihn nach Bremen zu schicken, die Frau, die meine letzten Leis in Euros gewechselt hat, die Kinder, die uns auf der Straße Frühlingsblumen verkauft haben.
Gleich werde ich in ein Taxi steigen, in den Bus nach Bukarest, dort zum letzten Mal Metro fahren und das letzte Mal den Bus zum Flughafen nehmen. Nicht zum letzten Mal in meinem Leben, da bin ich sicher, aber zum letzten Mal für mein EVS. Sicher, im Juni komme ich nochmal wieder, aber es ist nicht das gleiche, ein kurzer Besuch, ein letzter Abschied, aber das Gefühl in meinem Bauch bestätigt es- meine Zeit hier ist zu Ende. Sie war nicht immer gut, aber sie steckt voller Erfahrungen, Erlebnisse, Abenteuer, die aus mir das gemacht haben, was ich jetzt bin. Und jetzt, kurz bevor ich entgültig abreise, erinnere ich mich an kleine Annekdoten, wie damals, als wir in der Casa de Cultura Billard gespielt haben, und als wir nach draußen kamen, entlud sich der Sommerregen über der Stadt und wir tanzten in den Pfützen und lachten, lachten, lachten...
Egal, wie oft ich diese Stadt verflucht habe, wie oft ich mich gelangweilt habe oder deprimiert war in den letzten Wochen, Monaten- sie hat mir eine Menge gegeben und viele meiner unschätzbaren Erinnerungen sind untrennbar mit ihr verbunden. Ich glaube, ich habe mal gesagt, dass ich zwar zurück nach Rumänien kommen will, aber nicht nach Vâlcea. Seit heute weiß ich aber, dass ich mit dieser Stadt verknüpft bin, seit dem Moment, als ich mich für das EVS beworben habe. Pa, pa, Vâlcea- la revedere!
Samstag, 27. März 2010
...beneath the milky twilight
Guten Morgen/Mittag/Nachmittag, liebe Menschen in der Heimat und der Ferne!
Da dieser Blog mittlerweile sowas wie mein öffentliches Tagebuch geworden ist, wird es Zeit für ein Update.
Ich bin heile aus Estland zurück gekehrt (ja, Mama) und wieder in Râmnicu Vâlcea. Die letzten Tage in Tallinn waren noch unglaublich verrückt, besonders Mittwoch- ST PATRICK'S DAY!!! Der irische Nationalfeiertag wird sowohl in den USA als auch in der "Southern Hemisphere" (Australien und Neuseeland in dem Fall) dick gefeiert- in England und Irland natürlich sowieso. Für mich war es das erste Mal und dementsprechend aufregend. Deshalb ist dieser Eintrag auch in grün- die irische Nationalfarbe!

St Patrick's!!!
Tom, Jonny, Daniel und ich gingen zu einem kleinen Second-Hand Laden um die Ecke um uns grün einzurichten. Jonny und Tom wählten jeweils ein grünes T-shirt plus Jacket, ich ein grünes Nici-Kleid im Nonnen-Style, Knöchellang, unglaublich weit und ohne Ausschnitt. Mit Nadel und Faden schaffte ich es tatsächlich, das gute Stück ein bisschen stylischer zu gestalten: kürzer, enger, ein paar kleine Details. Die grüne Party ging schon gegen halb 7 los im DRINK, denn es war Fish&Chips Abend, eine Portion plus Bier für etwa 3 Euro, solide. Ich bestellte nur Chips und bekam einen riesen-Teller Pommes, die anderen fanden mich ein wenig kurios.

Grüüüüün!!!!

Sabine, Renata, Ich
Wir spielten ein Trinkspiel namens King Cup mit einigen Gästen im Hostel. Wir hatten einen Neuankömmling, den Südafrikaner Chris, der nur für eine Nacht bleiben würde. Besonders Jonny und Tom gingen ziemlich ab auf den Abend, sprangen herum in ihren grünen Outfits plus Skiunterwäsche und spielten einen bekloppten Fake-Werbespot von WillFarrell ("GREEN TEAM", zu finden hier: http://www.funnyordie.com/videos/fa1420df1f/green-team-from-will-ferrell-adam-ghost-panther-mckay-and-john-c-reilly) nach und Chris schloss sich ihnen an. Nach einer Weile ging es natürlich wieder ins Drink, Jägerbombs, yess, good time, dann ins Nameta, also No Name, dancen, Spaß. Mit Chris kam ich gegen 5 Uhr zurück ins Hostel, gegen 6 ging er in sein Zimmer und ich in den Keller, wo die anderen schliefen (Micks Bett war frei, er wohnte jetzt im Pikk) und verbrachte ein paar kalte Stunden mit Schlafen, um am nächsten Morgen wieder pünktlich zum Dienst zu erscheinen.

GREEN TEAM! (Jonny, Chris, Tom)
Jonny ging es ziemlich schlecht, er schlief den ganzen Tag, wahrscheinlich hatte er irgednwas falsches gegessen, denn nur Kater macht einen nicht so fertig! Mit Tom und Sabine verbrachte ich einige betrunkene Stunden während unseres (Sabines und meinem) Dienstes, wenig zu tun, es war mein letzter Tag, Abschiedsstimmung. Irgednwann kam Chris aus seinem Zimmer und schüttelte den Kopf über diese Eine-Nacht-Reise. One Night in Bankok? Ha, so weit muss man gar nicht weg...

Mit Tom und Jonny
Abends, nachdem ich Jonny ein bisschen bemuttert hatte, dicker Abschied, "bleib hier" usw., Taxi, Bus, Ankunft in Riga, lange warten, Flug nach Brüssel, warten aus den Flug nach Bukarest, kommt zu spät, in Bukarest in den falschen Bus, nächsten Bus nehmen, letzte U-Bahn zu Chloé, bisschen quatschen, schlaaaaaaaafen.
Am nächsten Morgen hatten die Bukarester ein Meeting, ich nahm den Bus zurück nach Vâlcea, freute mich über die Sonne (Tallinn ist so kaaaaalt) und ging abends mit Clemence was trinken. Am nächsten Morgen schien die Sonne noch viel wärmer, wir gingen zusammen zum Boromir Pan Cafe und frühstückten auf einer Mauer. Ich stellte fest, dass ich nach Finjas Abreise (die vom 26.-31.3. kommen würde) noch ganze 10 Tage in Rumänien verbringen würde, alleine, alle anderen sind im Urlaub, bevor es los geht nach Frankreich. Um dem zu entgehen entschloss ich mich spontan, nach Tallinn zurück zu fahren, für nochmal 10 Tage, nachdem die Flüge gebucht waren fühlte ich mich gut. Abends gingen Clemence und ich (ja, wir sind hier die einzigen ein bisschen aktiven) noch ein bisschen raus, nicht zu lange, denn am nächsten Morgen fuhren wir los zu unserem Mid-Term-Meeting in Predeal. Ja, ich weiß, wir sind schon ein bisschen über die Mitte hinaus, aber so läuft das hier halt.
Der Bus fuhr eine furchtbare Strecke durch die Berge, 20 km/h, wir brauchten 6 Stunden bis Brasov. Von da aus nahmen wir den Bus nac Predeal, allgemeine Angenervtheit, alle hatten Hunger und Durst und Schlafmangel, also erstmal in Predeal in ein Restaurant, wo wir andere Freiwillige trafen, einen Esten (der tatsächlich vor ein paar Wochen im Tallinn Backpacker's gewesen war!) und einen Polen.
Der erste Abend war eher ruhig, eine Flasche Wein, ein paar andere kennen lernen (größtenteils Franzosen und Spanier, aber auch viele Deutsche). Am nächsten Tag Training, wieder Marian, juhu, und eine blonde Frau die leider eher uncool war. Der erste Tag war gut, Reflection of your EVS, das hat wirklich geholfen. Der zweite Tag nach dem Abend davor (Wein und Tuika für alle umsonst, Disko, Disko, Partyzani und nette Leute) war sehr verpennt, langweilig, wir kamen zu spät, Marian war genervt, uns wars egal. Abends wieder ein nettes Get-Together, ich ging recht früh schlafen, Clemence kam später in unser Zimmer und weckte mich netterweise.
Früh los am nächsten Morgen, diesmal aber zum Glück nach dem Frühstück, Zug nach Bukarest mit Clemence(schlafen), leider kommt er ne Stunde zu spät an, Bus zum Flughafen, ich merke erst jetzt, dass wir ne Stunde zu spät dran sind, eine nette Rumänin leiht mir ihr Handy und ich rufe Mam an, die Finja verständigt. Endlich ankommen, Finja ist da!! Ein Taxifahrer will uns für 5 Euro pro Person nach Valcea bringen, wir können es nicht fassen, aber sobald wir im Taxi sitzen stellt sich heraus, dass er uns nur zum Busbahnhof bringt, na gut, dann sieht Finja wenigstens was von Bukarest. Die Fahrt dauert eine Ewigkeit, 30 km in mehr als 45 Minuten, unglaublicher Verkehr! Hinterher will der Fahrer 10 Lei mehr haben, wir sagen nein, streiten uns, endlich gibt er uns unser Gepäck aus dem Kofferraum, beschimpft uns auf rumänisch (jede Menge "pula mea") und wir machen uns davon. Ich kaufe noch schnell Sandwiches, dann gehts los mit dem Bus nach Valcea. Finja lernt Ana kennen, wir gehen in eine Bar und sie lernt unsere rumänischen Bekannten kennen, ein netter Abend, der sich bei uns in der Wohnung fortsetzt. Gleich geht's los nach Sibiu- die schönen Seiten Rumäniens sollten nicht zu kurz kommen!!
Da dieser Blog mittlerweile sowas wie mein öffentliches Tagebuch geworden ist, wird es Zeit für ein Update.
Ich bin heile aus Estland zurück gekehrt (ja, Mama) und wieder in Râmnicu Vâlcea. Die letzten Tage in Tallinn waren noch unglaublich verrückt, besonders Mittwoch- ST PATRICK'S DAY!!! Der irische Nationalfeiertag wird sowohl in den USA als auch in der "Southern Hemisphere" (Australien und Neuseeland in dem Fall) dick gefeiert- in England und Irland natürlich sowieso. Für mich war es das erste Mal und dementsprechend aufregend. Deshalb ist dieser Eintrag auch in grün- die irische Nationalfarbe!

St Patrick's!!!
Tom, Jonny, Daniel und ich gingen zu einem kleinen Second-Hand Laden um die Ecke um uns grün einzurichten. Jonny und Tom wählten jeweils ein grünes T-shirt plus Jacket, ich ein grünes Nici-Kleid im Nonnen-Style, Knöchellang, unglaublich weit und ohne Ausschnitt. Mit Nadel und Faden schaffte ich es tatsächlich, das gute Stück ein bisschen stylischer zu gestalten: kürzer, enger, ein paar kleine Details. Die grüne Party ging schon gegen halb 7 los im DRINK, denn es war Fish&Chips Abend, eine Portion plus Bier für etwa 3 Euro, solide. Ich bestellte nur Chips und bekam einen riesen-Teller Pommes, die anderen fanden mich ein wenig kurios.

Grüüüüün!!!!

Sabine, Renata, Ich
Wir spielten ein Trinkspiel namens King Cup mit einigen Gästen im Hostel. Wir hatten einen Neuankömmling, den Südafrikaner Chris, der nur für eine Nacht bleiben würde. Besonders Jonny und Tom gingen ziemlich ab auf den Abend, sprangen herum in ihren grünen Outfits plus Skiunterwäsche und spielten einen bekloppten Fake-Werbespot von WillFarrell ("GREEN TEAM", zu finden hier: http://www.funnyordie.com/videos/fa1420df1f/green-team-from-will-ferrell-adam-ghost-panther-mckay-and-john-c-reilly) nach und Chris schloss sich ihnen an. Nach einer Weile ging es natürlich wieder ins Drink, Jägerbombs, yess, good time, dann ins Nameta, also No Name, dancen, Spaß. Mit Chris kam ich gegen 5 Uhr zurück ins Hostel, gegen 6 ging er in sein Zimmer und ich in den Keller, wo die anderen schliefen (Micks Bett war frei, er wohnte jetzt im Pikk) und verbrachte ein paar kalte Stunden mit Schlafen, um am nächsten Morgen wieder pünktlich zum Dienst zu erscheinen.

GREEN TEAM! (Jonny, Chris, Tom)
Jonny ging es ziemlich schlecht, er schlief den ganzen Tag, wahrscheinlich hatte er irgednwas falsches gegessen, denn nur Kater macht einen nicht so fertig! Mit Tom und Sabine verbrachte ich einige betrunkene Stunden während unseres (Sabines und meinem) Dienstes, wenig zu tun, es war mein letzter Tag, Abschiedsstimmung. Irgednwann kam Chris aus seinem Zimmer und schüttelte den Kopf über diese Eine-Nacht-Reise. One Night in Bankok? Ha, so weit muss man gar nicht weg...

Mit Tom und Jonny
Abends, nachdem ich Jonny ein bisschen bemuttert hatte, dicker Abschied, "bleib hier" usw., Taxi, Bus, Ankunft in Riga, lange warten, Flug nach Brüssel, warten aus den Flug nach Bukarest, kommt zu spät, in Bukarest in den falschen Bus, nächsten Bus nehmen, letzte U-Bahn zu Chloé, bisschen quatschen, schlaaaaaaaafen.
Am nächsten Morgen hatten die Bukarester ein Meeting, ich nahm den Bus zurück nach Vâlcea, freute mich über die Sonne (Tallinn ist so kaaaaalt) und ging abends mit Clemence was trinken. Am nächsten Morgen schien die Sonne noch viel wärmer, wir gingen zusammen zum Boromir Pan Cafe und frühstückten auf einer Mauer. Ich stellte fest, dass ich nach Finjas Abreise (die vom 26.-31.3. kommen würde) noch ganze 10 Tage in Rumänien verbringen würde, alleine, alle anderen sind im Urlaub, bevor es los geht nach Frankreich. Um dem zu entgehen entschloss ich mich spontan, nach Tallinn zurück zu fahren, für nochmal 10 Tage, nachdem die Flüge gebucht waren fühlte ich mich gut. Abends gingen Clemence und ich (ja, wir sind hier die einzigen ein bisschen aktiven) noch ein bisschen raus, nicht zu lange, denn am nächsten Morgen fuhren wir los zu unserem Mid-Term-Meeting in Predeal. Ja, ich weiß, wir sind schon ein bisschen über die Mitte hinaus, aber so läuft das hier halt.
Der Bus fuhr eine furchtbare Strecke durch die Berge, 20 km/h, wir brauchten 6 Stunden bis Brasov. Von da aus nahmen wir den Bus nac Predeal, allgemeine Angenervtheit, alle hatten Hunger und Durst und Schlafmangel, also erstmal in Predeal in ein Restaurant, wo wir andere Freiwillige trafen, einen Esten (der tatsächlich vor ein paar Wochen im Tallinn Backpacker's gewesen war!) und einen Polen.
Der erste Abend war eher ruhig, eine Flasche Wein, ein paar andere kennen lernen (größtenteils Franzosen und Spanier, aber auch viele Deutsche). Am nächsten Tag Training, wieder Marian, juhu, und eine blonde Frau die leider eher uncool war. Der erste Tag war gut, Reflection of your EVS, das hat wirklich geholfen. Der zweite Tag nach dem Abend davor (Wein und Tuika für alle umsonst, Disko, Disko, Partyzani und nette Leute) war sehr verpennt, langweilig, wir kamen zu spät, Marian war genervt, uns wars egal. Abends wieder ein nettes Get-Together, ich ging recht früh schlafen, Clemence kam später in unser Zimmer und weckte mich netterweise.
Früh los am nächsten Morgen, diesmal aber zum Glück nach dem Frühstück, Zug nach Bukarest mit Clemence(schlafen), leider kommt er ne Stunde zu spät an, Bus zum Flughafen, ich merke erst jetzt, dass wir ne Stunde zu spät dran sind, eine nette Rumänin leiht mir ihr Handy und ich rufe Mam an, die Finja verständigt. Endlich ankommen, Finja ist da!! Ein Taxifahrer will uns für 5 Euro pro Person nach Valcea bringen, wir können es nicht fassen, aber sobald wir im Taxi sitzen stellt sich heraus, dass er uns nur zum Busbahnhof bringt, na gut, dann sieht Finja wenigstens was von Bukarest. Die Fahrt dauert eine Ewigkeit, 30 km in mehr als 45 Minuten, unglaublicher Verkehr! Hinterher will der Fahrer 10 Lei mehr haben, wir sagen nein, streiten uns, endlich gibt er uns unser Gepäck aus dem Kofferraum, beschimpft uns auf rumänisch (jede Menge "pula mea") und wir machen uns davon. Ich kaufe noch schnell Sandwiches, dann gehts los mit dem Bus nach Valcea. Finja lernt Ana kennen, wir gehen in eine Bar und sie lernt unsere rumänischen Bekannten kennen, ein netter Abend, der sich bei uns in der Wohnung fortsetzt. Gleich geht's los nach Sibiu- die schönen Seiten Rumäniens sollten nicht zu kurz kommen!!
Sonntag, 14. März 2010
Keri Persse!!
Good afternoon, honorable guests, visitors and admirers! Ich schreibe euch aus dem kalten verschneiten Tallinn, Estland, genauer gesagt aus dem besten Hostel der Stadt, dem Tallinn Backpacker´s im Herzen der Altstadt. Meine erste Woche hier ist wie im Flug vergangen, ich habe die Stadt kennen gelernt, die Leute, die Hostels (es sind insgesamt 3 locations) und die Arbeit hier. Als ein Volunteer ist das nicht besonders viel, aber je nach Kater halt auch nicht immer ganz angenehm.
Am schoensten ist es morgens (bzw eher nachmittags) wenn alle aus den Betten gekrochen kommen und sich im Gemeinschaftsraum treffen, um ihre Erinnerungen zusammen zu puzzeln. Aber von vorne.
Ich hatte eigentlich vor gehabt, am 7. los zu fahren, nachts, wuerde am 9. Nachmittags ankommen. Aber dann kam die Reunion im Blue House dazwischen, von meinem tschechischen Workcamp. Ich hatte eine Absage-Mail geschickt, aber die anderen sagten, wenn du schon in Budapest bist (von wo aus ich nach Riga fliegen wuerde), koenne ich doch zumindest den Nachmittag mit Joris und Amira in Prag verbringen. Ich fuhr also schon Mittwoch los, kam Donnerstag mittags in Prag an. Nach einer fuer seine Verhaeltnisse sehr boesen Mail von Benjamin von wegen wieso ich nicht kaeme usw. beschloss ich, eine Nacht im Blue House zu verbringen, also mit ihm, bevor ich am naechsten Tag die anderen in Prag treffen wuerde. Die Nacht war witzig, viel Wein, ich lernte die neuen Freiwilligen kennen und am naechsten Morgen in aller Fruehe fuhr ich nach Prag zurueck, Wiedersehen mit Amira und Joris, Freude und Geschrei, alle starrten uns an, egal.

