Als die anderen ein paar Tage nach mir wieder kamen, war erstmal die große Woche der Geburtstage: Zuzu, Ayca und Pedro hatten alle in einer Woche Geburtstag! Ich durfte das Ablenkingsmanöver für Ayca spielen, ging mit ihr ein Bier trinken und sie merkte tatsächlich nichts, als wir zu den Jungs gingen, um "die anderen abzuholen und ein Bier trinken zu gehen"- Überraschuuung, Ayca! Der Abend war super, sie freute sich ziemlich. An Pedros Geburtstag schmückten wir unsere Wohnung und bastelten Masken mit seinem Gesicht. Wie in alten Zeiten waren es wieder Clémence und ich, die bis 6 Uhr den Wein leerten. Als ihr die Zigaretten ausgingen, machte sich Clémence auf den Weg- Chicken (Ayca) war noch wach und wir redeten noch etwa 2 Stunden. Wir sind echt näher zusammen gewachsen seit der blöden Aktion vor den Weihnachtsferien.
Das Neue Jahr hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Es scheint, als hätte ich in Wirklichkeit nur einen 6monatigen EVS ausgewählt und das zu spät gemerkt. Denn seit dem Ende der Weinachtsferien- zugegebenermaßen mit einigen Startschwierigkeiten- hat sich hier einiges geändert!
Angefangen hat es damit, dass ich jemanden kennen gelernt habe, der Vâlcea tatsächlich für den schönsten Platz der Erde hält- kein Scherz! Cosmin wohnt jetzt in Bukarest, ist aber in Râmnicu Vâlcea aufgewachsen und kommt regelmäßig am Wochenende hier hin- über Couchsurfing hat er mich gefragt, ob wir mal weggehen wollen.
Und so sind wir zum Rembrandt Café gegangen, einer neu eröffneten Bar, ziemlich versteckt auf einem Hinterhof. Und ich lernte Cristina und Cristi kennen, die Besitzerin und ihren Freund. Ich ging am nächsten Abend, nachdem ich mit Cosmin da war, mit Clémence hin und wir bekamen den ersten Kontakt. Als wir sagten, der Wein sei uns zu teuer, kam Cristina an den Tisch, stellte sich als Chefin vor und- spendierte uns den Wein!! Den ganzen Abend saßen die beiden bei uns, irgendwann gingen sie dann in den Nebenraum (den "Dark Room", denn sie machten das Licht aus und als Clémence auf Biersuche ging, störte sie die beiden unbeabsichtigt). Ich tauschte mich mit Clémence aus, weil sie und ich ja die meiste Zeit getrennt unterwegs waren während der Ferien und sie erzählte mir, wie aus ihrer besten Freundin Asiye ihre größte Feindin wurde.
Die beiden hatten sich in Venedig getrennt, nachdem sie sich tagelang angeschwiegen hatten und Asiye dafür verantwortlich war, dass Clémence' Tasche geklaut wurde.
In der nächsten Woche fuhr ich mit Gülnar nach Bukarest, wo ich meinen Pass beantragte. Als ich die falsche Fotogröße hatte und nochmal quer durch die Stadt musste, rastete ich fast aus. Bukarest ist echt scheiße. Das Land repräsentiert es auf keinen Fall!
Mit Gülnar war ich in ihrem neuen Büro. Sie wird wahrscheinlich noch ein Jahr bleiben und für eine Organisation in Bukarest arbeiten. Die Leute da waren wirklich nett und Gülnar, die mit ihrer recht... dominanten Art und Weise und ihrem übertriebenen Patriotismus nicht gerade der Liebling der Gruppe ist, wurde mir irgendwie immer sympathischer.
In der folgenden Woche ging es richtig los mit der Arbeit! Wir fuhren am Donnerstag in eine Schule in Cozia, wo 90% arme Zigeunerkinder unterrichtet werden. Die haben sich riesig gefreut, uns zu sehen und wir hatten uns in den Tagen vorher ein Programm zurecht gelegt, mit Spielen und Recycling-Basteln, das ziemlich gut ankam. Nach einer ausgiebigen Schneeballschlacht (hier liegt seit 4 Wochen Schnee) fuhren wir sehr zufrieden zurück.
Am Samstag trampten Clémence und ich nach Craiova, um Freunde zu besuchen, andere Freiwillige. Irgendwie kamen so ziemlich alle, die wir vom On-Arrival-Training kannten, dahin. Alle zusammen stürmten wir Kaufland und versorgten uns mit Flüssignahrung für den Abend. Die Nacht war lang, man traf alte Freunde wieder; ich hing die meiste Zeit mit Mart und Tony ab. Clémence freute sich über französische Erasmus-Studenten, äh... Die Sprache verfolgt mich, das nervt ;)
Parteyyy:

Mit Mart (Estland) und Manu (Deutschland)

Chicas: Zane und Sabine (<3)>

Clémence und Reinig und Timişoarena Bier.

Yummy- Sabine, Zane, Enriko (aus Georgien)
Am nächsten Morgen mussten wir früh los, 3 Stunden Schlaf, an die Straße, 1 Stunde warten, endlich nimmt uns wer mit. Denn wir waren eingeladen zu Cristina nach Hause, zum Grillen. Es war eisig und wir totmüde, so einen richtig guten Eindruck haben wir wohl nicht hinterlassen; wir waren langweilig. Aber wir mussten trotz akuter Müdigkeit/Kater (und in Clémence' Fall Leberschmerzen) natürlich zu unserer ersten Privatparty-Einladung in Vâlcea antanzen!! Durch unseren häufigen Besuch der Rembrandt Bar (quasi jeden Abend) sind wir mittlerweile wirklich mit dem netten Pärchen befreundet; also richtig, nicht nur so Small Talk Austausch, sondern Sarkasmus und dumme Witze und was so dazu gehört. Das zusammen mit der Tatsache, dass wir jetzt endlic regulär arbeiten, gibt der ganzen Sache einen neuen Aufschwung.
erzähl mir mehr von deiner Arbeit!
AntwortenLöschenwir bereiten verschiedene Aktionen vor; Energizer, Spiele, und Bastelsachen aus zB alten Flaschen (Pfandsystem gibts hier genauso wenig wie in Nicaragua)oder ein Portemonnai aus einer Milchpackung. Die Kinder finden das super und verlieben sich immer sofort in uns. Wir gehen am liebsten in die Ziegeuner-Schule, in der zwar die Bedingungen schlechter, die Kinder aber viel viel offener und herzlicher sind. Die turnen an dir rum, bringen dir rumänisch bei und wollen einen gar nicht mehr gehen lassen. "Mai venit? Mai venit?" haben die immer gefragt- kommt ihr wieder? Ja, klar!! In der anderen Schule waren die Kinder zurückhaltender, ernster, "besser erzogen". Nach einer Weile ging es, aber es war schon anders als in der Schule in Brezoi. Nach der Arbeit mit den Kindern haben wir Gebäck und Fanta und Kaffee gekriegt, die Schule hatte Geld, aber wir wollen eigentlich nicht in Privatschulen gehen, lieber in ärmere, wo wir den Kindern zB ein bisschen Englisch beibringen können und wo es für sie wirklich was besonderes ist. Ich gebe bald Deutschunterricht, mal sehen wie das wird!!
AntwortenLöschenLiebe