Să ne rock!

România pentru un an- Rumänien für ein Jahr!

Mirrors on the ceiling, the pink champagne on ice, and she said "We're all just prisoners here of or own device..."

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Dienstag, 20. Oktober 2009

Eine Nacht in Sibiu mit Folgen

Ich verbrachte die Freitagnacht vor meinem On-arrival-Training bei Yann, Clémence und Asiye, die zusammen etwas außerhalb des Zentrums wohnen. Am nächsten morgen wollten Asiye, Clémence und ich nach Sibiu fahren, um dort einen Tag zu verbringen, bevor Clémence und ich nach Predeal weiterfahren würden. Das Ankunftsseminar ist Pflicht und ich freute mich schon darauf, viele Freiwillige aus ganz Europa kennen zu lernen und neue Freunde zu finden, die man besuchen und mit denen man gemeinsam reisen könnte.
Am Morgen vor der Abfahrt überraschte mich mein Koordinator Catalin noch kurz per Telefon und bot mir an, direkt nach der Woche Predeal noch eine Woche zu einem Workshop in die Türkei zu fahren, gemeinsam mit Lucía und Pedro. Natürlich sagte ich begeistert ja!
Unsere Abreise verzögerte sich also noch kurz, weil ich natürlich noch ein paar Sachen brauchte (ich hatte nichtmal einen Ausweis mit), dann aber fuhren wir mit dem nächsten Bus gen Sibiu, nachdem wir uns das erste Bier des Nachmittags gegönnt hatten.
In Sibiu ließen wir uns zunächst in einem miesen Touri-Restaurant nieder, weil einfach alles zu voll war- in der Stadt war mal wieder ein kleines Festival auf dem Piata Mare, dem großen Platz im Zentrum der wunderschönen Altstadt.

Piata Mare

Nach dem Essen gingen wir durch den Park an der alten Stadtmauer entlang und schließlich zu den Überresten des Festivals-die Musik war schon vorbei, aber Bier gab es immer noch und kleine Stände. Wir kamen mit ein paar Metallern ins Gespräch, ich unterhielt mich mit ernstem Gesichtsausdruck über deutsche und internationale Metal- und Hardcorebands und wirkte dabei total seriös; der tättowierte, glatzköpfige, nette Rumäne schien ziemlich beeindruckt.
Ich stand ein bisschen auf sein Sturmfeuerzeug und spielte die ganze Zeit damit herum. Nach einer Weile entschuldigte er sich für ein paar Minuten und kam mit einem Feuerzeug für mich wieder! Er hatte noch so eins zu Hause gehabt, ich freute mich natürlich tierisch.

Straßenmusik in der Altstadt

Nach einer Weile zogen wir noch ein bisschen an den Ständen vorbei und durften bei einem Verkäufer alle seltsamen Instrumente und Spielgeräte ausprobieren, außerdem zündete er eine alte Pfeife für uns an, die wir probieren durften. Ih, wirklich keine gute Idee, aber auf jeden Fall ein netter Typ!

Als wir in Richtung Piata Mica weiterzogen, dem Kleinen Platz, auf dem die ganzen Bars und Clubs zu finden sind, stießen wir auf eine deutschsprechende Gruppe in unserem Alter und wurden, ehe wirs uns versahen, zu einer Geburtstagsparty eingeladen. Joscha, ein Freiwilliger aus der Nähe von Sibiu, der hier ein FSJ als Ersatz für den Zivildienst macht, würde in wenigen Minuten wieder ein Jahr älter werden. Die Gruppe bestand aus 2 Rumänen und vielen Deutschen, die meisten von ihnen sehr sehr nett.
Ich unterhielt mich lange mit Tobias, der gleich eifrig alle Nummern einsammelte, um möglichst viele Reisemöglichkeiten mit gratis-Übernachtungen zur Verfügung zu haben. Er hatte ein Jahr in Sibiu seinen Zivildienst geleistet und würde jetzt in Deva als eine Art Referendar arbeiten.

Der Weg zum Piata Mica- Erster Eindruck vom Bahnhof aus

Die Rumänin war mit ihrem deutschen Freund da. Sie wollte gerne auch ein EVS in Deutschland machen und ich versprach, ihr eine Mail mit nützlichen Links zu schicken.

Nachdem wir in einer Bar ein Bier getrunken hatten und den Geburtstagskuchen verspeist, zogen wir weiter ins Crama, eine urige Kellerbar direkt gegenüber der Lügenbrücke (die laut Sage einstürzt, wenn ein Lügner sie betritt).
Dort blieben wir dann die ganze Nacht, erst draußen, dann drinnen, tranken Bier und Martini und aßen die lokale Spezialität, Brot mit Bohnenpaste, schmeckt warm sicher noch besser als kalt, aber auch geil.

Irgendwann kamen ein paar Freunde des kleinen alten Wirtes und er packte sein Akkordeon aus, worauf sie anfingen, rumänische Lieder zu spielen.
Die Deutschen verließen langsam nacheinander die Bar, als es immer später wurde. Irgendwann ging auch Svenja, die uns einen Platz für die Nacht angeboten hatte. Der letzte Rumäne standing bot uns heldenhaft einen Platz in seiner Wohnung an, den wir auch annahmen.
Gegen 5 ging ich kurz frische Luft schnappen und traf auf eine Schäferhündin, die wohl vor kurzem erst Junge bekommen hatte. Ich streichelte sie (die Straßenhunde sind hier nämlich alle total dankbar für ein bisschen Aufmerksamkeit- ich habe noch kein einziges bösartiges Exemplar getroffen, und es gibt wirklich viele!), aber sie hatte Hunger und ich zog los, um irgendwo etwas zu Essen aufzutreiben. Aber alles war geschlossen, wo ich auch suchte, und so musste ich sie enttäuschen.

Geburtstagsparty in Sibiu. Rechts neben mir: Tobias

Unser Gastgeber war eindeutig müde, also verabschiedeten wir uns von den Männern in der Bar und gingen fünf Minuten bis zu der schönen, großen Altstadtwohnung, in der er alleine wohnte. Die Nacht auf dem Teppich war nicht besonders bequem, aber besser als der Bahnhof, an dem wir und sonst wohl hätten niederlassen müssen.
Nach einer erfolglosen Suche im Regen nach einem rumänischen Restaurant aßen wir schließlich in einem Fast Food zu mittag, wo wir auch Tobias wiedertrafen. Anschließend ging es los zum On-Arrival-Training in Predeal- Asiye fuhr zurück nach Râmnicu Vâlcea.

Alltag in Rumänien: Pferdewagen auf der Hauptstraße


Warum dieser Beitrag "mit Folgen" heißt, wird sich übrigens im Folgenden erklären- schaut mal ein paar Beiträge weiter!!

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