Mit Amira und Joris in Prag!
Wir gingen durch die Stadt, es schneite, abends trafen wir Veronika und die drei machten sich auf den Weg zum Blue House, ich vertrieb mir die Wartezeit mit einem Buch (T.C. Boyle, Riven Rock, unglaublich langweilig!!!), nahm dann den Bus nach Budapest, verbrachte einen sonnigen Tag in der wunderschoenen Stadt und nahm dann den Flieger nach Duesseldorf. 7 Stunden Warten lassen sich eigentlich gut mit Schlaf ueberbruecken, aber es war so kalt am Flughafen, dass ich die ganze Nacht wach blieb und erst im Flugzeug nach Riga schlafen konnte. Dort war es unglaublich kalt und verschneit, ich hatte nichtmal ne Winterjacke mit, weil in Rumaenien schon 15 Grad waren. Nach einem schnellen Lunch stieg ich in den Bus nach Tallinn.
Letzten Sonntag, vor genau 7 Tagen, kam ich hier an, nachmittags, und durchquerte die vereiste Stadt auf der Suche nach dem Hostel. Das Team, groesstensteils Volunteers und aus irgendeinem Grund groesstenteils englische Muttersprachler, war mir sofort super sympatisch! Da ist Mick aus England, Tom (Flowers) aus Australien, Jonny aus Neuseeland, Ken aus Colorado, Brian und sein Sohn Eric aus den USA, jetzt aber wohnhaft in Russland, Renata aus Litauen, Maris aus Estland, Daniel aus Brasilien, Sven aus Osnabrueck (!!) und der Besitzer des Hostels, Hugo aus Holland. Mcih erwartete sofort ein Willkommensbier, aus der Dose, ein solides Pint "A le Coq". Der Abend war eher ruhig, alle waren noch fertig vom Wochenende, aber mit Ken, Sven und Brian ging ich in die Bar gegenueber des Hostels, eine urige Kellerbar, die bis 6 Uhr morgens offen ist.
Am naechsten Morgen schlief ich lange, meine einzige Aufgabe war, die Stadt ein bisschen kennen zu lernen. Eric fuehrte mich herum und machte Beweisfotos an den Orten, die ich gesehen hatte. Anschliessend gingen wir in das Hostel in der Pikkstreet, um ein paar Betten neu zu beziehen und Zimmer zu putzen, was so die Hauptaufgaben als Volunteer sind hier.
Abends, nach dem Dinner, das Tom kochte (das ist seine Aufgabe- jeden Abend was kochen und die Gaeste und das Personal koennen gegen einen kleinen Kostenbeitrag mitessen) spielten wir Trinkspiele in dem Gemeinschaftsraum, Gaeste mit Volunteers, allen ging es gut. Der Spassfaktor ist hier auf jeden Fall sehr hoch, wer Lust auf einen Partyurlaub hat, dem sei dieses Hostel ans Herz gelegt.

Strassenhaendler in der Altstadt

Trinkspiele. V.L.: Jonny, Hugo (in gruen), Tom

Altstadt im Sonnenschein
Danach gingen wir in eine nette Bar mit dem Namen "Drink" und tranken Flying Hirsch (Jaegerbomb), ich versagte klaeglich im Wettbewerb mit Jonny und Tom, selbst als ich einen Vorsprung von 7 Sekunden erhielt. Spaeter gingen wir in einen kleinen Club namens "No Name" (die Namen hier sind insgesamt sehr witzig; es gibt unter anderem ein Restaurant namens "Eat"), ein bisschen dancen, ich trank Cider, eine Art Fruchtwein mit 50% Zucker.
Am naechsten Tag lernte ich das Hostel kennen, die Ablaeufe, die Waschmaschine und und und. Abends wieder ins Drink, wo Jonny mir netterweise ein Pint Bier auf die Hose kippte (unabsichtlich; es war noch komplett voll!), weshalb ich mich verfrueht auf den Heimweg machte. Ich wachte ein paar Stunden spaeter auf, weil jemand mir ueber die Stirn wischte- Tom hatte mich im Schlaf angemalt und dann hatte Brian festgestellt, dass er dazu einen permanent Marker benutzt hatte, weshalb er das Graffiti jetzt zu beseitigen versuchte. Ich hatte dunkelblaue Striche im Gesicht am naechsten Morgen.
Der Tag verlief sehr ruhig, ich lernte das dritte Hostel im Zentrum kennen, Viru, sehr stylisch eingerichtet und von einer Irin geleitet. Abends kam ein neues Mitglied des Personals aus Holland an, Sabine. Nach ein paar Bier hier im Hostel gingen wir ins Drink, ich trank wieder Flying Hirsch mit Jonny und Tom, jeder zahlte eine Runde. Danach gingen wir in die Bar "Embassy", ich hatte aus irgendeinem Grund zwei Drinks, gab sie aber an Ken weiter, weil ich schon alles doppelt sah. Spaeter waren wir im No Name und tanzten recht duemmlich, Sabine, Tom und ich. Wir gingen zum Potatoe Place, ein paar Leute assen Kartoffeln, ich ging mit Tom und Sabine zum Hostel zurueck wo wir zu dritt auf dem Sofa einschliefen. Die letzten paar Zeilen beruhen auf dem, was wir am naechsten Morgen zusammengepuzzelt haben, alle Angaben ohne Gewaehr.
Der Tag war scheisse. Ich hatte meine bisher laengste Schicht, 12 Stunden, und als ich mit Mick zusammen die Betten in Pikkstreet neu bezog, kam bei uns beiden gleichzeitig der Kater und wir brauchten fuer 2 Raeume 2 Stunden. Sick.
Ich kam durch den Tag, aber am Abend blieb ich bei 1 Glas Wein und 1 Bier, alles andere waere wohl zu viel gewesen. Es war fuer alle ein ruhiger Abend, ich zog um in das Hostel in Viru, weil alle Betten hier voll waren und ich 3 Naechte auf dem Sofa verbracht hatte.
Ich konnte also zum ersten Mal ausschlafen. Abends gaben Tom und Jonny ihre Verlobung bekannt und wir zogen los zur Verlobungsfeier, die aber eher lame war. Am naechsten Tag wachte ich mit einer Erkaeltung auf, war den ganzen Tag nicht ganz auf dem Damm und ging frueh schlafen, die Hochzeitszeremonie verpasste ich leider. Heute morgen geht die Erkaeltung klar, nur die Nase laeuft in einer Tour. Mittwoch ist St. Patrick's Day, das geht sicher ab! Und Donnerstag Nacht mache ich mich auf den Weg nach Riga, Freitag bin ich zurueck in Rumaenien. Und am 24. dann komme fuer ne Zeit lang nach Hause!! Ich freu mich schon unglaublich!
Am schoensten ist es morgens (bzw eher nachmittags) wenn alle aus den Betten gekrochen kommen und sich im Gemeinschaftsraum treffen, um ihre Erinnerungen zusammen zu puzzeln. Aber von vorne.
Ich hatte eigentlich vor gehabt, am 7. los zu fahren, nachts, wuerde am 9. Nachmittags ankommen. Aber dann kam die Reunion im Blue House dazwischen, von meinem tschechischen Workcamp. Ich hatte eine Absage-Mail geschickt, aber die anderen sagten, wenn du schon in Budapest bist (von wo aus ich nach Riga fliegen wuerde), koenne ich doch zumindest den Nachmittag mit Joris und Amira in Prag verbringen. Ich fuhr also schon Mittwoch los, kam Donnerstag mittags in Prag an. Nach einer fuer seine Verhaeltnisse sehr boesen Mail von Benjamin von wegen wieso ich nicht kaeme usw. beschloss ich, eine Nacht im Blue House zu verbringen, also mit ihm, bevor ich am naechsten Tag die anderen in Prag treffen wuerde. Die Nacht war witzig, viel Wein, ich lernte die neuen Freiwilligen kennen und am naechsten Morgen in aller Fruehe fuhr ich nach Prag zurueck, Wiedersehen mit Amira und Joris, Freude und Geschrei, alle starrten uns an, egal.

Mit Amira und Joris in Prag!
Wir gingen durch die Stadt, es schneite, abends trafen wir Veronika und die drei machten sich auf den Weg zum Blue House, ich vertrieb mir die Wartezeit mit einem Buch (T.C. Boyle, Riven Rock, unglaublich langweilig!!!), nahm dann den Bus nach Budapest, verbrachte einen sonnigen Tag in der wunderschoenen Stadt und nahm dann den Flieger nach Duesseldorf. 7 Stunden Warten lassen sich eigentlich gut mit Schlaf ueberbruecken, aber es war so kalt am Flughafen, dass ich die ganze Nacht wach blieb und erst im Flugzeug nach Riga schlafen konnte. Dort war es unglaublich kalt und verschneit, ich hatte nichtmal ne Winterjacke mit, weil in Rumaenien schon 15 Grad waren. Nach einem schnellen Lunch stieg ich in den Bus nach Tallinn.
Letzten Sonntag, vor genau 7 Tagen, kam ich hier an, nachmittags, und durchquerte die vereiste Stadt auf der Suche nach dem Hostel. Das Team, groesstensteils Volunteers und aus irgendeinem Grund groesstenteils englische Muttersprachler, war mir sofort super sympatisch! Da ist Mick aus England, Tom (Flowers) aus Australien, Jonny aus Neuseeland, Ken aus Colorado, Brian und sein Sohn Eric aus den USA, jetzt aber wohnhaft in Russland, Renata aus Litauen, Maris aus Estland, Daniel aus Brasilien, Sven aus Osnabrueck (!!) und der Besitzer des Hostels, Hugo aus Holland. Mcih erwartete sofort ein Willkommensbier, aus der Dose, ein solides Pint "A le Coq". Der Abend war eher ruhig, alle waren noch fertig vom Wochenende, aber mit Ken, Sven und Brian ging ich in die Bar gegenueber des Hostels, eine urige Kellerbar, die bis 6 Uhr morgens offen ist.
Am naechsten Morgen schlief ich lange, meine einzige Aufgabe war, die Stadt ein bisschen kennen zu lernen. Eric fuehrte mich herum und machte Beweisfotos an den Orten, die ich gesehen hatte. Anschliessend gingen wir in das Hostel in der Pikkstreet, um ein paar Betten neu zu beziehen und Zimmer zu putzen, was so die Hauptaufgaben als Volunteer sind hier.
Abends, nach dem Dinner, das Tom kochte (das ist seine Aufgabe- jeden Abend was kochen und die Gaeste und das Personal koennen gegen einen kleinen Kostenbeitrag mitessen) spielten wir Trinkspiele in dem Gemeinschaftsraum, Gaeste mit Volunteers, allen ging es gut. Der Spassfaktor ist hier auf jeden Fall sehr hoch, wer Lust auf einen Partyurlaub hat, dem sei dieses Hostel ans Herz gelegt.

Strassenhaendler in der Altstadt

Trinkspiele. V.L.: Jonny, Hugo (in gruen), Tom

Altstadt im Sonnenschein
Danach gingen wir in eine nette Bar mit dem Namen "Drink" und tranken Flying Hirsch (Jaegerbomb), ich versagte klaeglich im Wettbewerb mit Jonny und Tom, selbst als ich einen Vorsprung von 7 Sekunden erhielt. Spaeter gingen wir in einen kleinen Club namens "No Name" (die Namen hier sind insgesamt sehr witzig; es gibt unter anderem ein Restaurant namens "Eat"), ein bisschen dancen, ich trank Cider, eine Art Fruchtwein mit 50% Zucker.
Am naechsten Tag lernte ich das Hostel kennen, die Ablaeufe, die Waschmaschine und und und. Abends wieder ins Drink, wo Jonny mir netterweise ein Pint Bier auf die Hose kippte (unabsichtlich; es war noch komplett voll!), weshalb ich mich verfrueht auf den Heimweg machte. Ich wachte ein paar Stunden spaeter auf, weil jemand mir ueber die Stirn wischte- Tom hatte mich im Schlaf angemalt und dann hatte Brian festgestellt, dass er dazu einen permanent Marker benutzt hatte, weshalb er das Graffiti jetzt zu beseitigen versuchte. Ich hatte dunkelblaue Striche im Gesicht am naechsten Morgen.
Der Tag verlief sehr ruhig, ich lernte das dritte Hostel im Zentrum kennen, Viru, sehr stylisch eingerichtet und von einer Irin geleitet. Abends kam ein neues Mitglied des Personals aus Holland an, Sabine. Nach ein paar Bier hier im Hostel gingen wir ins Drink, ich trank wieder Flying Hirsch mit Jonny und Tom, jeder zahlte eine Runde. Danach gingen wir in die Bar "Embassy", ich hatte aus irgendeinem Grund zwei Drinks, gab sie aber an Ken weiter, weil ich schon alles doppelt sah. Spaeter waren wir im No Name und tanzten recht duemmlich, Sabine, Tom und ich. Wir gingen zum Potatoe Place, ein paar Leute assen Kartoffeln, ich ging mit Tom und Sabine zum Hostel zurueck wo wir zu dritt auf dem Sofa einschliefen. Die letzten paar Zeilen beruhen auf dem, was wir am naechsten Morgen zusammengepuzzelt haben, alle Angaben ohne Gewaehr.
Der Tag war scheisse. Ich hatte meine bisher laengste Schicht, 12 Stunden, und als ich mit Mick zusammen die Betten in Pikkstreet neu bezog, kam bei uns beiden gleichzeitig der Kater und wir brauchten fuer 2 Raeume 2 Stunden. Sick.
Ich kam durch den Tag, aber am Abend blieb ich bei 1 Glas Wein und 1 Bier, alles andere waere wohl zu viel gewesen. Es war fuer alle ein ruhiger Abend, ich zog um in das Hostel in Viru, weil alle Betten hier voll waren und ich 3 Naechte auf dem Sofa verbracht hatte.
Ich konnte also zum ersten Mal ausschlafen. Abends gaben Tom und Jonny ihre Verlobung bekannt und wir zogen los zur Verlobungsfeier, die aber eher lame war. Am naechsten Tag wachte ich mit einer Erkaeltung auf, war den ganzen Tag nicht ganz auf dem Damm und ging frueh schlafen, die Hochzeitszeremonie verpasste ich leider. Heute morgen geht die Erkaeltung klar, nur die Nase laeuft in einer Tour. Mittwoch ist St. Patrick's Day, das geht sicher ab! Und Donnerstag Nacht mache ich mich auf den Weg nach Riga, Freitag bin ich zurueck in Rumaenien. Und am 24. dann komme fuer ne Zeit lang nach Hause!! Ich freu mich schon unglaublich!
Freitag, 26. Februar 2010
Tatal nostru...
Das vergangene Wochenende (naja, bis Mittwoch, wir haben das mal ein bisschen verlängert) habe ich mit Anna aus Georgien in Timisoara verbracht, einer wunderschönen Stadt im Nordwesten Rumäniens. Sie ist schon öfter dort gewesen und hat Freunde in der Stadt gefunden, und bei einer von ihnen, Adriana, konnten wir übernachten.
Die Fahrt von Valcea war ziemlich international: Zunächst wurden wir von einem Ukrainer mitgenommen, der genausowenig rumänisch konnte wie wir, dann von einem Perser (!). Die einzige "gemeinsame" Sprache, die wir herausfanden, war Türkisch- wir sagten also unsere 5 Sätze und versicherten ihm, Istanbul sei "çok güzel", also sehr schön. Das letzte Auto war dann allerdings mit zwei rumänischen Feuerwehrleuten besetzt- wie langweilig!
In Timisoara angekommen gingen wir erstmal was essen und trinken (die Fahrt hatte ungefähr 6 1/2 Stunden gedauert, weil es in Rumänien keine Autobahnen gibt, außer kurzen Abschnitten) und trafen dann ein Künstlerpärchen, das Anna auf facebook kennen gelernt hatte und das unglaublich in Georgien verliebt ist, seit sie da letzten Sommer 2 Monate verbracht haben. Filip und Andrea brachten noch Anastasia mit, eine Freundin, die auch mit in Georgien gewesen ist. Die drei waren sehr sympathisch und zeigten uns ihre Ausstellung in einer nahen Gallerie. Ich war besonders von einem Bild recht beeindruckt, das durch seine klare politische Aussage und gleichzeitig ein beeindruckendes Foto hervorstach: Er hatte eine Katze genau in dem Moment festgehalten, als sie von einer Mülltonne zur anderen sprang. Die Tonnen hatte er dann mit einer kommunistischen bzw. der EU-Flagge bemalt.
Die drei waren sowieso eher sowas wie Kunstaktivisten-Hippies, ein bisschen strange aber sehr nett. Wir blieben lange in der Gallerie und sie unterhielten sich über Georgien und die orthodoxe Religion, ich kam mir ein bisschen überflüssig vor, aber andererseits war das alles ziemlich interessant. Die drei sprachen alle mehr oder weniger fließend deutsch, da es in Timisoara eine deutsche Schule und Uni gibt! Die Siebenbürgener Sachsen haben eine Spur hinterlassen...
Wir gingen zu Adrianas Haus und wurden von ihr und ihrer Freundin Flavia sowie deren griechischen Freund freundlich begrüßt. Adriana ist besessen von dem Traum, nach Argentinien auszuwandern und bestand darauf, nur spanisch mit mir zu sprechen, weil sie Englisch so hässlich findet. Sie war wirklich nett und überließ uns ihr Schlafsofa. Mit Flavias Freund führten wir politische Diskussionen, was mit Anna etwas schwer fällt, weil sie nicht die Geduld hat, andere ausreden zu lassen. Trotzdem ein netter Abend!
Am nächsten Morgen ließ ich mich tatsächlich dazu überreden, zum Gottesdienst in ein orthodoxes Kloster mitzukommen. Die drei hatten uns eingeladen und weil ich sowas mal sehen wollte, immerhin ist das gesamte Land katholisch-orthodox und der Alltag davon geprägt, kam ich mit- aufstehen um 7!
Das Kloster war ziemlich klein und der Kirchenraum dunkel. Wir mussten die gesamte Zeit stehen (3 Stunden) und hatten Rückenschmerzen, und so richtig was verstehen konnten wir nicht. Ich bin froh, mitgegangen zu sein, aber so schnell muss das nicht wieder sein.
Hinterher ging die Gemeinde zusammen zum Essen, das die Nonnen gekocht hatte. Alles war "de post", vegan, weil die gerade Fastenzeit hatten, in der sie keine tierischen Produkte essen. Also in Rumänien ist es eigentlich wirklich einfach, Vegetarier und sogar Veganer zu sein; diese Produkte gibt es eigentlich immer, zur Fastenzeit natürlich noch mehr als sonst, und sie sind wirklich lecker! Während des Essens laß eine Nonne die Geschichte eines zeitgenössischen Heiligen vor, wie Filip uns erklärte. Ich war schon froh gewesen, als ich während des Gottesdienstes mitbekommen hatte, dass sie das Vater Unser (Tatal nostru) beteten...
Die Nonnen und Priester werden richtig verehrt von den Gläubigen; sie küssen ihnen die Hand und verneigen sich vor ihnen. Beim betreten der Kirche bekreuzigen und verneigen sich alle vor den Bildern von Maria und Jesus und küssen sie. Besonders die Frauen reden in tiefer Ehrfurcht mit den Priestern. Ich nahm nicht am Abendmahl teil, hätte auch nicht gedurft, weil man vorher beichten muss. Aber ich trug brav ein Kopftuch um die Männer nicht vom Beten abzulenken.
Wir sahen uns noch den Friedhof an und fuhren anschließend in die Stadt zurück. Erstmal Siesta. Abends trafen wir die drei in einem rumänischen Restaurant, sie luden uns ein, sehr nett. Die waren einfach richtig religiös, so mit Nächstenliebe und so, und deshalb war es für die wohl selbstverständlich. Ich freute mich besonders über das ungefilterte Bier vom Fass!
Wir spazierten noch ein bisschen über den Platz im Stadtzentrum, d. h. im NEUEN Stadtzentrum, dem Piata Victoriei. Das alte Stadtzentrum ist noch ein bisschen schöner, der Piata Unirii, aber auf dem großen Piata Victoriei steht eine ziemlich schöne bunte Kirche.
Am nächsten Tag zeigte Anna mir das Stadtzentrum. Besonders ein alternativer Buchladen mit dem Namen Carturesti hatte es mir sehr angetan. Ich kaufte mir ein Buch nur wegen seines Aussehens, ein Kunstbuch über Design, das eigentlich nur aus Bildern und kurzen Textabschnitten besteht und durch seine Umschlaggestaltung überzeugt. Über dem Buchladen ist ein Café, in dem es nur Tee gibt, 100 verschiedene Sorten in individuellen Kännchen. Alle Besucher hatten eifrig im Erdgeschoss geshoppt und probierten jetzt hier eine neue Sorte Tee aus; ich entschied mich für Mate mit Früchtezusatz. Fenomenal!
Später ging Anna zur Beichte bei einem englischsprechenden Priester, ich sah mir bei Adriana meine neue Anschaffung an. Später am Abend gingen wir zu Anastasia nach Hause und sahen einen Dokumetarfilm über Wasser, recht obskur, aber interessant. Sie gab uns eingemachte Früchte und selbstgemachte Gemüsepasten mit Brot, außerdem Gebäck- wir fühlten uns wie Gott in Rumänien, und ich habe mir extra ein Rezeptbuch gekauft, dass ich in Cartureste entdeckte. Freut euch, wenn ich wiederkomme- dann gibt's rumänisch!
Am nächsten Tag gingen wir zunächst mit Adriana einen Kaffee trinken, der langsam die Decke auf den Kopf fiel, weil ihr Vater am nächsten Tag kommen würde und sie mit ihm wohl einen ziemlichen Streit hatte, was ihre Zukunft anging. Sie war eine ziemlich erfolgreiche Journalistin gewesen, hatte aber vor einem Jahr alles geschmissen und war an die Uni zurückgegangen, um Spanisch zu studieren, damit sie in Argentinien Arbeit finden würde. Sie schien in einer Art verfrühten Midlife-Crisis zu sein, überwarf sich mit ihren Freunden und war auf verbitterte Art rebellisch. Anna erzählte mir, dass sie früher nicht so war, und sie war trotzdem noch sehr sympathisch, aber definitiv unzufrieden.
Das Wetter war super, wir setzten uns draußen auf eine Terrasse vor einem Café auf den Piata Unirii und tranken Kaffee und Bier. Abends gingen Anna und ich serbisch essen und warteten anschließend in einer Bar mit dem schönen Namen Bierhaus auf Clémence, deren Flugzeug von Paris heute in Timisoara landen würde (sie hatte sich einen kleinen Heimurlaub gegönnt). Sie erschien in männlicher Begleitung, den sie so schnell wie möglich loswurde. Wir tauschten uns aus und tranken Bier während im Hintergrund Stuttgart gegen Barcelona unentschieden spielte. Als die Bar schloss (es war Dienstag), zogen wir weiter ins Papillon, tranken Wein, schliefen anschließend 1 Stunde bei Adriana (wir mussten früh weg, weil sie meinte, ihr Vater würde unsere Anwesenheit nicht gutheißen) und warteten in der gleichen Bar, bis es hell wurde. Dann nahmen wir einen Bus bis zum Stadtrand und wurden nach nur 3 Minuten von einem VW Golf mitgenommen, dessen Fahrer nach Pitesti fuhr- also über Valcea! Ziemliches Glück, leider war es ziemlich unbequem zu dritt hinten, ich saß auch noch in der Mitte und konnte deshalb fast gar nicht schlafen... Kurz vor Valcea sahen wir eine Frau buchstäblich unten ohne herumlaufen, einer neuer Trend hier, mach ich auch demnächst...
Samstag, also morgen, haben wir ein Seminar hier in der Uni, ich darf eine Presentation machen, juhu...^^
Pe curând, prietenii mei!
Eure Frauke
Die Fahrt von Valcea war ziemlich international: Zunächst wurden wir von einem Ukrainer mitgenommen, der genausowenig rumänisch konnte wie wir, dann von einem Perser (!). Die einzige "gemeinsame" Sprache, die wir herausfanden, war Türkisch- wir sagten also unsere 5 Sätze und versicherten ihm, Istanbul sei "çok güzel", also sehr schön. Das letzte Auto war dann allerdings mit zwei rumänischen Feuerwehrleuten besetzt- wie langweilig!
In Timisoara angekommen gingen wir erstmal was essen und trinken (die Fahrt hatte ungefähr 6 1/2 Stunden gedauert, weil es in Rumänien keine Autobahnen gibt, außer kurzen Abschnitten) und trafen dann ein Künstlerpärchen, das Anna auf facebook kennen gelernt hatte und das unglaublich in Georgien verliebt ist, seit sie da letzten Sommer 2 Monate verbracht haben. Filip und Andrea brachten noch Anastasia mit, eine Freundin, die auch mit in Georgien gewesen ist. Die drei waren sehr sympathisch und zeigten uns ihre Ausstellung in einer nahen Gallerie. Ich war besonders von einem Bild recht beeindruckt, das durch seine klare politische Aussage und gleichzeitig ein beeindruckendes Foto hervorstach: Er hatte eine Katze genau in dem Moment festgehalten, als sie von einer Mülltonne zur anderen sprang. Die Tonnen hatte er dann mit einer kommunistischen bzw. der EU-Flagge bemalt.
Die drei waren sowieso eher sowas wie Kunstaktivisten-Hippies, ein bisschen strange aber sehr nett. Wir blieben lange in der Gallerie und sie unterhielten sich über Georgien und die orthodoxe Religion, ich kam mir ein bisschen überflüssig vor, aber andererseits war das alles ziemlich interessant. Die drei sprachen alle mehr oder weniger fließend deutsch, da es in Timisoara eine deutsche Schule und Uni gibt! Die Siebenbürgener Sachsen haben eine Spur hinterlassen...
Wir gingen zu Adrianas Haus und wurden von ihr und ihrer Freundin Flavia sowie deren griechischen Freund freundlich begrüßt. Adriana ist besessen von dem Traum, nach Argentinien auszuwandern und bestand darauf, nur spanisch mit mir zu sprechen, weil sie Englisch so hässlich findet. Sie war wirklich nett und überließ uns ihr Schlafsofa. Mit Flavias Freund führten wir politische Diskussionen, was mit Anna etwas schwer fällt, weil sie nicht die Geduld hat, andere ausreden zu lassen. Trotzdem ein netter Abend!
Am nächsten Morgen ließ ich mich tatsächlich dazu überreden, zum Gottesdienst in ein orthodoxes Kloster mitzukommen. Die drei hatten uns eingeladen und weil ich sowas mal sehen wollte, immerhin ist das gesamte Land katholisch-orthodox und der Alltag davon geprägt, kam ich mit- aufstehen um 7!
Das Kloster war ziemlich klein und der Kirchenraum dunkel. Wir mussten die gesamte Zeit stehen (3 Stunden) und hatten Rückenschmerzen, und so richtig was verstehen konnten wir nicht. Ich bin froh, mitgegangen zu sein, aber so schnell muss das nicht wieder sein.
Hinterher ging die Gemeinde zusammen zum Essen, das die Nonnen gekocht hatte. Alles war "de post", vegan, weil die gerade Fastenzeit hatten, in der sie keine tierischen Produkte essen. Also in Rumänien ist es eigentlich wirklich einfach, Vegetarier und sogar Veganer zu sein; diese Produkte gibt es eigentlich immer, zur Fastenzeit natürlich noch mehr als sonst, und sie sind wirklich lecker! Während des Essens laß eine Nonne die Geschichte eines zeitgenössischen Heiligen vor, wie Filip uns erklärte. Ich war schon froh gewesen, als ich während des Gottesdienstes mitbekommen hatte, dass sie das Vater Unser (Tatal nostru) beteten...
Die Nonnen und Priester werden richtig verehrt von den Gläubigen; sie küssen ihnen die Hand und verneigen sich vor ihnen. Beim betreten der Kirche bekreuzigen und verneigen sich alle vor den Bildern von Maria und Jesus und küssen sie. Besonders die Frauen reden in tiefer Ehrfurcht mit den Priestern. Ich nahm nicht am Abendmahl teil, hätte auch nicht gedurft, weil man vorher beichten muss. Aber ich trug brav ein Kopftuch um die Männer nicht vom Beten abzulenken.
Wir sahen uns noch den Friedhof an und fuhren anschließend in die Stadt zurück. Erstmal Siesta. Abends trafen wir die drei in einem rumänischen Restaurant, sie luden uns ein, sehr nett. Die waren einfach richtig religiös, so mit Nächstenliebe und so, und deshalb war es für die wohl selbstverständlich. Ich freute mich besonders über das ungefilterte Bier vom Fass!
Wir spazierten noch ein bisschen über den Platz im Stadtzentrum, d. h. im NEUEN Stadtzentrum, dem Piata Victoriei. Das alte Stadtzentrum ist noch ein bisschen schöner, der Piata Unirii, aber auf dem großen Piata Victoriei steht eine ziemlich schöne bunte Kirche.
Am nächsten Tag zeigte Anna mir das Stadtzentrum. Besonders ein alternativer Buchladen mit dem Namen Carturesti hatte es mir sehr angetan. Ich kaufte mir ein Buch nur wegen seines Aussehens, ein Kunstbuch über Design, das eigentlich nur aus Bildern und kurzen Textabschnitten besteht und durch seine Umschlaggestaltung überzeugt. Über dem Buchladen ist ein Café, in dem es nur Tee gibt, 100 verschiedene Sorten in individuellen Kännchen. Alle Besucher hatten eifrig im Erdgeschoss geshoppt und probierten jetzt hier eine neue Sorte Tee aus; ich entschied mich für Mate mit Früchtezusatz. Fenomenal!
Später ging Anna zur Beichte bei einem englischsprechenden Priester, ich sah mir bei Adriana meine neue Anschaffung an. Später am Abend gingen wir zu Anastasia nach Hause und sahen einen Dokumetarfilm über Wasser, recht obskur, aber interessant. Sie gab uns eingemachte Früchte und selbstgemachte Gemüsepasten mit Brot, außerdem Gebäck- wir fühlten uns wie Gott in Rumänien, und ich habe mir extra ein Rezeptbuch gekauft, dass ich in Cartureste entdeckte. Freut euch, wenn ich wiederkomme- dann gibt's rumänisch!
Am nächsten Tag gingen wir zunächst mit Adriana einen Kaffee trinken, der langsam die Decke auf den Kopf fiel, weil ihr Vater am nächsten Tag kommen würde und sie mit ihm wohl einen ziemlichen Streit hatte, was ihre Zukunft anging. Sie war eine ziemlich erfolgreiche Journalistin gewesen, hatte aber vor einem Jahr alles geschmissen und war an die Uni zurückgegangen, um Spanisch zu studieren, damit sie in Argentinien Arbeit finden würde. Sie schien in einer Art verfrühten Midlife-Crisis zu sein, überwarf sich mit ihren Freunden und war auf verbitterte Art rebellisch. Anna erzählte mir, dass sie früher nicht so war, und sie war trotzdem noch sehr sympathisch, aber definitiv unzufrieden.
Das Wetter war super, wir setzten uns draußen auf eine Terrasse vor einem Café auf den Piata Unirii und tranken Kaffee und Bier. Abends gingen Anna und ich serbisch essen und warteten anschließend in einer Bar mit dem schönen Namen Bierhaus auf Clémence, deren Flugzeug von Paris heute in Timisoara landen würde (sie hatte sich einen kleinen Heimurlaub gegönnt). Sie erschien in männlicher Begleitung, den sie so schnell wie möglich loswurde. Wir tauschten uns aus und tranken Bier während im Hintergrund Stuttgart gegen Barcelona unentschieden spielte. Als die Bar schloss (es war Dienstag), zogen wir weiter ins Papillon, tranken Wein, schliefen anschließend 1 Stunde bei Adriana (wir mussten früh weg, weil sie meinte, ihr Vater würde unsere Anwesenheit nicht gutheißen) und warteten in der gleichen Bar, bis es hell wurde. Dann nahmen wir einen Bus bis zum Stadtrand und wurden nach nur 3 Minuten von einem VW Golf mitgenommen, dessen Fahrer nach Pitesti fuhr- also über Valcea! Ziemliches Glück, leider war es ziemlich unbequem zu dritt hinten, ich saß auch noch in der Mitte und konnte deshalb fast gar nicht schlafen... Kurz vor Valcea sahen wir eine Frau buchstäblich unten ohne herumlaufen, einer neuer Trend hier, mach ich auch demnächst...
Samstag, also morgen, haben wir ein Seminar hier in der Uni, ich darf eine Presentation machen, juhu...^^
Pe curând, prietenii mei!
Eure Frauke
Donnerstag, 11. Februar 2010
Dienstag, 2. Februar 2010
Lucio Catalin Kesim
Wir haben einen neuen Mitbewohner- nach schier endloser Suche in der ganzen Stadt letzten Samstag haben wir Lucio Catalin Kesim wohlbehalten nach Hause gebracht. Es handelt sich bei ihm um ein Meerschweinchen, weiß-orange mit roten Augen und großem Appetit, benannt nach unserer alten Mitbewohnerin (Lucia), dem häufigsten Männernamen Rumäniens (Catalin- sowohl unser Coordinator als auch Mentor, wobei zweiterer nach ersterem benannt wurde, äh) und Kesim, weil Zuzu und Ayca geheiratet und mich adoptiert haben, wir heißen jetzt alle Kesim wie Ayca.
Ein Foto von Lucio kommt bald!
Ein Foto von Lucio kommt bald!
HEY- alles glänzt!
Die letzten Wochenenden habe ich in Vâlcea verbracht; nachdem Clémence für 5 Wochen in die Ferne abgehauen ist, ließ sich erstmal niemand motivieren, in andere Städte zu fahren, außerdem war mein Geld dank des verblödeten Passes ziemlich knapp. Leider brauche ich den aber- im April fahre ich nach Baku für eine Woche, ein Projekt zum Thema Menschenrechte. Ich freue mich, Asebaidschan kennen zu lernen, das könnte interessant werden.
Freitags blieben wir meistens zu Hause, trafen uns mit den anderen in unserem Apartment und tranken Bier. Samstags ging's zuerst in die Rembrandt Bar und dann ins "Discovery", ein sehr beliebter Karaoke-Club. Nicht so Fashion-Leute, sondern eher "Normalos" und Männer, die dir Wein ausgeben. Mit Cato zusammen sang ich ein paar Mal.
Unter der Woche gingen wir auch manchmal in die Bar zu Cristi und Cristina. Ich ging meistens alleine mit Cato, weil sich sonst niemand motivieren ließ; manchmal waren Pedro und Asiye, die sich endlich zusammen gefunden haben, noch dabei. Ayca und Zuzu, meine beiden Mitbewohnerinnen, gehen nur am Wochenende mit uns weg. Cristi fand es witzig die ganze Zeit Andeutungen zu machen, Cato und ich würde "heimlich" daten- traurigerweise ist aber einfach die Weggeh-Mentalität ein bisschen anders geworden. Ich bin froh, dass wenigstens Cato hier ist. Ich glaube, es macht ihm ein bisschen was aus, dass er und Pedro jetzt gar nicht mehr alleine sind- nach dem Streit mit Clémence ist Asiye bei den Jungs eingezogen.
Letzten Donnerstag kam Beka aus Georgien wieder und brachte Wodka mit; wir trafen uns zum Essen bei den Jungs und zogen dann in die Art Bar (=Rembrandt Café). Die anderen zogen weiter, ich blieb im Dark Room mit ein paar anderen. Cristi hatte seiner Freundin morgens einen Antrag gemacht und sie zeigte mir stolz den Ring.
Als ich nach Hause kam, war Zuzu (die tatsächlich mitgekommen war) total betrunken; die anderen waren noch ins Discovery weiter gezogen, nachdem wir uns in der Bar getrennt hatten.
Samstags feierte Cristina ihren Geburtstag im Rembrandt vor und lud uns ein. Nur Cato ließ sich begeistern, wir gingen hin. Wir lernten die Familie kennen, tanzten, ich redete mit Cristinas Schwester auf Spanisch und irgednwann beschlossen wir, noch ins Discovery zu gehen. Nach ein paar Stunden und viel Wein dann in eine Bowling-Bar, die aus irgendeinem Grund um 4 Uhr morgens kaum besucht war. Ich trank ein paar Schlucke Barcadi Breezer und Cato ein Bier, dann zogen wir zur Tao-Bar, im Sommer eine coole draußen-Lounge, im Winter eine schreckliche Posh-Disko. Die Männer/Jungs trugen alle Hemden, die Frauen/Mädchen alle fast nichts. Die "Musik" war grausam und ein kleines Bier kostete 8 Lei (normalerweise bezahlt man für ein großen maximal 4). Cato bestand darauf, mir eins auszugeben, aber trotzdem hielten wir es nicht lange aus. Es war sowieso schon 5, und ich überredete ihn dazu, mich nicht nach Hause zu bringen (ehrlich gesagt hat mich diese Pseudo-Beschützer-Nummer unter Alkoholeinfluss tierisch aufgeregt). Die Nacht war witzig- wenn man will, hat Valcea einiges an Party zu bieten!
Eigentlich wollten wir ab Montag (gestern) für 2 Wochen in ein Dorf in der Nähe von Sibiu fahren, und mit lernbehinderten Kindern arbeiten. Zum Planungsbesuch fuhr ich mit unserem Mentor 2nd Catalin auch letzte Woche hin, wir trafen Joscha (von dem ich geschrieben habe) und seine Chefin und alles schien klar zu sein. Naja, im letzten Moment ging dann doch alles schief, auf deren Seite, die Mitarbeiter scheinen irgendeine Art Revolte gestartet zu haben; jedenfalls werden wir wahrscheinlich im Mai hinfahren. Dann ist das Wetter auch besser (und WÄRMER!). Es war jedenfalls eine tolle Erfahrung, der Tag auf dem Kinderbauernhof (guckt mal hier: http://www.kinderbauernhof.org) .
Die Kinder freuten sic riesig über die Aufmerksamkeit, ich lernte an einem Tag mehr Rumänisch als vorher in einem Monat und es macht Spaß, Joscha mit den Kids zu sehen. Irgendwie ist er echt für diese Arbeit gemacht- nicht so der weltfremde Pseudo-Pädagoge, aber auch nicht der strenge Oberlehrer, einfac natürlich.
Die Arbeit in den verschiedenen Schulen ist auch super angelaufen. Heute Nacht feiern wir in Cristinas richtigen Geburtstag rein, und am Wochenende fahren wir vielleicht nach Arad. Diese Woche ist frei, nächste Woche gehen wir 4 von 5 Tagen in Schulen. In unserer WG läuft es besser denn je, wir verstehen uns prima. Bald kriegen wir Zuwachs- Sonntag kommt meine neue Zimmerkollegin Dilek aus der Türkei. Die scheint ein bisschen schräg zu sein, aber wir werden sehen. Rumänisch klappt auch besser mittlerweile- durch die Arbeit mir Kindern hat man endlich eine Motivation, die Sprache zu lernen.
In diesem Sinne- pe curând (bis bald)!
Ach ja- hab ich erwähnt, dass ich euch trotz meiner tollen Zeit hier ziemlich vermisse? Katja hat mir vor 2 Wochen eine SMS geschrieben, ob ich auf einen Sekt auf dem Balkon vorbeikommen will. Hach ja. Mach ich, bin unterwegs!
Freitags blieben wir meistens zu Hause, trafen uns mit den anderen in unserem Apartment und tranken Bier. Samstags ging's zuerst in die Rembrandt Bar und dann ins "Discovery", ein sehr beliebter Karaoke-Club. Nicht so Fashion-Leute, sondern eher "Normalos" und Männer, die dir Wein ausgeben. Mit Cato zusammen sang ich ein paar Mal.
Unter der Woche gingen wir auch manchmal in die Bar zu Cristi und Cristina. Ich ging meistens alleine mit Cato, weil sich sonst niemand motivieren ließ; manchmal waren Pedro und Asiye, die sich endlich zusammen gefunden haben, noch dabei. Ayca und Zuzu, meine beiden Mitbewohnerinnen, gehen nur am Wochenende mit uns weg. Cristi fand es witzig die ganze Zeit Andeutungen zu machen, Cato und ich würde "heimlich" daten- traurigerweise ist aber einfach die Weggeh-Mentalität ein bisschen anders geworden. Ich bin froh, dass wenigstens Cato hier ist. Ich glaube, es macht ihm ein bisschen was aus, dass er und Pedro jetzt gar nicht mehr alleine sind- nach dem Streit mit Clémence ist Asiye bei den Jungs eingezogen.
Letzten Donnerstag kam Beka aus Georgien wieder und brachte Wodka mit; wir trafen uns zum Essen bei den Jungs und zogen dann in die Art Bar (=Rembrandt Café). Die anderen zogen weiter, ich blieb im Dark Room mit ein paar anderen. Cristi hatte seiner Freundin morgens einen Antrag gemacht und sie zeigte mir stolz den Ring.
Als ich nach Hause kam, war Zuzu (die tatsächlich mitgekommen war) total betrunken; die anderen waren noch ins Discovery weiter gezogen, nachdem wir uns in der Bar getrennt hatten.
Samstags feierte Cristina ihren Geburtstag im Rembrandt vor und lud uns ein. Nur Cato ließ sich begeistern, wir gingen hin. Wir lernten die Familie kennen, tanzten, ich redete mit Cristinas Schwester auf Spanisch und irgednwann beschlossen wir, noch ins Discovery zu gehen. Nach ein paar Stunden und viel Wein dann in eine Bowling-Bar, die aus irgendeinem Grund um 4 Uhr morgens kaum besucht war. Ich trank ein paar Schlucke Barcadi Breezer und Cato ein Bier, dann zogen wir zur Tao-Bar, im Sommer eine coole draußen-Lounge, im Winter eine schreckliche Posh-Disko. Die Männer/Jungs trugen alle Hemden, die Frauen/Mädchen alle fast nichts. Die "Musik" war grausam und ein kleines Bier kostete 8 Lei (normalerweise bezahlt man für ein großen maximal 4). Cato bestand darauf, mir eins auszugeben, aber trotzdem hielten wir es nicht lange aus. Es war sowieso schon 5, und ich überredete ihn dazu, mich nicht nach Hause zu bringen (ehrlich gesagt hat mich diese Pseudo-Beschützer-Nummer unter Alkoholeinfluss tierisch aufgeregt). Die Nacht war witzig- wenn man will, hat Valcea einiges an Party zu bieten!
Eigentlich wollten wir ab Montag (gestern) für 2 Wochen in ein Dorf in der Nähe von Sibiu fahren, und mit lernbehinderten Kindern arbeiten. Zum Planungsbesuch fuhr ich mit unserem Mentor 2nd Catalin auch letzte Woche hin, wir trafen Joscha (von dem ich geschrieben habe) und seine Chefin und alles schien klar zu sein. Naja, im letzten Moment ging dann doch alles schief, auf deren Seite, die Mitarbeiter scheinen irgendeine Art Revolte gestartet zu haben; jedenfalls werden wir wahrscheinlich im Mai hinfahren. Dann ist das Wetter auch besser (und WÄRMER!). Es war jedenfalls eine tolle Erfahrung, der Tag auf dem Kinderbauernhof (guckt mal hier: http://www.kinderbauernhof.org) .
Die Kinder freuten sic riesig über die Aufmerksamkeit, ich lernte an einem Tag mehr Rumänisch als vorher in einem Monat und es macht Spaß, Joscha mit den Kids zu sehen. Irgendwie ist er echt für diese Arbeit gemacht- nicht so der weltfremde Pseudo-Pädagoge, aber auch nicht der strenge Oberlehrer, einfac natürlich.
Die Arbeit in den verschiedenen Schulen ist auch super angelaufen. Heute Nacht feiern wir in Cristinas richtigen Geburtstag rein, und am Wochenende fahren wir vielleicht nach Arad. Diese Woche ist frei, nächste Woche gehen wir 4 von 5 Tagen in Schulen. In unserer WG läuft es besser denn je, wir verstehen uns prima. Bald kriegen wir Zuwachs- Sonntag kommt meine neue Zimmerkollegin Dilek aus der Türkei. Die scheint ein bisschen schräg zu sein, aber wir werden sehen. Rumänisch klappt auch besser mittlerweile- durch die Arbeit mir Kindern hat man endlich eine Motivation, die Sprache zu lernen.
In diesem Sinne- pe curând (bis bald)!
Ach ja- hab ich erwähnt, dass ich euch trotz meiner tollen Zeit hier ziemlich vermisse? Katja hat mir vor 2 Wochen eine SMS geschrieben, ob ich auf einen Sekt auf dem Balkon vorbeikommen will. Hach ja. Mach ich, bin unterwegs!
EVS Rebirth
Buna ziua, meine Damen und Herren. Zum ersten Mal seit dem Weihnachtsbericht mal wieder ein paar neue News.
Als die anderen ein paar Tage nach mir wieder kamen, war erstmal die große Woche der Geburtstage: Zuzu, Ayca und Pedro hatten alle in einer Woche Geburtstag! Ich durfte das Ablenkingsmanöver für Ayca spielen, ging mit ihr ein Bier trinken und sie merkte tatsächlich nichts, als wir zu den Jungs gingen, um "die anderen abzuholen und ein Bier trinken zu gehen"- Überraschuuung, Ayca! Der Abend war super, sie freute sich ziemlich. An Pedros Geburtstag schmückten wir unsere Wohnung und bastelten Masken mit seinem Gesicht. Wie in alten Zeiten waren es wieder Clémence und ich, die bis 6 Uhr den Wein leerten. Als ihr die Zigaretten ausgingen, machte sich Clémence auf den Weg- Chicken (Ayca) war noch wach und wir redeten noch etwa 2 Stunden. Wir sind echt näher zusammen gewachsen seit der blöden Aktion vor den Weihnachtsferien.
Das Neue Jahr hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Es scheint, als hätte ich in Wirklichkeit nur einen 6monatigen EVS ausgewählt und das zu spät gemerkt. Denn seit dem Ende der Weinachtsferien- zugegebenermaßen mit einigen Startschwierigkeiten- hat sich hier einiges geändert!
Angefangen hat es damit, dass ich jemanden kennen gelernt habe, der Vâlcea tatsächlich für den schönsten Platz der Erde hält- kein Scherz! Cosmin wohnt jetzt in Bukarest, ist aber in Râmnicu Vâlcea aufgewachsen und kommt regelmäßig am Wochenende hier hin- über Couchsurfing hat er mich gefragt, ob wir mal weggehen wollen.
Und so sind wir zum Rembrandt Café gegangen, einer neu eröffneten Bar, ziemlich versteckt auf einem Hinterhof. Und ich lernte Cristina und Cristi kennen, die Besitzerin und ihren Freund. Ich ging am nächsten Abend, nachdem ich mit Cosmin da war, mit Clémence hin und wir bekamen den ersten Kontakt. Als wir sagten, der Wein sei uns zu teuer, kam Cristina an den Tisch, stellte sich als Chefin vor und- spendierte uns den Wein!! Den ganzen Abend saßen die beiden bei uns, irgendwann gingen sie dann in den Nebenraum (den "Dark Room", denn sie machten das Licht aus und als Clémence auf Biersuche ging, störte sie die beiden unbeabsichtigt). Ich tauschte mich mit Clémence aus, weil sie und ich ja die meiste Zeit getrennt unterwegs waren während der Ferien und sie erzählte mir, wie aus ihrer besten Freundin Asiye ihre größte Feindin wurde.
Die beiden hatten sich in Venedig getrennt, nachdem sie sich tagelang angeschwiegen hatten und Asiye dafür verantwortlich war, dass Clémence' Tasche geklaut wurde.
In der nächsten Woche fuhr ich mit Gülnar nach Bukarest, wo ich meinen Pass beantragte. Als ich die falsche Fotogröße hatte und nochmal quer durch die Stadt musste, rastete ich fast aus. Bukarest ist echt scheiße. Das Land repräsentiert es auf keinen Fall!
Mit Gülnar war ich in ihrem neuen Büro. Sie wird wahrscheinlich noch ein Jahr bleiben und für eine Organisation in Bukarest arbeiten. Die Leute da waren wirklich nett und Gülnar, die mit ihrer recht... dominanten Art und Weise und ihrem übertriebenen Patriotismus nicht gerade der Liebling der Gruppe ist, wurde mir irgendwie immer sympathischer.
In der folgenden Woche ging es richtig los mit der Arbeit! Wir fuhren am Donnerstag in eine Schule in Cozia, wo 90% arme Zigeunerkinder unterrichtet werden. Die haben sich riesig gefreut, uns zu sehen und wir hatten uns in den Tagen vorher ein Programm zurecht gelegt, mit Spielen und Recycling-Basteln, das ziemlich gut ankam. Nach einer ausgiebigen Schneeballschlacht (hier liegt seit 4 Wochen Schnee) fuhren wir sehr zufrieden zurück.
Am Samstag trampten Clémence und ich nach Craiova, um Freunde zu besuchen, andere Freiwillige. Irgendwie kamen so ziemlich alle, die wir vom On-Arrival-Training kannten, dahin. Alle zusammen stürmten wir Kaufland und versorgten uns mit Flüssignahrung für den Abend. Die Nacht war lang, man traf alte Freunde wieder; ich hing die meiste Zeit mit Mart und Tony ab. Clémence freute sich über französische Erasmus-Studenten, äh... Die Sprache verfolgt mich, das nervt ;)
Parteyyy:

Mit Mart (Estland) und Manu (Deutschland)

Chicas: Zane und Sabine (<3)>

Clémence und Reinig und Timişoarena Bier.

Yummy- Sabine, Zane, Enriko (aus Georgien)
Am nächsten Morgen mussten wir früh los, 3 Stunden Schlaf, an die Straße, 1 Stunde warten, endlich nimmt uns wer mit. Denn wir waren eingeladen zu Cristina nach Hause, zum Grillen. Es war eisig und wir totmüde, so einen richtig guten Eindruck haben wir wohl nicht hinterlassen; wir waren langweilig. Aber wir mussten trotz akuter Müdigkeit/Kater (und in Clémence' Fall Leberschmerzen) natürlich zu unserer ersten Privatparty-Einladung in Vâlcea antanzen!! Durch unseren häufigen Besuch der Rembrandt Bar (quasi jeden Abend) sind wir mittlerweile wirklich mit dem netten Pärchen befreundet; also richtig, nicht nur so Small Talk Austausch, sondern Sarkasmus und dumme Witze und was so dazu gehört. Das zusammen mit der Tatsache, dass wir jetzt endlic regulär arbeiten, gibt der ganzen Sache einen neuen Aufschwung.
Als die anderen ein paar Tage nach mir wieder kamen, war erstmal die große Woche der Geburtstage: Zuzu, Ayca und Pedro hatten alle in einer Woche Geburtstag! Ich durfte das Ablenkingsmanöver für Ayca spielen, ging mit ihr ein Bier trinken und sie merkte tatsächlich nichts, als wir zu den Jungs gingen, um "die anderen abzuholen und ein Bier trinken zu gehen"- Überraschuuung, Ayca! Der Abend war super, sie freute sich ziemlich. An Pedros Geburtstag schmückten wir unsere Wohnung und bastelten Masken mit seinem Gesicht. Wie in alten Zeiten waren es wieder Clémence und ich, die bis 6 Uhr den Wein leerten. Als ihr die Zigaretten ausgingen, machte sich Clémence auf den Weg- Chicken (Ayca) war noch wach und wir redeten noch etwa 2 Stunden. Wir sind echt näher zusammen gewachsen seit der blöden Aktion vor den Weihnachtsferien.
Das Neue Jahr hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Es scheint, als hätte ich in Wirklichkeit nur einen 6monatigen EVS ausgewählt und das zu spät gemerkt. Denn seit dem Ende der Weinachtsferien- zugegebenermaßen mit einigen Startschwierigkeiten- hat sich hier einiges geändert!
Angefangen hat es damit, dass ich jemanden kennen gelernt habe, der Vâlcea tatsächlich für den schönsten Platz der Erde hält- kein Scherz! Cosmin wohnt jetzt in Bukarest, ist aber in Râmnicu Vâlcea aufgewachsen und kommt regelmäßig am Wochenende hier hin- über Couchsurfing hat er mich gefragt, ob wir mal weggehen wollen.
Und so sind wir zum Rembrandt Café gegangen, einer neu eröffneten Bar, ziemlich versteckt auf einem Hinterhof. Und ich lernte Cristina und Cristi kennen, die Besitzerin und ihren Freund. Ich ging am nächsten Abend, nachdem ich mit Cosmin da war, mit Clémence hin und wir bekamen den ersten Kontakt. Als wir sagten, der Wein sei uns zu teuer, kam Cristina an den Tisch, stellte sich als Chefin vor und- spendierte uns den Wein!! Den ganzen Abend saßen die beiden bei uns, irgendwann gingen sie dann in den Nebenraum (den "Dark Room", denn sie machten das Licht aus und als Clémence auf Biersuche ging, störte sie die beiden unbeabsichtigt). Ich tauschte mich mit Clémence aus, weil sie und ich ja die meiste Zeit getrennt unterwegs waren während der Ferien und sie erzählte mir, wie aus ihrer besten Freundin Asiye ihre größte Feindin wurde.
Die beiden hatten sich in Venedig getrennt, nachdem sie sich tagelang angeschwiegen hatten und Asiye dafür verantwortlich war, dass Clémence' Tasche geklaut wurde.
In der nächsten Woche fuhr ich mit Gülnar nach Bukarest, wo ich meinen Pass beantragte. Als ich die falsche Fotogröße hatte und nochmal quer durch die Stadt musste, rastete ich fast aus. Bukarest ist echt scheiße. Das Land repräsentiert es auf keinen Fall!
Mit Gülnar war ich in ihrem neuen Büro. Sie wird wahrscheinlich noch ein Jahr bleiben und für eine Organisation in Bukarest arbeiten. Die Leute da waren wirklich nett und Gülnar, die mit ihrer recht... dominanten Art und Weise und ihrem übertriebenen Patriotismus nicht gerade der Liebling der Gruppe ist, wurde mir irgendwie immer sympathischer.
In der folgenden Woche ging es richtig los mit der Arbeit! Wir fuhren am Donnerstag in eine Schule in Cozia, wo 90% arme Zigeunerkinder unterrichtet werden. Die haben sich riesig gefreut, uns zu sehen und wir hatten uns in den Tagen vorher ein Programm zurecht gelegt, mit Spielen und Recycling-Basteln, das ziemlich gut ankam. Nach einer ausgiebigen Schneeballschlacht (hier liegt seit 4 Wochen Schnee) fuhren wir sehr zufrieden zurück.
Am Samstag trampten Clémence und ich nach Craiova, um Freunde zu besuchen, andere Freiwillige. Irgendwie kamen so ziemlich alle, die wir vom On-Arrival-Training kannten, dahin. Alle zusammen stürmten wir Kaufland und versorgten uns mit Flüssignahrung für den Abend. Die Nacht war lang, man traf alte Freunde wieder; ich hing die meiste Zeit mit Mart und Tony ab. Clémence freute sich über französische Erasmus-Studenten, äh... Die Sprache verfolgt mich, das nervt ;)
Parteyyy:

Mit Mart (Estland) und Manu (Deutschland)

Chicas: Zane und Sabine (<3)>

Clémence und Reinig und Timişoarena Bier.

Yummy- Sabine, Zane, Enriko (aus Georgien)
Am nächsten Morgen mussten wir früh los, 3 Stunden Schlaf, an die Straße, 1 Stunde warten, endlich nimmt uns wer mit. Denn wir waren eingeladen zu Cristina nach Hause, zum Grillen. Es war eisig und wir totmüde, so einen richtig guten Eindruck haben wir wohl nicht hinterlassen; wir waren langweilig. Aber wir mussten trotz akuter Müdigkeit/Kater (und in Clémence' Fall Leberschmerzen) natürlich zu unserer ersten Privatparty-Einladung in Vâlcea antanzen!! Durch unseren häufigen Besuch der Rembrandt Bar (quasi jeden Abend) sind wir mittlerweile wirklich mit dem netten Pärchen befreundet; also richtig, nicht nur so Small Talk Austausch, sondern Sarkasmus und dumme Witze und was so dazu gehört. Das zusammen mit der Tatsache, dass wir jetzt endlic regulär arbeiten, gibt der ganzen Sache einen neuen Aufschwung.
Donnerstag, 7. Januar 2010
Die Liebe liebt das Wandern - Gott hat sie so gemacht ... (aus "Winterreise" von Franz Schubert)
Ich glaube kaum, dass irgendwer meine Monstereinträge noch ernsthaft liest, aber das Problem ist halt, dass ich immer mehrere ereignisreiche Wochen zusammen festhalten muss... Ich werd mal versuchen, mich ein bisschen kürzer zu fassen. Fotos gucken reicht auch eigentlich ;P
6 Tage bzw. Nächte ohne nennenswerten Schlaf lagen zwischen meiner "Herbst-" und meiner "Winterreise". Denn die anderen hatten umgeplant- Wien stand auf dem Programm, noch vor Budapest. Also losgetrampt am 15., auf nach Cluj, von wo aus wir den Bus nehmen würden. Ziemlich schnell hielt ein LKW, ich stieg mit Cato ein. Der Fahrer brachte uns fast bis nach Cluj, es schneite tierisch, wir musste öfter anhalten und auf Räumung warten. Im kniehohen Schnee fanden wir zum Glück schnell ein Auto nach Cluj von Turda, wo uns der Fahrer gelassen hatte, ein Bier mit den anderen, die unverschämterweise mit einem Auto direkt bis Cluj gekommen waren, und ab nach Budapest. Dort wartete schon der Bus zum Umsteigen nach Wien, aber wie sich herausstellte, hatte ich mein Ticket auf den falschen Tag gebucht, Mist, aber glücklicherweise kamen ein paar Fahrgäste nicht. Stress um 7 Uhr morgens, wieder keinen Schlaf gehabt die ganze Nacht, meine Nerven litten. In den paar Stunden bis Wien konnte ich die Augen auch nicht zumachen, weil mein Sitznachbar sehr redebedürftig war. Wir bekamen eine Einladung nach Satu Mare, im Norden Rumäniens, super, aber ich fühlte mich wie ein Fischstäbchen, als wir in Österreichs Hauptstadt ankamen, kalt, irgednwie leblos und leer. Schlafmangel kann einen echt fertig machen.
Wir trafen Pedro und Asiye, die schon vorher nach Wien gekommen waren, und Ian, ein Freund von Asiye aus Istanbul, der in Wien Erasmusstudent ist, zeigte uns ein bisschen die Stadt.
Gemeinsam mit ihm fuhr ich in ein Einkaufszentrum und kaufte in einem Sportgeschäft neue Backpacker für Ayca und mich; wir hatten uns in Rumänien welche für 50 Lei gekauft (ca.13 Euro), die noch auf dem Weg nach Cluj gerissen waren, komplett). Mit neuen Rucksäcken und dadurch besserer Stimmung gingen wir auf den Weihnachtsmarkt und ich gab gebrannte Mandeln aus, die keiner der 4 TürkInnen kannte.
In einem unglaublich teuren und unfreundlichen Café versuchten wir, mithilfe von Facebook einen Schlafplatz zu finden. Eine EVSlerin, die Sonja kannte, Mailys aus Frankreich, bot uns schließlich ihren Fußboden an, super nett von ihr. Wir besuchten ihre kleine Wohnung und sie lud uns zu einem Abend mit ihren Freunden ein, ich hatte super Lust, aber Cato, Ayca und Arzu würden nur bis zum nächsten Morgen bleiben, deshalb wollten sie lieber Wiens Nachtleben kennen lernen. Wir zogen also los, fanden die "Salzbar" im Barviertel am Schwedenplatz, wo bis 22:00 Happy Hour war, alles zum halben Preis, will sagen, zu normalen Preisen die ein geistig gesunder Mensch bereit ist zu zahlen. Nach Rumänien waren die Preise einfach unglaublich- unter 3 Euro für ein kleines Bier, beinahe unmöglich zu finden! Wir zahlen hier 1 Euro für ein großes, und selbst in Deutschland würde man diese Preise als unverschämt bezeichnen!
Später fanden wir einen Irish Pub mit Bier zu 2 Euro pro 0,5, damit konnten wir leben. Der Schlafmangel forderte seinen Tribut, Arzu und ich schliefen nach ein paar Guiness friendlich am Tisch ein.
Wir verabredeten mit Mailys, dass wir später kämen, sie war nicht so begeistert, weil sie am nächsten Tag arbeiten musste, ich auch nicht, weil ich müüüüde war, aber ich beugte mich der Mehrheit. Um halb 4 schließlich standen wir vor der Tür, die Klingel reagierte nicht, ein Passant lieh uns sein Handy, wir erreichten sie nicht. Schlißelich riefen wir von einer Telefonzelle aus Ian an, der sie schleißlich erreichte. 2 Stunden Schlaf hatten wir, dann brachten wir die anderen zum Bus nach Budapest und trafen Asiye wieder, die mit Pedro bei Ian im Wohnheim geschlafen hatte.
Zu dritt setzten wir uns in den McDonald's, wo wir Wireless Lan hatten, versuchten, die Weiterreise zu organisieren, weil die beiden unbedingt nach Spanien wollten, checkten Mails und vertrödelten den ganzen Vormittag im Mcces. Ich fühlte mich wie ein Zombie.
Wir trafen Ian, der uns den Wiener Prater zeigte, eine Art Freizeitpark, zu dieser Jahreszeit menschenleer und deshalb ziemlich gruselig.

So sieht ein Taxi in Wien aus- wenn man sich's leisten kann!
Abends wollten wir in die Oper, der Vogelhändler, für 2 Euro bekamen wir Stehplätze. Der Mann an der Garderobe forderte uns auf, unsere Sachen abzugeben, und zwar einzeln, weil er an seinem Job hinge... Die Leute sind in Wien einem krassen Kontrollwahn ausgesetzt, überall sind Kameras, jeder bangt um seinen Job, wenn er sich nicht an die Regeln hält. Sogar in einem kleinen Dönerstand wurde der Verkäufer via Kamera beobachtet.
Das Stück war nicht so berauschend, eine Operette, teils mit tiroler Dialekt, ich verstand kein Wort und war dankbar für die englischen Obertitel. Eine krass geschminkte Kontrolleurin "erwischte" uns dabei, wie wir uns auf unbesetzte Plätze setzten und drohte uns mit Rauswurf; Clémence erzählte, in Paris werden einem die Plätze sogar gezeigt, wenn man einen Stehplatz gebucht hatte.
Nun ja, Wien gefiel mir einfach nicht besonders. Irgednwie kalt, nicht nur wegen des Wetters. Die Kameras, Totenstille in bevölkerten U-Bahn Stationen, dieser krasse Zwang, sich bloß an die Regeln zu halten (selbst auf der Rolltreppe stand niemand links)... Außerdem einfach unglaublich teuer und dekadent. In der Oper waren nur allerfeinste Leute, aufgebitcht bis zum Geht-nicht-mehr, Champagner trinken in der Pause. Für die waren wir total "kurios" mit unseren Rucksäcken und normalen Klamotten. Ich sprach nur Englisch in der Zeit, es sei denn, jemand fragte mich, wo ich herkam. In der Oper sagte ich "Rumänien" und diese verständnisvollen Blicke hätte ich denen am liebsten aus dem Gesicht geschrien!
Wir lebten wirklich nicht besonders luxeriös in dieser Stadt- aßen grundsätzlich nur an Imbissen, tranken in Happy-Hour-Bars und schliefen auf dem Boden von Ians Wohnheimzimmer. In der Nacht nach der Oper bekamen wir tatsächlich Schlaf, ich fühlte mich wie neu anschließend.
Wir trafen auch nette Leute; auf einem Weihnachtsmarkt durften wir Käse probieren und ein netter Italiener tauschte teures Gebäck gegen billige rumänische Zigaretten.
Am letzten Abend war eine Erasmusparty geplant, wir waren vorher in der Salzbar, ich zeigte den anderen Weizenbier, das sie noch nie getrunken hatten; trotzdem war ich die einzige, deren Glas beim Einschenken voller Schaum war, ähem...
Plötzlich rief Papa an und erzählte, er sei auch in Wien, auf einer Weihnachtsfeier. Wir fuhren mit der S-Bahn hin, Wiedersehen, verrückt! Und plötzlich standen wir auf der richtigen Seite des Luxus: Teurer Rotwein, Grappa aus Italien, frisch gezapftes Bier, für die anderen Schnitzelbrötchen als einziger Rest des Buffets- wir genossen.
Und übertrieben. Ich, die ich seit 7 Wochen keine Auszeit gehabt hatte, schlief auf der Erasmusparty sofort auf einem Sessel ein, verpasste aber wohl nichts.
Am nächsten Morgen wieder früh raus, Abschied von Ian, der wirklich sehr nett und gastfreundlich gewesen war, und nahmen den Bus nach Budapest. Dort wurden wir abgeholt von unseren Couchsurfing-Host Maté und seinem Freund, der für die erste Nacht einsprang und uns netterweise aufnahm. Wir frühstückten, luden unsere Sachen ab und gingen ein bisschen raus. Es war schon dunkel, später Nachmittag, und der Schnee peitschte uns ins Gesicht. Es war eiskalt.

Zwischen Buda und Pest
Nach ein paar Stunden, in denen wir an den Brücken entlang wanderten, die die beiden teile Buda und Pest verbinden, fanden wir den Weihnachtsmarkt im Stadtzentrum. Wir fanden einen Stand mit ungarischen Spezialitäten, wo wir unser Abendessen einzunehmen gedachten.
In einer großen Pfanne wurde etwas gekocht, das aussah wie Gnocchi, also Nudeln, oder sowas aus Kartoffeln. Sah lecker aus, ich fragte, was das denn sei, um sicherzugehen, dass kein Fleisch drin war. "Testicles", sagte die Verkäuferin emotionslos, sodass ich schon dachte, ich hätte mich verhört. Aber tatsächlich hatten wir hier eine ungarische Spezialität vor uns, Hahnhoden, meine Güte! Wir entschieden uns schließlich für Sauerkraut und Bratkartoffeln, dazu leckeres, frisches Brot.

Da es aber ziemlich kalt war, entschieden wir uns, das Essen bei Burger King zu uns zu nehmen. Natürlich wurden die recht bald auf uns aufmerksam. Netterweise durften wir aber bleiben, solange wir nur einen Kaffee tranken oder irgendwas. Die anderen Gäste beobachteten uns etwas verstört, wir ließen uns nicht stören.
Abends ging einer der Mitbewohner unseres Hosts, Adam, mit uns in eine alternative Kneipe, ein bisschen wie ein Jugendkeller für Studenten und Leute um die 30, ziemlich cool. Wir tranken Bier und probierten Palinka, sowas wie Obstler, gibts aus Himbeeren, Pflaumen, Birnen, etc. Ich musste mich fast übergeben, das Zeug war mindestens so stark wie Obstler und als gutes Mädchen vom Dorf hatte ich den Shot natürlich in eins getrunken. Ich blieb dann bei Bier.
Adam ging vor uns, sagte, wir sollen einfach klingeln. Machten wir, außerdem klopften wir, schrien seinen Namen durch die geöffnete Tür (leider wurden wir durch ein Gitter davon getrennt), wir waren vielleicht 10 Meter von ihm entfernt und schrien schließlich seinen Namen, rüttelten am Gitter und machten einen Riesen-Terror, aber obwohl wir ihn gleichmäßig schnarchen hörten, wurde er einfach nicht wach. Ein Nachbar lud uns schließlich zu sich ein, wir bekamen Tee trotz nächtlicher Ruhestörung und unterhielten uns via google translator. Er sagte, er sei Jude und zwar nicht so ein scheinheiliger, er sei ein religiöser Mensch und würde deshalb Menschen in der Not selbstverständlich helfen. Als wir ihn am nächsten Morgen trafen, gab er uns sogar seine Nummer und bot uns an, uns herumzufahren.
Schließlich riefen wir nach weiteren erfolglosen Versuchen, Adam aufzuwecken, unseren Host an, der bei seiner Freundin war und uns freundlicherweise aufschloss.
Am nächsten Mittag zogen wir zu Maté um, der uns mit Infos und einem Stadtplan versorgte. Sonja sollte an diesem Tag ankommen, wir gingen zum Bahnhof, warteten, sie kam nicht, Schneechaos, der Zug hatte Verspätung, mindestens 3 Stunden. Wir gingen in ein Café, tranken Kaffee und legten unsere Schuhe auf die Heizung.
Nach etwa 2 Stunden beschlossen wir, uns den Stadtpark anzusehen; als wir ankamen, wurde es aber schon Zeit, Sonja abzuholen. Im beheizten Warteraum warteten wir und endlich kam sie: Sonja, endlich wieder nach 5 Monaten!!

Mit Sonja in Budapest (Punkrock, Alter!)
Wir brachten unsere Sachen zu Maté und beschlossen, essen zu gehen. Nach der Teurostadt Wien gab es Budapest endlich wieder vernünftige Preise (trotz beklopptem Wechselkurs: 1 Euro zu 273 Forinth). Eigentlich wollten wir was Landestypisches, landeten aber in einer Pizzeria, war jedenfalls auch lecker. Danach tranken wir in einer neu eröffneten Bar Wein mit Himbeersirup und Sonja kam in den Genuss von Palinka, Clemence und Mate tranken Absinth (der in den USA verboten ist, weil er angeblich Halluzinationen hervorrufen kann). Der Kellner war ein älterer Hippie, ziemlich gut drauf. Er gab Asiye einen Sekt aus, Mate machte die ganze Zeit mit meiner Kamera Fotos.

Absinth

Sekt für Asiye, Clémence ist eifersüchtig
Der Rückweg war grausam, es war unglaublich kalt. Zuhause checkten wir das im Internet, -20 Grad... Krass! Aber ganz Europa war so saukalt, selbst in Timisoara (Rumänien) waren -21 Grad... Der kälteste Tag des Jahres in Budapest, und wer ist da? Richtiiig!

Three Monkeys- Ich, Sonja, Maté
Ich hatte mir Plastiktüten über die Socken gezogen, trug immer mindestens 3 Strumpfhosen und 4 Pullis plus Jacke, Schal, Handschuhe, Mütze, die anderen genauso.
Wir hatten für Clemence und Asiye Interrail-Tickets gekauft, sie wollten nach Bratislava trampen und anschließend nach Polen weiterfahren, dann nach Frankreich, Spanien, Portugal, und schließlich zurück nach Rumänien. Hier trennten sich also unsere Wege, wir verabschiedeten uns und von da an reiste ich mit Sonja alleine weiter.
Wir sahen uns am nächsten Tag Budapest an, sowohl Buda als auch Pest, mochten die Stadt, tranken Kaffee und tauschten Annekdoten aus dem Freiwilligenleben aus. Mail ist ja schön und gut, skype und so weiter, aber bei einem Kaffee zu sitzen und zu reden ist 1000 Millionen mal besser!
Mate, der uns tagsüber den Markt gezeigt hatte, auf dem er immer einkaufte (ziemlich geil, mehrstöckig und mit allem, was es gibt; unter anderem ein Stand an dem man alles vom Schwein kaufen kann, inklusive Rüssel), hatte für abends eine internationale Dinerparty geplant, mit einer Ungarin, 4 Türkinnen und uns. Er kochte Pasta mit Kartoffeln, angeblich typisch ungarisch, wir machten Reibekuchen mit Apfelmus, die er als polnische Placki erkannte. Naja, aber die essen die nicht mit Apfelmus, außerdem muss er erstmal beweisen, dass es Placki vor Kartoffelpuffern gab! Außerdem gab es Sauerkraut, das Sonja und ich für uns entdeckten, und andere eingelegte Gemüsesorten mit Essiggeschmack, aber ganz lecker.
Die Türkinnen redeten leider nur untereinander, weshalb die internationale Interaktion ein bisschen wegfiel, das Essen war aber lecker.

Kochparty
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus etwas außerhalb der Stadt zu einer Tankstelle, von der aus wir nach Bratislava trampten, wenn wir schon so nah sind. Wir blieben dort in einem Hostel, die Nacht nutzten wir zum Barhopping, blieben schließlich in einem gerammelt vollen Rockclub namens Aligator, wo wir von einem netten Typen Drinks ausgegeben bekamen, mit dem ich hinterher zu der Livemusik tanzte. Eigentlich wollten wir nachher noch in einen Reggaeclub, den unsere Schweizer Zimmergenossen empfohlen hatten, aber den fanden wir nicht mehr, Motivation schwindend. Ein Nikolaus kam uns auf dem Rückweg entgegen, wir forderten Geschenke, seine Begleiterin gab uns Schokoloade, haha. An einem Fenster rauchte ein Typ, hinter ihm schien eine Party zu sein. Wir riefen ihm zu, ob wir mitfeiern dürften, er kam runter, redete auf deutsch mit uns, verabschiedete sich aber dann, schade. Wir feierten alleine noch eine nächtliche Keksparty und schliefen dann.
Am nächsten Morgen bemerkte ich beim Duschen, dass ich mein Handtuch verloren hatte und trocknete mich notgedrungen mit einem T-shirt ab.
Wir gingen durch Bratislava, eher klein, aber ziemlich schön. Eigentlich wollten wir frühstücken gehen, das Café hatte aber zu und wir gingen ins "Green Café", von einem Italiener betrieben und daher mit fantastischem Kaffee ausgestattet, das Sandwich war aber nicht so berauschend. Nach unsere Tour durch die kleine Innenstadt gingen wir deshalb nochmal Frühstücken, für Sonja Croissant, für mich Spinatquiche. Der frisch gepresste Orangensaft war fantastisch!
Von der Rezeptionistin im Hostel hatten wir einen Tip bekommen, wo man gut nach Budapest trampen könne. Der Busfahrer erzählte uns dann aber was anderes, nahm uns umsonst mit und dirigierte uns den Weg. Irgednwie kam der uns dann nicht soo ideal vor, aber gut, er war der Profi. Er wollte noch unsere Mailadresse und schrieb uns tatsächlich am nächsten Tag, lud uns nach Bratislava ein, bei ihm und seiner Familie zu wohnen und uns alles zu zeigen. Ziemlich cool!
Nach einigen Schwierigkeiten fanden wir die Hitchhiking-Stelle, nach langem Warten nahm uns ein Fahrer bis zur Grenze mit, die wir dann zu Fuß (!) überquerten. Dahinter lag ein großer Supermarkt, augehungert kauften wir Abendbrot, ich zeigte Sonja Fornetti, eine Gebäckkette aus Ungarn, die es in Rumänien auch überall gibt, so verschiedene Blatterteigteilchen, sehr geil. Ich kaufte mir auch ein Handtuch, ähem...
Anschließend standen wir ewig im Nieselregen mit dem "Budapest"-Schild in der Hand, bis uns jemand bis zur ersten Autobahntankstelle mitnahm. Dort sprachen wir einen alten Mann mit seinem Hund an, der uns mitnahm nach Budapest und unterwegs von seinen vielen Reisen erzählte, in perfektem Deutsch. Nach einer Weile erzählte er von einem Kollegen und Freund, der ihn betrogen hatte, und gegen den er jetzt den Prozess darüber verloren hatte. Wenn er die zweite Runde auch verlöre, so sagte er nüchtern, werde er ihn umbringen. Er würde 15 Jahre bekommen, davon 7 absitzen, ein Buch darüber schreiben und dann mit neuem Seelenfrieden weitermachen. Wow, wir saßen mit einem potentiellen Mörder im Auto!
Er ließ uns an der U-Bahn raus, wir fuhren zum Flughafen, gaben viel zu viel Geld aus für ein bisschen Proviant für die Nacht (wir Trottel hatten nicht dran gedacht, im Tesco an der Grenze was mitzunehmen) und machten es uns bequem im ersten Stock, wo kleine separate Warteecken eingerichtet waren. Nach einer Weile kam ein holländisches Pärchen dazu, trank Rotwein und aß Sushi und beachtete uns nicht, die wir einfach nur schlafen wollten. Ich fand die beiden irgendwie witzig.
Am nächsten Mittag also ging unser Flug nach Stockholm, es war der 24. Dezember.
Der Flug verlief ganz ruhig, wir freuten uns über den Schnee in Schweden; in Budapest war schon nichts mehr übrig gewesen. Per Bus zum Bahnhof, von da aus per Zug nach VÄSTERHANINGE (der Ansager am Bahnhof sagte diesen Namen etwa 200 Mal, schwedisch klingt wie hamburgisch, haha), wo wir abgeholt wurden von Joel. Der 27-jährige Schwede hatte beschlossen, dieses Jahr Weihnachten im Kreise der Familie ausfallen zu lassen und stattdessen ein Couchsurfing-Event zu starten, bei dem wir uns auch angemeldet hatten. Wir verbrachten Weihnachten schließlich mit einer Thailänderin, 2 Brasilianerinnen, einem Neuseeländer, einem Finnen, einer Lettländerin und ihrer riesigen Katze und eben dem Schweden, außerdem mit einem riesigen Berg schwedischem Essen und den ungarischen Sachen, die wir mitgebracht hatten (Süßigkeiten und Sekt). Am 25. spielten wir Monopoly und bauten einen Schneemann.

Der coolste Schneemann der Welt!

Monopoly
Die Location war ein typisches schwedisches Ferienhaus, wenn auch in weiß statt in rot, das an einem zugefrorenen See lag und ziemlich außerhalb der Hauptstadt, mindestens ein halber Meter Schnee erhielten das Ideal einer "Weißen Weihnacht" und alle waren super nett.

Aline aus Brasilien am See...

Schneeballschlacht ('n bisschen Posen...)
Am 26. morgens nahmen wir den Bus zurück, fuhren zum Flughafen und nahmen den Flug nach Poznan (auf deutsch Posen), in Polen, eben jene Stadt, in der ich das letzte Mal 36 Stunden verbracht hatte. Wir hatten ein Hostel gemietet und gingen erstmal essen. Der Service war unglaublich schlecht, dafür trafen wir eine nette Italiener-Polin, die uns die Speisekarte übersetzte. Auf der Rechnung vergaßen die unfreundlichen Kellnerinnen unser Essen, Pech gehabt, wir bezahlten nur das leckere Bier (mit Himbeersirup, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, und... STROHHALM!) und die lächerlichen, genau abgemessenen Cocktails. Der Abend war nett, nichtsdestotrotz, wirklich!
Am nächsten Tag holten wir uns von der Rezeptionistin wieder Tramptipps, eine andere Mitarbeiterin hatte uns schon eine Straßenkarte von Polen geschenkt. Dann gingen wir zum Frühstück, das inklusive war. Nach dem Frühstück im Hostel in Rom erwartete ich nichts besonderes- und wurde überrascht! Es gab Brot, Käse, verschiedene Marmeladen, verschiedene Sorten Cornflakes und sogar heiße Würstchen! Wir schmierten uns noch Brote für die Fahrt und ich unterhielt mich lange auf deutsch-spanisch mit einem Mexikaner, der in Würzburg wohnte zur Zeit. Wir tauschten Kontaktdaten aus, weil er sich gut auskannte mit billigen Flügen nach Mexiko (ja, ich meine das ernst, nächsten September möchte ich dahin!) und dann ging es wieder back to the road. Sonja und ich trampten nach Gdansk (auf deutsch Danzig) im Norden von Polen. Insgesamt 4 Fahrer hatten wir, darunter ein nettes älteres Pärchen, das uns Bonbons schenkte und ein Siemens-Mitarbeiter, der ziemlich gut englisch sprach und uns bis zum Bahnhof brachte. Er wollte auch die Adresse von diesem Blog haben, also in diesem Sinne:
To the nice guy who took us all the way to Gdansk: Thanks a lot, take care!


Danzig Altstadt
Wir trafen Ewa, die Sonja auf couchsurfing gefunden hatte. Wir gingen mit ihr und einem Freund von ihr Gingerbier trinken, lecker. Dann gingen wir in eine Bar spielte ein Typ Gitarre und sang dazu, eine seltsame kleine Ansammlung von Fans hatte sich um den selbst ernannten Lyriker versammelt und schimpfte auf polnisch und englisch mit uns, als wir redeten. Es war aber noch ziemlich witzig, die Frau, die uns erst anmachte, war hinterher total nett (außerdem schien sie irgednwie ein bisschen durch zu sein) und bekam schließlich noch einen Heiratsantrag von einem bärtigen Typen, über den der Sänger ein Liedchen verfasst hatte. Bekloppte Leute, ziemlich cool schade, dass wir kein polnisch konnten!
Wir verbrachten die Nacht bei Ewas Schwester. Da Mädel selbst war nicht ganz normal, ziemlich ausgeflippt, aber alles in allem sehr cool. Ihre Schwester hatte eine Wohnung mit ihrem Mann und Baby, beide waren erst Anfang 20 und sehr cool. In der Wohnung war noch ein junger Weißrusse, der auf irgendwas war, sicher nicht nur Alkohol, und uns mit "Heil Hitler" begrüßte. Er war aber kein Nazi, wollte wohl nur seine Deutschkenntnisse demonstrieren und schließ irgednwann auf dem Boden ein. Wir tranken Bier und aßen polnische Schokolade, die Wohnung roch nach Räucherstäbchen, wir fühlten uns gut. Wir schliefen mit Ewa zusammen auf einem winzigen Schlafsofa, wurden morgens von Baby Felix geweckt, bekamen Kaffee und Cornflakes und gingen dann mit Ewa und Felix an den Strand von Gdansk, ziemlich schön. Die Stadt selbst auch, die wir uns hinterher noch ansehen, außerdem gingen wir Pizza essen und kauften in einem Hippieladen ein. Ewa musste einen Freund treffen und hatte ihre Freundin Agnes beauftragt uns ein bisschen was zu zeigen. Danzig ist echt eine schöne Stadt, da werd ich sicher nochmal hinfahren!

Zugefrohren: Die Zufahrtsstraße zum Hafen
Sonja und ich gingen in einem englischen Buchladen, ich kaufte "Le Polonais sand peine", ein Polnisch-lernen-Buch auf französisch für 10 Zloty, 2,50 €. Durch die Lektionen am Abend zuvor (wir hatten jede Menge Schimpfwörter gelernt) und weil alle sagten, ich habe eine sehr gute Aussprache, hatte ich Lust auf Polnisch bekommen, außerdem gefiel mir das Land.
Wir trafen Agnes, die genau wie Ewa ziemlich ausgeflippt war, aber schon ein bisschen normaler und unglaublich sympatisch. Sie zeigte uns den "Forte" (!?), einen Berg, von dem man über die Stadt gucken kann. Dann trafen wir Ewa und Agatha, eine weitere Freundin, und machten uns auf in Ewas Heimatdorf in der Nähe der Stadt, wo ein Mädelsabend anstand. Im Bus tranken wir vorher gekauften Wein, bei ihr zuhause polnischen Wodka und machten bekloppte Fotos, wir wurdem mit Pommes und Keksen bewirtet.

Evil: Ewa und Agnes
Um Mitternacht wollte Ewa unbedingt Schlitten fahren gehen, ich hatte als Einzige auch Lust, aber die anderen ließen sich überreden. Etwa 1,5 Stunden zogen wir mit dem Schlitten durch die Gegend, abwechselnd wurden wir über die verschneiten Wege gezogen, auf einmal fand ich mich unter Ewa und Agnes wieder, Burgern ist also definitiv international. Ich lernte meine Lieblingsbeleidigung (die ich hier nicht schreiben werde, weil sie seeeehr böse ist ;)) und wurde wieder darin bestärkt, Polnisch zu lernen.

Mädelsabend
Sonja und ich schliefen im Gästezimmer, wir standen früh auf, weil wir wieder trampen wollten. Nach einem Plan von Ewa trampten wir zunächst nach Czarlin, einem kleinen Ort, an dem sich die Hauptstraßen gabeln. Hier gibt es wenig Autobahnen, und die sind meistens sehr kurz. Dafür klappt Trampen super, weil man sich auf den breiten Hauptstraßen viel besser hinstellen kann und schnell mitgenommen wird. Wir hatten auch echt viel Glück (unser Fahrer nach Gdanks hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir insgesamt echt viel Glück hatten bei unserer Reise- kein Flugzeug hatte Verspätung, selbst wenn alle anderen Flieger Delay hatten, und Trampen klappte super) und kamen zeitig bis nach Ostrow. Von da an verließ uns das Glück aber, es war schwer, einen guten Hitchhiking-Punkt zu finden. Schließlich nahm uns ein Pärchen mit, brachte uns sogar weiter als sie eigentlich mussten und suchte einen Bus für uns, weil es mittlerweile dunkel war, 5 Uhr nachmittags. Da der einzige Bus nach Milicz, unserem Tagesziel, erst um 7 fuhr, ließen wir uns an der Hauptstraße absetzten und fanden alsbald einen Truck. Von der Tankstelle am Stadtrand holte uns Pawel ab, ein polnischer Freiwilliger aus Sonjas Projekt, der zu Weihnachten zu Hause war und uns diese Nacht aufnahm. Sein Haus war weihnachtlich geschmückt und gemütlich, seine Mutter machte uns Abendessen und wir gingen mit seinen Freunden Bier trinken. Ich vertrug irgendwie nichts an diesem Abend, merkte das schon nach einem Starkbier und war am Ende der Nacht ziemlich betrunken. Pawel und seine Freunde waren super nett. Auf dem Rückweg legte ich mich auf der Straße auf dem Eis ab, peinlich und blaue Knie inklusive. In Pawels Bett schliefen wir wie Babies, mussten wieder früh raus, um unser finales Ziel zu erreichen: Prag, wo wir mit Veronika (die ich aus meinem tschechischen Workcamp kenne) Silvester feiern würden. Eigentlich hatten wir Oslo geplant, auch schon Flugtickets, aber wir hatten keinen Schlafplatz gefunden und da das billigste Hostel 40 Euro pro Nacht gekostet hatte, entschieden wir uns dagegen.

Trampen in Milicz
Prag erreichten wir vor Einbruch der Dunkelheit (was Pawel mächtig beeindruckte), warteten am Bahnhof auf Veronika und fuhren schließlich zu ihrer Wohnung, in der sie mit ihrer Mutter wohnt (die gerade verreist war, sodass wir ihr Zimmer benutzen konnten, super)! Ich freute mich, Veronika wiederzusehen, wir gingen mit ihren Freundinnen ein Bier trinken und- Überraschung- Ben war auch in der Stadt, der französische Freiwillige, den ich im November besucht hatte. Fröhliches Wiedersehen in einer Bar, er hatte seine Freunde aus Frankreich dabei, mit denen er Silvester im Blue House verbringen würde und die auch ziemlich nett waren. Alle waren ziemlich betrunken, Ben angeblich nur, um meinen Sarkasmus zu verstehen, haha, damit hatte ich ihn in der Zeit im Blue House immer aufgezogen, nur leider hatte er es übertrieben und war begriffsstutziger denn je. Besonders mit einem riesigen Typen mit dem Spitznamen Tonton, was sowas wie Onkel heißt, verstand ich mich super. Wir zogen weiter zu einem Club namens "Le Chapeau Rouge", der Rote Hut- ein dreistöckiger Touri-Club voller Franzosen und Deutscher, kein Sauerstoff aber jede Menge Betrunkener. Veronika rastete total aus, hatte wohl Platzangst, Sonja und ich fandens auch nicht so spitze, es tat mir leid, weil ich die beiden quasi überredet hatte, mitzukommen, um noch ein bisschen länger was von Ben zu haben. Als wir sagte, wir würden nicht bleiben, war er auch offensichtlich ziemlich geknickt, sein Freund sagte zu ihm, er könne ruhig mit uns mitgehen, aber unser Ziel war nur ein Bett. Aber schließlich haben wir im Frühling Reunion im Blue House mit dem Workcampteilnehmern und er kommt mich auch in Rumänien besuchen!
Am nächsten Morgen gingen Sonja und ich noch fix frühstücken in einem kleinen Café nahe des Zentrums. Zu Silvester war ein Wahnsinnstourismus in der Stadt, peinlicherweise vor allem betrunkene Deutsche, die sich in der Tram über "Bauer sucht Frau" unterhielten, als haben sie die Folgen auswendig gelernt und zu ihrem einzigen Lebensinhalt erklärt. Wir hatten geplant, nachmittags nach Mala Skala zu fahren, einem kleinen Ort in den Bergen, und dort Silvester mit Veronikas Freunden zu feiern. Wir kamen ziemlich spät zurück, rannten zur U-Bahn und bekamen auch den Bus noch, Veronika war tierisch aufgeregt und wir fuhren die ganze Zeit schwarz Tram und U-Bahn, aber egal.
Überhaupt ist es von Land zu Land so unterschiedlich mit dem Ticketsystem, dass wir oft ungewollt schwarz fuhren, aber zum Glück hatten wir nie Probleme. In Posen hatten wir einen Polizisten gefragt, aber der meinte nur "No Ticket, never ticket!". Sympathisch!

Mala Skala (übrigens UNESCO-Stadt)
Veronikas Freunde waren nett, wir feierten in einem alten Kino, dass dem Vater von einem der Partygäste gehörte. Dazu gehörten auch Ferienwohnungen, in denen wir untergebracht waren; ein bisschen wie wir letztes Jahr in Schloss Dankern hatte die Gruppe schon mehrere Tage hier verbracht. Wir sahen einen Film an und aßen zusammen, Bier wurde gezapft und billiger Rotwein ausgeschenkt. Leider sprachen die Leute meist miteinander tschechisch, wir mussten sie quasi überreden, mit uns englisch zu reden. Trotzdem war es cool. Um Mitternacht stellten Sonja und ich plötzlich mit Erschrecken fest, dass wir die einzigen nüchternen Menschen im Raum waren und machten uns über den Sekt her. Sonja ging bald schlafen, ich unterhielt mich noch mit Veronika und dem Partyvollsten, gegen 4 ging ich schlafen. Als es schon hell waren kamen die letzten in den Schlafraum um machten Krach, wir drehten uns um und schliefen weiter.

Es gab auch tierische Partygäste

Das Kino inkl. Bar

Frohes Neues! Veronika und Sonja um Mitternacht
Morgens gingen wir in die andere Ferienwohnung hinüber, wo schon was los war, frühstückten die Reste des Silvesteressen (Cannapés mit scharfem Knoblauchaufstrich) und lasen englische Bücher, die wir fanden. Später kamen nach und nach alle aus ihren Nachtlagern gekrochen, wir aßen Linsensuppe, weil die angeblich für Reichtum im neuen Jahr sorgen soll.

Silvester-Essen
Mit Veronika furen wir im Zug nach Prag zurück, wo Sonja und ich uns ein paar Vorräte für den nächsten Tag- Rückfahrt- kauften, aßen zu Abend, tranken noch einen Tee mit Veronika, dann Abschied meinerseits- ich musste früh raus- und schlafen.
Um 7 fuhr mein Bus nach Budapest. Dort hatte ich etwa 1,5 Stunden Aufenthalt im kalten Wind, dann kam der Bus zurück nach Cluj. Ein nettes Pärchen hatte sich via Couchsurfing bereit erklärt, mich für die Nach aufzunehmen, und holte mich ab. Ich schlief nach der langen Fahrt bis mittags, las mein Buch zu Ende ("Veronika decides to die", Paolo Coehlo, empfehlenswert!) und hatte mit Iana und Calin einen tollen Silvesterbrunch mit rumänischen Spezialitäten, nach denen ich nach Knoblauch roch und aus dem Raum rollte.
Wir sahen uns die Stadt an, es schneite, Calin erzählte mir die Geschichte verschiedener Monumente. Im Zentrum fuhren Kinder Schlittschuh, wir sahen uns eine Kirche an und gingen Kaffee trinken. Die beiden wollten bald heiraten und luden mich zur Hochzeit ein, ich freute mich riesig. Außerdem würden sie bald nach Sibiu ziehen und mich dann auf jeden Fall besuchen. Yeah, geil!
Sie brachten mich zu meinem Bus zurück nach Râmnicu Vâlcea und auf der Busfahrt rief plötzlich Katja an, von der ich monatelang nichts gehört hatte, ich freute mich unglaublich!
Gegen 11 kam ich an in meiner "Heimatstadt", freute mich, zurück zu sein, hüpfte durch die Straßen nach Hause. Zwar ist Valcea nicht gerade wunderschön oder supertoll, aber es ist iregdnwie schon mein Zuhause geworden und nach 10 Wochen fast ununterbrochener Reisen fühlt es sich toll an, zurück zu sein!!!
6 Tage bzw. Nächte ohne nennenswerten Schlaf lagen zwischen meiner "Herbst-" und meiner "Winterreise". Denn die anderen hatten umgeplant- Wien stand auf dem Programm, noch vor Budapest. Also losgetrampt am 15., auf nach Cluj, von wo aus wir den Bus nehmen würden. Ziemlich schnell hielt ein LKW, ich stieg mit Cato ein. Der Fahrer brachte uns fast bis nach Cluj, es schneite tierisch, wir musste öfter anhalten und auf Räumung warten. Im kniehohen Schnee fanden wir zum Glück schnell ein Auto nach Cluj von Turda, wo uns der Fahrer gelassen hatte, ein Bier mit den anderen, die unverschämterweise mit einem Auto direkt bis Cluj gekommen waren, und ab nach Budapest. Dort wartete schon der Bus zum Umsteigen nach Wien, aber wie sich herausstellte, hatte ich mein Ticket auf den falschen Tag gebucht, Mist, aber glücklicherweise kamen ein paar Fahrgäste nicht. Stress um 7 Uhr morgens, wieder keinen Schlaf gehabt die ganze Nacht, meine Nerven litten. In den paar Stunden bis Wien konnte ich die Augen auch nicht zumachen, weil mein Sitznachbar sehr redebedürftig war. Wir bekamen eine Einladung nach Satu Mare, im Norden Rumäniens, super, aber ich fühlte mich wie ein Fischstäbchen, als wir in Österreichs Hauptstadt ankamen, kalt, irgednwie leblos und leer. Schlafmangel kann einen echt fertig machen.
Wir trafen Pedro und Asiye, die schon vorher nach Wien gekommen waren, und Ian, ein Freund von Asiye aus Istanbul, der in Wien Erasmusstudent ist, zeigte uns ein bisschen die Stadt.
Gemeinsam mit ihm fuhr ich in ein Einkaufszentrum und kaufte in einem Sportgeschäft neue Backpacker für Ayca und mich; wir hatten uns in Rumänien welche für 50 Lei gekauft (ca.13 Euro), die noch auf dem Weg nach Cluj gerissen waren, komplett). Mit neuen Rucksäcken und dadurch besserer Stimmung gingen wir auf den Weihnachtsmarkt und ich gab gebrannte Mandeln aus, die keiner der 4 TürkInnen kannte.
In einem unglaublich teuren und unfreundlichen Café versuchten wir, mithilfe von Facebook einen Schlafplatz zu finden. Eine EVSlerin, die Sonja kannte, Mailys aus Frankreich, bot uns schließlich ihren Fußboden an, super nett von ihr. Wir besuchten ihre kleine Wohnung und sie lud uns zu einem Abend mit ihren Freunden ein, ich hatte super Lust, aber Cato, Ayca und Arzu würden nur bis zum nächsten Morgen bleiben, deshalb wollten sie lieber Wiens Nachtleben kennen lernen. Wir zogen also los, fanden die "Salzbar" im Barviertel am Schwedenplatz, wo bis 22:00 Happy Hour war, alles zum halben Preis, will sagen, zu normalen Preisen die ein geistig gesunder Mensch bereit ist zu zahlen. Nach Rumänien waren die Preise einfach unglaublich- unter 3 Euro für ein kleines Bier, beinahe unmöglich zu finden! Wir zahlen hier 1 Euro für ein großes, und selbst in Deutschland würde man diese Preise als unverschämt bezeichnen!
Später fanden wir einen Irish Pub mit Bier zu 2 Euro pro 0,5, damit konnten wir leben. Der Schlafmangel forderte seinen Tribut, Arzu und ich schliefen nach ein paar Guiness friendlich am Tisch ein.
Wir verabredeten mit Mailys, dass wir später kämen, sie war nicht so begeistert, weil sie am nächsten Tag arbeiten musste, ich auch nicht, weil ich müüüüde war, aber ich beugte mich der Mehrheit. Um halb 4 schließlich standen wir vor der Tür, die Klingel reagierte nicht, ein Passant lieh uns sein Handy, wir erreichten sie nicht. Schlißelich riefen wir von einer Telefonzelle aus Ian an, der sie schleißlich erreichte. 2 Stunden Schlaf hatten wir, dann brachten wir die anderen zum Bus nach Budapest und trafen Asiye wieder, die mit Pedro bei Ian im Wohnheim geschlafen hatte.
Zu dritt setzten wir uns in den McDonald's, wo wir Wireless Lan hatten, versuchten, die Weiterreise zu organisieren, weil die beiden unbedingt nach Spanien wollten, checkten Mails und vertrödelten den ganzen Vormittag im Mcces. Ich fühlte mich wie ein Zombie.
Wir trafen Ian, der uns den Wiener Prater zeigte, eine Art Freizeitpark, zu dieser Jahreszeit menschenleer und deshalb ziemlich gruselig.
So sieht ein Taxi in Wien aus- wenn man sich's leisten kann!
Abends wollten wir in die Oper, der Vogelhändler, für 2 Euro bekamen wir Stehplätze. Der Mann an der Garderobe forderte uns auf, unsere Sachen abzugeben, und zwar einzeln, weil er an seinem Job hinge... Die Leute sind in Wien einem krassen Kontrollwahn ausgesetzt, überall sind Kameras, jeder bangt um seinen Job, wenn er sich nicht an die Regeln hält. Sogar in einem kleinen Dönerstand wurde der Verkäufer via Kamera beobachtet.
Das Stück war nicht so berauschend, eine Operette, teils mit tiroler Dialekt, ich verstand kein Wort und war dankbar für die englischen Obertitel. Eine krass geschminkte Kontrolleurin "erwischte" uns dabei, wie wir uns auf unbesetzte Plätze setzten und drohte uns mit Rauswurf; Clémence erzählte, in Paris werden einem die Plätze sogar gezeigt, wenn man einen Stehplatz gebucht hatte.
Nun ja, Wien gefiel mir einfach nicht besonders. Irgednwie kalt, nicht nur wegen des Wetters. Die Kameras, Totenstille in bevölkerten U-Bahn Stationen, dieser krasse Zwang, sich bloß an die Regeln zu halten (selbst auf der Rolltreppe stand niemand links)... Außerdem einfach unglaublich teuer und dekadent. In der Oper waren nur allerfeinste Leute, aufgebitcht bis zum Geht-nicht-mehr, Champagner trinken in der Pause. Für die waren wir total "kurios" mit unseren Rucksäcken und normalen Klamotten. Ich sprach nur Englisch in der Zeit, es sei denn, jemand fragte mich, wo ich herkam. In der Oper sagte ich "Rumänien" und diese verständnisvollen Blicke hätte ich denen am liebsten aus dem Gesicht geschrien!
Wir lebten wirklich nicht besonders luxeriös in dieser Stadt- aßen grundsätzlich nur an Imbissen, tranken in Happy-Hour-Bars und schliefen auf dem Boden von Ians Wohnheimzimmer. In der Nacht nach der Oper bekamen wir tatsächlich Schlaf, ich fühlte mich wie neu anschließend.
Wir trafen auch nette Leute; auf einem Weihnachtsmarkt durften wir Käse probieren und ein netter Italiener tauschte teures Gebäck gegen billige rumänische Zigaretten.
Am letzten Abend war eine Erasmusparty geplant, wir waren vorher in der Salzbar, ich zeigte den anderen Weizenbier, das sie noch nie getrunken hatten; trotzdem war ich die einzige, deren Glas beim Einschenken voller Schaum war, ähem...
Plötzlich rief Papa an und erzählte, er sei auch in Wien, auf einer Weihnachtsfeier. Wir fuhren mit der S-Bahn hin, Wiedersehen, verrückt! Und plötzlich standen wir auf der richtigen Seite des Luxus: Teurer Rotwein, Grappa aus Italien, frisch gezapftes Bier, für die anderen Schnitzelbrötchen als einziger Rest des Buffets- wir genossen.
Und übertrieben. Ich, die ich seit 7 Wochen keine Auszeit gehabt hatte, schlief auf der Erasmusparty sofort auf einem Sessel ein, verpasste aber wohl nichts.
Am nächsten Morgen wieder früh raus, Abschied von Ian, der wirklich sehr nett und gastfreundlich gewesen war, und nahmen den Bus nach Budapest. Dort wurden wir abgeholt von unseren Couchsurfing-Host Maté und seinem Freund, der für die erste Nacht einsprang und uns netterweise aufnahm. Wir frühstückten, luden unsere Sachen ab und gingen ein bisschen raus. Es war schon dunkel, später Nachmittag, und der Schnee peitschte uns ins Gesicht. Es war eiskalt.
Zwischen Buda und Pest
Nach ein paar Stunden, in denen wir an den Brücken entlang wanderten, die die beiden teile Buda und Pest verbinden, fanden wir den Weihnachtsmarkt im Stadtzentrum. Wir fanden einen Stand mit ungarischen Spezialitäten, wo wir unser Abendessen einzunehmen gedachten.
In einer großen Pfanne wurde etwas gekocht, das aussah wie Gnocchi, also Nudeln, oder sowas aus Kartoffeln. Sah lecker aus, ich fragte, was das denn sei, um sicherzugehen, dass kein Fleisch drin war. "Testicles", sagte die Verkäuferin emotionslos, sodass ich schon dachte, ich hätte mich verhört. Aber tatsächlich hatten wir hier eine ungarische Spezialität vor uns, Hahnhoden, meine Güte! Wir entschieden uns schließlich für Sauerkraut und Bratkartoffeln, dazu leckeres, frisches Brot.
Da es aber ziemlich kalt war, entschieden wir uns, das Essen bei Burger King zu uns zu nehmen. Natürlich wurden die recht bald auf uns aufmerksam. Netterweise durften wir aber bleiben, solange wir nur einen Kaffee tranken oder irgendwas. Die anderen Gäste beobachteten uns etwas verstört, wir ließen uns nicht stören.
Abends ging einer der Mitbewohner unseres Hosts, Adam, mit uns in eine alternative Kneipe, ein bisschen wie ein Jugendkeller für Studenten und Leute um die 30, ziemlich cool. Wir tranken Bier und probierten Palinka, sowas wie Obstler, gibts aus Himbeeren, Pflaumen, Birnen, etc. Ich musste mich fast übergeben, das Zeug war mindestens so stark wie Obstler und als gutes Mädchen vom Dorf hatte ich den Shot natürlich in eins getrunken. Ich blieb dann bei Bier.
Adam ging vor uns, sagte, wir sollen einfach klingeln. Machten wir, außerdem klopften wir, schrien seinen Namen durch die geöffnete Tür (leider wurden wir durch ein Gitter davon getrennt), wir waren vielleicht 10 Meter von ihm entfernt und schrien schließlich seinen Namen, rüttelten am Gitter und machten einen Riesen-Terror, aber obwohl wir ihn gleichmäßig schnarchen hörten, wurde er einfach nicht wach. Ein Nachbar lud uns schließlich zu sich ein, wir bekamen Tee trotz nächtlicher Ruhestörung und unterhielten uns via google translator. Er sagte, er sei Jude und zwar nicht so ein scheinheiliger, er sei ein religiöser Mensch und würde deshalb Menschen in der Not selbstverständlich helfen. Als wir ihn am nächsten Morgen trafen, gab er uns sogar seine Nummer und bot uns an, uns herumzufahren.
Schließlich riefen wir nach weiteren erfolglosen Versuchen, Adam aufzuwecken, unseren Host an, der bei seiner Freundin war und uns freundlicherweise aufschloss.
Am nächsten Mittag zogen wir zu Maté um, der uns mit Infos und einem Stadtplan versorgte. Sonja sollte an diesem Tag ankommen, wir gingen zum Bahnhof, warteten, sie kam nicht, Schneechaos, der Zug hatte Verspätung, mindestens 3 Stunden. Wir gingen in ein Café, tranken Kaffee und legten unsere Schuhe auf die Heizung.
Nach etwa 2 Stunden beschlossen wir, uns den Stadtpark anzusehen; als wir ankamen, wurde es aber schon Zeit, Sonja abzuholen. Im beheizten Warteraum warteten wir und endlich kam sie: Sonja, endlich wieder nach 5 Monaten!!
Mit Sonja in Budapest (Punkrock, Alter!)
Wir brachten unsere Sachen zu Maté und beschlossen, essen zu gehen. Nach der Teurostadt Wien gab es Budapest endlich wieder vernünftige Preise (trotz beklopptem Wechselkurs: 1 Euro zu 273 Forinth). Eigentlich wollten wir was Landestypisches, landeten aber in einer Pizzeria, war jedenfalls auch lecker. Danach tranken wir in einer neu eröffneten Bar Wein mit Himbeersirup und Sonja kam in den Genuss von Palinka, Clemence und Mate tranken Absinth (der in den USA verboten ist, weil er angeblich Halluzinationen hervorrufen kann). Der Kellner war ein älterer Hippie, ziemlich gut drauf. Er gab Asiye einen Sekt aus, Mate machte die ganze Zeit mit meiner Kamera Fotos.
Absinth
Sekt für Asiye, Clémence ist eifersüchtig
Der Rückweg war grausam, es war unglaublich kalt. Zuhause checkten wir das im Internet, -20 Grad... Krass! Aber ganz Europa war so saukalt, selbst in Timisoara (Rumänien) waren -21 Grad... Der kälteste Tag des Jahres in Budapest, und wer ist da? Richtiiig!
Three Monkeys- Ich, Sonja, Maté
Ich hatte mir Plastiktüten über die Socken gezogen, trug immer mindestens 3 Strumpfhosen und 4 Pullis plus Jacke, Schal, Handschuhe, Mütze, die anderen genauso.
Wir hatten für Clemence und Asiye Interrail-Tickets gekauft, sie wollten nach Bratislava trampen und anschließend nach Polen weiterfahren, dann nach Frankreich, Spanien, Portugal, und schließlich zurück nach Rumänien. Hier trennten sich also unsere Wege, wir verabschiedeten uns und von da an reiste ich mit Sonja alleine weiter.
Wir sahen uns am nächsten Tag Budapest an, sowohl Buda als auch Pest, mochten die Stadt, tranken Kaffee und tauschten Annekdoten aus dem Freiwilligenleben aus. Mail ist ja schön und gut, skype und so weiter, aber bei einem Kaffee zu sitzen und zu reden ist 1000 Millionen mal besser!
Mate, der uns tagsüber den Markt gezeigt hatte, auf dem er immer einkaufte (ziemlich geil, mehrstöckig und mit allem, was es gibt; unter anderem ein Stand an dem man alles vom Schwein kaufen kann, inklusive Rüssel), hatte für abends eine internationale Dinerparty geplant, mit einer Ungarin, 4 Türkinnen und uns. Er kochte Pasta mit Kartoffeln, angeblich typisch ungarisch, wir machten Reibekuchen mit Apfelmus, die er als polnische Placki erkannte. Naja, aber die essen die nicht mit Apfelmus, außerdem muss er erstmal beweisen, dass es Placki vor Kartoffelpuffern gab! Außerdem gab es Sauerkraut, das Sonja und ich für uns entdeckten, und andere eingelegte Gemüsesorten mit Essiggeschmack, aber ganz lecker.
Die Türkinnen redeten leider nur untereinander, weshalb die internationale Interaktion ein bisschen wegfiel, das Essen war aber lecker.

Kochparty
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus etwas außerhalb der Stadt zu einer Tankstelle, von der aus wir nach Bratislava trampten, wenn wir schon so nah sind. Wir blieben dort in einem Hostel, die Nacht nutzten wir zum Barhopping, blieben schließlich in einem gerammelt vollen Rockclub namens Aligator, wo wir von einem netten Typen Drinks ausgegeben bekamen, mit dem ich hinterher zu der Livemusik tanzte. Eigentlich wollten wir nachher noch in einen Reggaeclub, den unsere Schweizer Zimmergenossen empfohlen hatten, aber den fanden wir nicht mehr, Motivation schwindend. Ein Nikolaus kam uns auf dem Rückweg entgegen, wir forderten Geschenke, seine Begleiterin gab uns Schokoloade, haha. An einem Fenster rauchte ein Typ, hinter ihm schien eine Party zu sein. Wir riefen ihm zu, ob wir mitfeiern dürften, er kam runter, redete auf deutsch mit uns, verabschiedete sich aber dann, schade. Wir feierten alleine noch eine nächtliche Keksparty und schliefen dann.
Am nächsten Morgen bemerkte ich beim Duschen, dass ich mein Handtuch verloren hatte und trocknete mich notgedrungen mit einem T-shirt ab.
Wir gingen durch Bratislava, eher klein, aber ziemlich schön. Eigentlich wollten wir frühstücken gehen, das Café hatte aber zu und wir gingen ins "Green Café", von einem Italiener betrieben und daher mit fantastischem Kaffee ausgestattet, das Sandwich war aber nicht so berauschend. Nach unsere Tour durch die kleine Innenstadt gingen wir deshalb nochmal Frühstücken, für Sonja Croissant, für mich Spinatquiche. Der frisch gepresste Orangensaft war fantastisch!
Von der Rezeptionistin im Hostel hatten wir einen Tip bekommen, wo man gut nach Budapest trampen könne. Der Busfahrer erzählte uns dann aber was anderes, nahm uns umsonst mit und dirigierte uns den Weg. Irgednwie kam der uns dann nicht soo ideal vor, aber gut, er war der Profi. Er wollte noch unsere Mailadresse und schrieb uns tatsächlich am nächsten Tag, lud uns nach Bratislava ein, bei ihm und seiner Familie zu wohnen und uns alles zu zeigen. Ziemlich cool!
Nach einigen Schwierigkeiten fanden wir die Hitchhiking-Stelle, nach langem Warten nahm uns ein Fahrer bis zur Grenze mit, die wir dann zu Fuß (!) überquerten. Dahinter lag ein großer Supermarkt, augehungert kauften wir Abendbrot, ich zeigte Sonja Fornetti, eine Gebäckkette aus Ungarn, die es in Rumänien auch überall gibt, so verschiedene Blatterteigteilchen, sehr geil. Ich kaufte mir auch ein Handtuch, ähem...
Anschließend standen wir ewig im Nieselregen mit dem "Budapest"-Schild in der Hand, bis uns jemand bis zur ersten Autobahntankstelle mitnahm. Dort sprachen wir einen alten Mann mit seinem Hund an, der uns mitnahm nach Budapest und unterwegs von seinen vielen Reisen erzählte, in perfektem Deutsch. Nach einer Weile erzählte er von einem Kollegen und Freund, der ihn betrogen hatte, und gegen den er jetzt den Prozess darüber verloren hatte. Wenn er die zweite Runde auch verlöre, so sagte er nüchtern, werde er ihn umbringen. Er würde 15 Jahre bekommen, davon 7 absitzen, ein Buch darüber schreiben und dann mit neuem Seelenfrieden weitermachen. Wow, wir saßen mit einem potentiellen Mörder im Auto!
Er ließ uns an der U-Bahn raus, wir fuhren zum Flughafen, gaben viel zu viel Geld aus für ein bisschen Proviant für die Nacht (wir Trottel hatten nicht dran gedacht, im Tesco an der Grenze was mitzunehmen) und machten es uns bequem im ersten Stock, wo kleine separate Warteecken eingerichtet waren. Nach einer Weile kam ein holländisches Pärchen dazu, trank Rotwein und aß Sushi und beachtete uns nicht, die wir einfach nur schlafen wollten. Ich fand die beiden irgendwie witzig.
Am nächsten Mittag also ging unser Flug nach Stockholm, es war der 24. Dezember.
Der Flug verlief ganz ruhig, wir freuten uns über den Schnee in Schweden; in Budapest war schon nichts mehr übrig gewesen. Per Bus zum Bahnhof, von da aus per Zug nach VÄSTERHANINGE (der Ansager am Bahnhof sagte diesen Namen etwa 200 Mal, schwedisch klingt wie hamburgisch, haha), wo wir abgeholt wurden von Joel. Der 27-jährige Schwede hatte beschlossen, dieses Jahr Weihnachten im Kreise der Familie ausfallen zu lassen und stattdessen ein Couchsurfing-Event zu starten, bei dem wir uns auch angemeldet hatten. Wir verbrachten Weihnachten schließlich mit einer Thailänderin, 2 Brasilianerinnen, einem Neuseeländer, einem Finnen, einer Lettländerin und ihrer riesigen Katze und eben dem Schweden, außerdem mit einem riesigen Berg schwedischem Essen und den ungarischen Sachen, die wir mitgebracht hatten (Süßigkeiten und Sekt). Am 25. spielten wir Monopoly und bauten einen Schneemann.

Der coolste Schneemann der Welt!

Monopoly
Die Location war ein typisches schwedisches Ferienhaus, wenn auch in weiß statt in rot, das an einem zugefrorenen See lag und ziemlich außerhalb der Hauptstadt, mindestens ein halber Meter Schnee erhielten das Ideal einer "Weißen Weihnacht" und alle waren super nett.

Aline aus Brasilien am See...

Schneeballschlacht ('n bisschen Posen...)
Am 26. morgens nahmen wir den Bus zurück, fuhren zum Flughafen und nahmen den Flug nach Poznan (auf deutsch Posen), in Polen, eben jene Stadt, in der ich das letzte Mal 36 Stunden verbracht hatte. Wir hatten ein Hostel gemietet und gingen erstmal essen. Der Service war unglaublich schlecht, dafür trafen wir eine nette Italiener-Polin, die uns die Speisekarte übersetzte. Auf der Rechnung vergaßen die unfreundlichen Kellnerinnen unser Essen, Pech gehabt, wir bezahlten nur das leckere Bier (mit Himbeersirup, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, und... STROHHALM!) und die lächerlichen, genau abgemessenen Cocktails. Der Abend war nett, nichtsdestotrotz, wirklich!
Am nächsten Tag holten wir uns von der Rezeptionistin wieder Tramptipps, eine andere Mitarbeiterin hatte uns schon eine Straßenkarte von Polen geschenkt. Dann gingen wir zum Frühstück, das inklusive war. Nach dem Frühstück im Hostel in Rom erwartete ich nichts besonderes- und wurde überrascht! Es gab Brot, Käse, verschiedene Marmeladen, verschiedene Sorten Cornflakes und sogar heiße Würstchen! Wir schmierten uns noch Brote für die Fahrt und ich unterhielt mich lange auf deutsch-spanisch mit einem Mexikaner, der in Würzburg wohnte zur Zeit. Wir tauschten Kontaktdaten aus, weil er sich gut auskannte mit billigen Flügen nach Mexiko (ja, ich meine das ernst, nächsten September möchte ich dahin!) und dann ging es wieder back to the road. Sonja und ich trampten nach Gdansk (auf deutsch Danzig) im Norden von Polen. Insgesamt 4 Fahrer hatten wir, darunter ein nettes älteres Pärchen, das uns Bonbons schenkte und ein Siemens-Mitarbeiter, der ziemlich gut englisch sprach und uns bis zum Bahnhof brachte. Er wollte auch die Adresse von diesem Blog haben, also in diesem Sinne:
To the nice guy who took us all the way to Gdansk: Thanks a lot, take care!
Danzig Altstadt
Wir trafen Ewa, die Sonja auf couchsurfing gefunden hatte. Wir gingen mit ihr und einem Freund von ihr Gingerbier trinken, lecker. Dann gingen wir in eine Bar spielte ein Typ Gitarre und sang dazu, eine seltsame kleine Ansammlung von Fans hatte sich um den selbst ernannten Lyriker versammelt und schimpfte auf polnisch und englisch mit uns, als wir redeten. Es war aber noch ziemlich witzig, die Frau, die uns erst anmachte, war hinterher total nett (außerdem schien sie irgednwie ein bisschen durch zu sein) und bekam schließlich noch einen Heiratsantrag von einem bärtigen Typen, über den der Sänger ein Liedchen verfasst hatte. Bekloppte Leute, ziemlich cool schade, dass wir kein polnisch konnten!
Wir verbrachten die Nacht bei Ewas Schwester. Da Mädel selbst war nicht ganz normal, ziemlich ausgeflippt, aber alles in allem sehr cool. Ihre Schwester hatte eine Wohnung mit ihrem Mann und Baby, beide waren erst Anfang 20 und sehr cool. In der Wohnung war noch ein junger Weißrusse, der auf irgendwas war, sicher nicht nur Alkohol, und uns mit "Heil Hitler" begrüßte. Er war aber kein Nazi, wollte wohl nur seine Deutschkenntnisse demonstrieren und schließ irgednwann auf dem Boden ein. Wir tranken Bier und aßen polnische Schokolade, die Wohnung roch nach Räucherstäbchen, wir fühlten uns gut. Wir schliefen mit Ewa zusammen auf einem winzigen Schlafsofa, wurden morgens von Baby Felix geweckt, bekamen Kaffee und Cornflakes und gingen dann mit Ewa und Felix an den Strand von Gdansk, ziemlich schön. Die Stadt selbst auch, die wir uns hinterher noch ansehen, außerdem gingen wir Pizza essen und kauften in einem Hippieladen ein. Ewa musste einen Freund treffen und hatte ihre Freundin Agnes beauftragt uns ein bisschen was zu zeigen. Danzig ist echt eine schöne Stadt, da werd ich sicher nochmal hinfahren!
Zugefrohren: Die Zufahrtsstraße zum Hafen
Sonja und ich gingen in einem englischen Buchladen, ich kaufte "Le Polonais sand peine", ein Polnisch-lernen-Buch auf französisch für 10 Zloty, 2,50 €. Durch die Lektionen am Abend zuvor (wir hatten jede Menge Schimpfwörter gelernt) und weil alle sagten, ich habe eine sehr gute Aussprache, hatte ich Lust auf Polnisch bekommen, außerdem gefiel mir das Land.
Wir trafen Agnes, die genau wie Ewa ziemlich ausgeflippt war, aber schon ein bisschen normaler und unglaublich sympatisch. Sie zeigte uns den "Forte" (!?), einen Berg, von dem man über die Stadt gucken kann. Dann trafen wir Ewa und Agatha, eine weitere Freundin, und machten uns auf in Ewas Heimatdorf in der Nähe der Stadt, wo ein Mädelsabend anstand. Im Bus tranken wir vorher gekauften Wein, bei ihr zuhause polnischen Wodka und machten bekloppte Fotos, wir wurdem mit Pommes und Keksen bewirtet.
Evil: Ewa und Agnes
Um Mitternacht wollte Ewa unbedingt Schlitten fahren gehen, ich hatte als Einzige auch Lust, aber die anderen ließen sich überreden. Etwa 1,5 Stunden zogen wir mit dem Schlitten durch die Gegend, abwechselnd wurden wir über die verschneiten Wege gezogen, auf einmal fand ich mich unter Ewa und Agnes wieder, Burgern ist also definitiv international. Ich lernte meine Lieblingsbeleidigung (die ich hier nicht schreiben werde, weil sie seeeehr böse ist ;)) und wurde wieder darin bestärkt, Polnisch zu lernen.
Mädelsabend
Sonja und ich schliefen im Gästezimmer, wir standen früh auf, weil wir wieder trampen wollten. Nach einem Plan von Ewa trampten wir zunächst nach Czarlin, einem kleinen Ort, an dem sich die Hauptstraßen gabeln. Hier gibt es wenig Autobahnen, und die sind meistens sehr kurz. Dafür klappt Trampen super, weil man sich auf den breiten Hauptstraßen viel besser hinstellen kann und schnell mitgenommen wird. Wir hatten auch echt viel Glück (unser Fahrer nach Gdanks hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir insgesamt echt viel Glück hatten bei unserer Reise- kein Flugzeug hatte Verspätung, selbst wenn alle anderen Flieger Delay hatten, und Trampen klappte super) und kamen zeitig bis nach Ostrow. Von da an verließ uns das Glück aber, es war schwer, einen guten Hitchhiking-Punkt zu finden. Schließlich nahm uns ein Pärchen mit, brachte uns sogar weiter als sie eigentlich mussten und suchte einen Bus für uns, weil es mittlerweile dunkel war, 5 Uhr nachmittags. Da der einzige Bus nach Milicz, unserem Tagesziel, erst um 7 fuhr, ließen wir uns an der Hauptstraße absetzten und fanden alsbald einen Truck. Von der Tankstelle am Stadtrand holte uns Pawel ab, ein polnischer Freiwilliger aus Sonjas Projekt, der zu Weihnachten zu Hause war und uns diese Nacht aufnahm. Sein Haus war weihnachtlich geschmückt und gemütlich, seine Mutter machte uns Abendessen und wir gingen mit seinen Freunden Bier trinken. Ich vertrug irgendwie nichts an diesem Abend, merkte das schon nach einem Starkbier und war am Ende der Nacht ziemlich betrunken. Pawel und seine Freunde waren super nett. Auf dem Rückweg legte ich mich auf der Straße auf dem Eis ab, peinlich und blaue Knie inklusive. In Pawels Bett schliefen wir wie Babies, mussten wieder früh raus, um unser finales Ziel zu erreichen: Prag, wo wir mit Veronika (die ich aus meinem tschechischen Workcamp kenne) Silvester feiern würden. Eigentlich hatten wir Oslo geplant, auch schon Flugtickets, aber wir hatten keinen Schlafplatz gefunden und da das billigste Hostel 40 Euro pro Nacht gekostet hatte, entschieden wir uns dagegen.

Trampen in Milicz
Prag erreichten wir vor Einbruch der Dunkelheit (was Pawel mächtig beeindruckte), warteten am Bahnhof auf Veronika und fuhren schließlich zu ihrer Wohnung, in der sie mit ihrer Mutter wohnt (die gerade verreist war, sodass wir ihr Zimmer benutzen konnten, super)! Ich freute mich, Veronika wiederzusehen, wir gingen mit ihren Freundinnen ein Bier trinken und- Überraschung- Ben war auch in der Stadt, der französische Freiwillige, den ich im November besucht hatte. Fröhliches Wiedersehen in einer Bar, er hatte seine Freunde aus Frankreich dabei, mit denen er Silvester im Blue House verbringen würde und die auch ziemlich nett waren. Alle waren ziemlich betrunken, Ben angeblich nur, um meinen Sarkasmus zu verstehen, haha, damit hatte ich ihn in der Zeit im Blue House immer aufgezogen, nur leider hatte er es übertrieben und war begriffsstutziger denn je. Besonders mit einem riesigen Typen mit dem Spitznamen Tonton, was sowas wie Onkel heißt, verstand ich mich super. Wir zogen weiter zu einem Club namens "Le Chapeau Rouge", der Rote Hut- ein dreistöckiger Touri-Club voller Franzosen und Deutscher, kein Sauerstoff aber jede Menge Betrunkener. Veronika rastete total aus, hatte wohl Platzangst, Sonja und ich fandens auch nicht so spitze, es tat mir leid, weil ich die beiden quasi überredet hatte, mitzukommen, um noch ein bisschen länger was von Ben zu haben. Als wir sagte, wir würden nicht bleiben, war er auch offensichtlich ziemlich geknickt, sein Freund sagte zu ihm, er könne ruhig mit uns mitgehen, aber unser Ziel war nur ein Bett. Aber schließlich haben wir im Frühling Reunion im Blue House mit dem Workcampteilnehmern und er kommt mich auch in Rumänien besuchen!
Am nächsten Morgen gingen Sonja und ich noch fix frühstücken in einem kleinen Café nahe des Zentrums. Zu Silvester war ein Wahnsinnstourismus in der Stadt, peinlicherweise vor allem betrunkene Deutsche, die sich in der Tram über "Bauer sucht Frau" unterhielten, als haben sie die Folgen auswendig gelernt und zu ihrem einzigen Lebensinhalt erklärt. Wir hatten geplant, nachmittags nach Mala Skala zu fahren, einem kleinen Ort in den Bergen, und dort Silvester mit Veronikas Freunden zu feiern. Wir kamen ziemlich spät zurück, rannten zur U-Bahn und bekamen auch den Bus noch, Veronika war tierisch aufgeregt und wir fuhren die ganze Zeit schwarz Tram und U-Bahn, aber egal.
Überhaupt ist es von Land zu Land so unterschiedlich mit dem Ticketsystem, dass wir oft ungewollt schwarz fuhren, aber zum Glück hatten wir nie Probleme. In Posen hatten wir einen Polizisten gefragt, aber der meinte nur "No Ticket, never ticket!". Sympathisch!
Mala Skala (übrigens UNESCO-Stadt)
Veronikas Freunde waren nett, wir feierten in einem alten Kino, dass dem Vater von einem der Partygäste gehörte. Dazu gehörten auch Ferienwohnungen, in denen wir untergebracht waren; ein bisschen wie wir letztes Jahr in Schloss Dankern hatte die Gruppe schon mehrere Tage hier verbracht. Wir sahen einen Film an und aßen zusammen, Bier wurde gezapft und billiger Rotwein ausgeschenkt. Leider sprachen die Leute meist miteinander tschechisch, wir mussten sie quasi überreden, mit uns englisch zu reden. Trotzdem war es cool. Um Mitternacht stellten Sonja und ich plötzlich mit Erschrecken fest, dass wir die einzigen nüchternen Menschen im Raum waren und machten uns über den Sekt her. Sonja ging bald schlafen, ich unterhielt mich noch mit Veronika und dem Partyvollsten, gegen 4 ging ich schlafen. Als es schon hell waren kamen die letzten in den Schlafraum um machten Krach, wir drehten uns um und schliefen weiter.
Es gab auch tierische Partygäste
Das Kino inkl. Bar
Frohes Neues! Veronika und Sonja um Mitternacht
Morgens gingen wir in die andere Ferienwohnung hinüber, wo schon was los war, frühstückten die Reste des Silvesteressen (Cannapés mit scharfem Knoblauchaufstrich) und lasen englische Bücher, die wir fanden. Später kamen nach und nach alle aus ihren Nachtlagern gekrochen, wir aßen Linsensuppe, weil die angeblich für Reichtum im neuen Jahr sorgen soll.
Silvester-Essen
Mit Veronika furen wir im Zug nach Prag zurück, wo Sonja und ich uns ein paar Vorräte für den nächsten Tag- Rückfahrt- kauften, aßen zu Abend, tranken noch einen Tee mit Veronika, dann Abschied meinerseits- ich musste früh raus- und schlafen.
Um 7 fuhr mein Bus nach Budapest. Dort hatte ich etwa 1,5 Stunden Aufenthalt im kalten Wind, dann kam der Bus zurück nach Cluj. Ein nettes Pärchen hatte sich via Couchsurfing bereit erklärt, mich für die Nach aufzunehmen, und holte mich ab. Ich schlief nach der langen Fahrt bis mittags, las mein Buch zu Ende ("Veronika decides to die", Paolo Coehlo, empfehlenswert!) und hatte mit Iana und Calin einen tollen Silvesterbrunch mit rumänischen Spezialitäten, nach denen ich nach Knoblauch roch und aus dem Raum rollte.
Wir sahen uns die Stadt an, es schneite, Calin erzählte mir die Geschichte verschiedener Monumente. Im Zentrum fuhren Kinder Schlittschuh, wir sahen uns eine Kirche an und gingen Kaffee trinken. Die beiden wollten bald heiraten und luden mich zur Hochzeit ein, ich freute mich riesig. Außerdem würden sie bald nach Sibiu ziehen und mich dann auf jeden Fall besuchen. Yeah, geil!
Sie brachten mich zu meinem Bus zurück nach Râmnicu Vâlcea und auf der Busfahrt rief plötzlich Katja an, von der ich monatelang nichts gehört hatte, ich freute mich unglaublich!
Gegen 11 kam ich an in meiner "Heimatstadt", freute mich, zurück zu sein, hüpfte durch die Straßen nach Hause. Zwar ist Valcea nicht gerade wunderschön oder supertoll, aber es ist iregdnwie schon mein Zuhause geworden und nach 10 Wochen fast ununterbrochener Reisen fühlt es sich toll an, zurück zu sein!!!
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